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Deutsche Bank-Chef kritisiert deutsche Hochschulen

Schwere Vorwürfe gegen die deutschen Hochschulen erhebt Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. Auf einer Veranstaltung des Stifterbands für die Deutsche Wissenschaft in der Essener Villa Hügel stellte Ackermann einen direkten Zusammenhang zwischen der mangelnden internationalen Konkurrenzfähigkeit der deutschen Banken und der Forschungs- und Ausbildungsleistung der Hochschulen her. ?Die Zurückhaltung der (universitären Forschung und Lehre) in der modernen Finanzmarkttheorie bis in die 90er Jahre hinein hat dazu geführt, dass die regionalen Banken (in Deutschland) den Anschluss an die globale Entwicklung verpasst haben.??Für uns ist das Überleben am Standort (Frankfurt) ganz wesentlich damit verbunden, dass wir die besten Talente und natürlich auch die besten Dozenten der Welt vor Ort haben.? Dass viele der Top-Talente im Bank- und Finanzbereich heute Amerikaner oder Inder (und nicht Deutsche) seien, sei auch Schuld der Hochschulen. ?Das müsste nicht so sein, und es zeigt einfach, dass wir keine enge Kooperation zwischen den Bedürfnissen der Wirtschaft und den Hochschulen bei den Lehrinhalten entwickelt haben.?

Die besten Jobs von allen

Ein großer Talent-Pool sei für den Bankenplatz Frankfurt von vitaler Bedeutung. ?Aber bekommen wir auch genug Talente von den Universitäten??, mahnte Ackermann. Die Deutsche Bank will sich deshalb auch finanziell engagieren. ?Wir haben im Rahmen der Finanzplatzinitiative Deutschland beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt und sind bereit, dies auch weiter zu tun.cmo
Dieser Artikel ist erschienen am 24.11.2004