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Deutsche Einheit - Wahrscheinlichkeit: 20 %

Die lukrative Einnahmequelle Studiengebühren wollen sich auch die SPD-regierten Länder nicht entgehen lassen. Nach Ablauf einer Schamfrist bis nach den fälligen Landtagswahlen arbeiten die SPD-Länder mit vereinten Kräften auf einen bundeseinheitlichen Gebührensatz von 600 Euro pro Semester hin. Gratis studieren ist von da an überall passé.
Die lukrative Einnahmequelle Studiengebühren wollen sich auch die SPD-regierten Länder nicht entgehen lassen. Nach Ablauf einer Schamfrist bis nach den fälligen Landtagswahlen arbeiten die SPD-Länder mit vereinten Kräften auf einen bundeseinheitlichen Gebührensatz von 600 Euro pro Semester hin. Gratis studieren ist von da an überall passé

"Hinter einer bundesweiten Regelung können sie sich besser verstecken", begründet der Wuppertaler Politologie-Professor Volker Ronge die durchaus denkbare SPD-Strategie, die Gebühren doch noch durch die Hintertür einzuführen. Auf die genannte Gebühren-Größenordnung deuten laut dem Hochschulexperten die 650 Euro hin, die NRW bereits von seinen Langzeitstudenten und fürs Zweitstudium kassiert. Bessere Lehre und Uni-Ausstattungen sind von dem bundeseinheitlichen Modell dagegen kaum zu erwarten: "Exakt in Höhe der Studiengebühren wird der Staatsanteil runtergefahren - wenn auch schleichend, von Haushalt zu Haushalt."

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Gegen eine Bundeslösung spricht allerdings die Politik der übrigen Länder: Ob insbesondere Bayern oder Hamburg solch einem staatlich gedeckelten Gebührenmodell zustimmen würden, darf stark bezweifelt werden. Denn dort besteht vielmehr die Tendenz, den Hochschulen des Landes die Preispolitik selbst zu überlassen. Hamburgs Wissenschaftssenator Dräger erwägt bereits eine drastische Anhebung der Gebührengrenze auf 2.000 Euro pro Semester

Dieser Artikel ist erschienen am 01.04.2005