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Deutsche Mediziner begehrt

Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sind deutsche Nachwuchsmediziner im europäischen Ausland sehr gefragt, vor allem in Großbritannien und in Skandinavien ist die Nachfrage nach deutschen Ärzten groß. Allein in Großbritannien arbeiteten laut dem britischen Gesundheitsministerium im Jahr 2003 rund 2.600 deutsche Ärzte. In Norwegen praktizieren der Ärztevereinigung Norwegens zufolge 650 deutsche Ärzte (Stand: März 2004). Dies entspricht einer Quote von 3,7 Prozent des Gesamtanteils praktizierender Ärzte Norwegens. In Schweden sind derzeit 708 deutsche Mediziner registriert.

Die Gründe der steigenden Abwanderungszahlen deutscher Ärzte liegen für Dr. Manfred Richter-Reichhelm, Erster Vorsitzender der KBV, auf der Hand: "Das hohe Arbeitspensum, verbunden mit einem enormen bürokratischen Aufwand in den Praxen und der aus einem tiefen Misstrauen erwachsenen Regelungswut der Politik machen den Beruf hierzulande insbesondere für Nachwuchsmediziner zunehmend unattraktiv."

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Jedoch bleibt die zunehmende Auswanderung für den deutschen Ärztemarkt nicht ohne Folgen: So können Praxen niedergelassener Haus- und Fachärzte, die in den Ruhestand gehen, häufig nicht weitergeführt werden. Aus diesem Grund ist innerhalb der kommenden fünf Jahre vor allem in den neuen Bundesländern ein Ärztemangel absehbar.
Dieser Artikel ist erschienen am 26.08.2004