Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Des Bankers liebstes Geld

Auch wenn international oft mehr gezahlt wird: Die Vorstände der Deutschen Bank gehören zu den glücklichen Spitzenverdienern unter den deutschen Bankern. Volksbanken und Sparkassen zahlen hingegen viel weniger.
HB/po FRANKFURT/M. Die Gesamtvergütung des Vorstandes stieg um drei Prozent auf insgesamt 28 Millionen Euro. Das geht aus dem vorgelegten Corporate- Governance- Bericht hervor. Allerdings haben die einzelnen Vorstandsmitglieder deutlich mehr verdient, da der Vorstand von acht auf vier Mitglieder verkleinert wurde.Für Konzernchef Josef Ackermann erhöhten sich die Einkünfte von 6,9 auf 11,1 Millionen Euro. Auch die drei Kollegen Tessen von Heydebreck, Clemens Börsig und Hermann-Josef Lamberti konnten sich über ein kräftiges Plus freuen, ihr Jahresgehalt stieg von 3,31 Millionen Euro auf 5,23 Millionen Euro. Damit sind die Vorstände bei weitem aber nicht die Top-Verdiener: Spitzenkräfte aus dem Investment-Banking werden noch höher entlohnt.

Die besten Jobs von allen

Im Vergleich zur Deutschen Bank nehmen sich die Bezüge der Vorstände der anderen beiden Großbanken eher bescheiden aus. Die Hypo-Vereinsbank zahlte ihrem sechsköpfigen Vorstand insgesamt acht Millionen Euro. Diese setzen sich zusammen aus vier Millionen Euro Fixgehältern, zwei Millionen Euro erfolgsabhängiger Komponenten sowie zwei Millionen Euro an Aktienrechten. Die Vorstandsmitglieder mussten erheblich Einbußen hinnehmen. Die Bezüge der elf Führungskräfte verringerten sich von 11,1 Millionen Euro auf sieben Millionen Euro. Während die festen Bezüge mit 360 000 Euro unverändert blieben, verringerte sich die variable Vergütung um 37 Prozent.Das Gehalt der Deutsche-Bank- Vorstände setzt sich aus einem Fixgehalt sowie einer leistungsbezogenen Vergütung zusammen. Diese besteht wiederum aus drei Komponenten: Einem in bar ausgezahlten Bonus, einem Anrecht auf die Zuteilung von Deutsche-Bank-Aktien sowie Aktienoptionen.Für Ackermann ergibt sich demnach für 2003 folgendes Bild: Die fixe Vergütung beläuft sich auf 1,15 Millionen Euro, das heißt, der Deutsche-Bank-Chef erhält jeden Monat knapp 100 000 Euro brutto. Hinzu kommen Barboni in Höhe von 6,57 Millionen Euro, das Recht auf Zuteilung von Deutsche- Bank-Aktien im Wert von 2,7 Millionen Euro sowie Aktienoptionen im Volumen von rund 638 000 Euro.Die Boni, die jeweils im Februar des darauffolgenden Jahres gezahlt werden, sind erfolgsabhängig und richten sich nach dem Erreichen der für das Geschäftsjahr geplanten Eigenkapitalrendite sowie nach der Entwicklung der Aktie im Vergleich mit der durchschnittlichen Aktienrendite einer Gruppe von ausgewählten Wettbewerbern. Dies sind die Citigroup, Credit Suisse, JP Morgan Chase, Merrill Lynch und UBS. Die bereinigte Eigenkapitalrendite vor Steuern stieg um vier Prozent auf 13 Prozent, für das kommende Jahr peilt die Deutsche Bank 25 Prozent an. Der Kurs der Aktie ist 2003 mit knapp 50 Prozent stärker gestiegen als der ihrer Wettbewerber.Während die Barkomponente der Boni bei allen vier Vorständen deutlich angestiegen ist, sind die Optionen zurückgegangen. Das liegt daran, dass sich die Deutsche Bank seit vergangenem Jahr angelsächsischen Gepflogenheiten angepasst hat und die neu gewährten Boni über die Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Das schlägt sich in einem erhöhten Personalaufwand nieder, was die Attraktivität des Einsatzes von Boni als Gehaltsbestandteil nach Ansicht führender Banker stark einschränkt. Für die gewährten Aktienrechte bekommen die Vorstände der Deutschen Bank am 1. August 2007 die Aktien zugeteilt. Die Aktienoptionen haben das Verfallsdatum 1. Februar 2010.Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten 2003 insgesamt fünf Millionen Euro an Vergütungen ? ein deutliches Plus gegenüber 2002 als drei Millionen Euro bezahlt wurden. Spitzenverdiener im Aufsichtsrat ist der ehemalige Vorstandschef Rolf- E. Breuer mit 256 583 Euro. Ihm folgen die stellvertretende Aufsichtsratschefin Heidrun Förster mit 141 156 sowie das frühere Vorstandsmitglied Ulrich Cartellieri mit 121 323 Euro. 2003 nutzten lediglich Heydebreck und Börsig die Möglichkeit des Erwerbs von eigenen Aktien.
Dieser Artikel ist erschienen am 27.03.2004