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Der Investmentbanker

Nächte im Hotelzimmer und jede Menge Flugmeilen gehören zum Alltag jedes Investmentbankers. Das Privatleben steht im Zweifelsfall an zweiter Stelle. Dafür stimmt das Geld.
60-70 Stunden/Woche - über 80 000 Euro + BonusInvestmentbanker rackern bis spät in die Nacht. Nur ein Vorurteil?

Die besten Jobs von allen

Dirk Liedtke: Nein, für Berufseinsteiger stimmt das auf jeden Fall; in den ersten Jahren habe ich oft an die 80 Stunden in der Woche geschuftet. Jetzt als Direktor sind die Zeiten schon humaner. Ohne die Reisezeiten komme ich wöchentlich auf 60 bis 70 Stunden.Sind Sie viel unterwegs? Zwei bis drei Tage die Woche besuche ich Kunden oder Investoren. Zum Glück sind das meist Tagesreisen, so dass ich zu Hause schlafen kann und meinen Sohn wenigstens abends oder beim Frühstück sehe. An den anderen Tagen bin ich von halb neun bis abends acht Uhr im Büro.Ganz schön langer Tag ... Mit der Menge der Stunden kann ich leben. Mich stört eher, dass es schwierig ist, privat etwas verbindlich zu planen. Wenn ein Kunde anruft, muss ich zur Stelle sein, notfalls bis spätabends oder während meines Urlaubs.Warum nehmen Sie das in Kauf?Weil ich meinen Job liebe. Die Verhandlungen, die ich führe, sind unheimlich spannend. Wir bewegen etwas. Das Geld ist natürlich auch nicht zu verachten. Es ist angenehm, sich und seiner Familie eine gesicherte Existenz aufbauen zu können. Neben einem Fixum, das nach fünf Jahren Berufserfahrung über 80 000 Euro pro Jahr liegt, kann noch mal das Gleiche als Bonus dazukommen - wenn das Geschäft gut läuft.Und so sieht's generell aus:Einstiegsgehalt: Bis zu 60 000 Euro pro Jahr; nach fünf Berufsjahren je nach Aufgabe zwischen 150.000 und 400.000 Euro pro Jahr. Meist gibt es zusätzliche Goodies wie einen Firmenwagen.Quelle: KienbaumArbeitszeit: 60 bis 80 Stunden in der Woche sind üblich. Je nach Position gehören Reisen und Nächte im Hotelzimmer zum Alltag.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.05.2002