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Der GMAT und seine Geheimnisse

Interview mit Carlos Cavallé, der soeben seine einjährige Amtszeit als Board-Chairman des Graduate Management Admissions Council (GMAC) beendete. Er war der erste Nicht-Amerikaner an der Spitze der Organisation, die den GMAT organisiert.
Der Spanier Carlos Cavallé beendete soeben seine einjährige Amtszeit als Board-Chairman des Graduate Management Admissions Council (GMAC). Er war der erste Nicht-Amerikaner an der Spitze der Organisation, die den GMAT organisiert. Auch sein Amt als Dekan der IESE Business School in Barcelona gab der 67-Jährige kürzlich ab.Den GMAT-Test kennt jeder, der sich für ein MBA-Programm interessiert. GMAC, die Organisation hinter dem GMAT, ist den meisten MBA-Studenten völlig unbekannt. Wie arbeitet sie?

Dem GMAC gehören rund 140 Schulen an. Die Mehrheit ist zwar amerikanisch, aber jüngst sind Schulen aus Australien, Europa, dem Nahen Osten und Lateinamerika dazugekommen. Im Board of Directors sitzen Dekane und Vertretern von etwa 13 Business Schools. Sie treffen sich viermal im Jahr, um die Arbeit des Executive Director von GMAC und den ständigen Mitarbeitern zu überprüfen. Der GMAC hat seinen Sitz im US-Bundesstaat Virginia in McLean, einem Vorort von Washington D.C. Der GMAC will die Durchführung des GMAT-Tests auf einer weltweiten Basis leiten und die anhaltende Gültigkeit der Prüfung, der Zulassungskriterien und der Informationen über Business Schools absichern, die er durch engen Kontakt mit Universitäten und Unternehmen zusammenstellt. GMAC hält ein Jahrestreffen von Professoren und Administratoren von Business Schools ab, das als weltweit führendes Forum gilt für Diskussionen und Debatten über Themen, die sich mit der heutigen Management-Ausbildung befassen.

Sie waren der erste Nicht-Amerikaner, der den Vorsitz im GMAC-Board inne hatte. Haben Sie der Organisation einen europäischen Anstrich gegeben?

Ja, ich denke, dass ich eine europäische und internationale Perspektive in die Überlegungen und Entscheidungsprozesse von GMAC eingebracht habe. Der GMAC verzeichnet bei der Mitgliedschaft von Schulen außerhalb der USA ein bedeutendes Wachstum. Und ein steigender Anteil von MBA-Kandidaten, die nicht aus den Vereinigten Staaten kommen, nimmt an der GMAT-Prüfung teil.

Welche Ziele hatten sie als Chairman?

Der GMAC will sich nicht nur als die Nummer Eins in der Welt positionieren, was die Beurteilung von MBA-Kandidaten mit Hilfe des GMAT-Tests angeht. Er will auch die weltweit führende Informationsquelle über Business Schools sein. Um dies zu erreichen, hat der GMAC das Management Assessment and Research Institute gegründet, das Informationen über die Bewertungsmethoden bei der Management-Ausbildung und Management-Entwicklung auszuwertet und zu verbreitet. Die Arbeit des Instituts wird die anhaltende Gültigkeit des GMAT für Universitäten, Unternehmen und zukünftige Studenten sicherstellen. Zudem stellt der GMAC eine Datenbank mit dem Namen MBA Pathfinder zusammen: Sie enthält Studentenprofile und Informationen zur Karriere-Förderung, die von den Universitäten zur Verfügung gestellt werden. Es wird sicher gestellt, dass die Informationen von den Business Schools zutreffend, logisch und vergleichbar sind. Diese Datenbank wird eine maßgebliche Quelle on Business School-Informationen für zukünftige Studenten, für Unternehmen und Journalisten darstellen. Kurz gesagt konzentriert sich GMAC auf Einstufung und Information.

Der GMAT wird oft als kulturell voreingenommen kritisiert. Stimmen Sie dem zu?

Nein, dem stimme ich nicht zu. Der GMAC hat kürzlich bei der im niederländischen Arnheim ansässigen Forschungsgruppe CITO eine Studie in Auftrag gegeben. Die Umfrage umfasst acht europäische Business Schools und mehr als 5.000 MBA-Studenten. Der Befragungszeitraum war auf fünf Jahre angelegt. Das hauptsächliche Ergebnis dieser Studie war, dass der GMAT überhaupt keine kulturelle Voreingenommenheit aufzeigt. Allerdings haben wir erkannt, dass nicht die ganze Welt Englisch spricht oder als Unterrichtssprache verwendet. Deshalb erarbeiten wir neue Beurteilungskriterien, die außerhalb der USA entwickelt werden und die zusätzlich zum GMAT eingesetzt werden können. Ich bin sehr froh, dass wir vor kurzem damit begonnen haben, den ersten dieser Bewertungsmaßstäbe zu entwickeln. Es ist eine spanische Version der "Verbalen Argumentation", also dem Teil des GMAT, der sich mit Sprache befasst. Damit verfügen Programme, die auf Spanisch unterrichtet werden, über ein Einstufungsmittel zusätzlich zum GMAT, um einen Erfolg in diesen Programmen vorhersagen zu können. Wir denken, dass die spanische Version des verbalen Teils des GMAT so etwas wie einen Wendepunkt in der Geschichte von GMAC darstellen wird.

The GMAT organization and its secrets

Interview of GMAC/GMAT with Carlos Cavallé

Carlos Cavallé recently concluded his one-year term as Chairman of the Board of the Graduate Management Admissions Corporation. He was the first non-US citizen to serve as chairman of GMAC. Long-time dean of IESE Business School in Barcelona, Cavallé was Europe's longest-serving business school dean until he stepped down from the post earlier this month.

1. Were you the first non-American to chair the GMAC Board? Did you bring a European touch to a predominantly American organization?

Yes, I was the first non-American to serve as GMAC Chairman and sought to bring greater international awareness to the Board. GMAC is experiencing significant growth in membership on the part of non-US schools and an increasing proportion of non-US MBA candidates is taking the GMAT examination. I like to think I brought a European and international perspective to GMAC's deliberations and decision-making.

2. What were your objectives as Chairman? Did you have an agenda?

GMAC aims to position itself not only as the world leader in MBA candidate assessment through the GMAT examination, but as the world's leading source of information about business schools and reporting criteria relevant to management education. To this end, GMAC has set up a Management Assessment and Research Institute to study and disseminate information about assessments in management education and management development. The work of the Institute will assure the continuing validity of GMAT for schools, companies and prospective students in a rapidly changing global economy.

In addition, GMAC is compiling a database of student profile and career placement information provided by schools, called MBA Pathfinder. The information will be subject to audit, and will assure that information reported by business schools is accurate, consistent and comparable. This database will constitute an authoritative source of business school information for prospective students, companies and journalists.

In a nutshell, assessment and information constitute the focus of GMAC's activities.

3. The GMAT, perhaps the most feared part of the business school admission process, is known to everybody interested in an MBA program. The GMAC, the organization behind the GMAT, is almost totally unknown to most MBA students. How does it work?

GMAC has a membership of some 140 schools. While the majority is American, schools from Australia, Europe, the Far East and Latin America have recently joined. There is a Board of Directors made up of some 13 business school deans and representatives. They meet four times a year to oversee the work of GMAC's executive director and staff, who run GMAC on a day-to-day basis. GMAC is based in McLean, Virginia, a suburb of Washington, D.C.

GMAC seeks to guide the administration of the GMAT test on a worldwide basis, and assure the on-going validity of the test, the organization's admissions criteria and the information it compiles about business schools through close contact with schools and companies.

GMAC holds an annual meeting of business school professors and administrators that constitutes the world's leading forum for discussion and debate on the issues facing management education today.

4. One critique often addressed to the GMAT is that it is culturally biased? Do you agree with this analysis? If so, what changes would you like to see?

No, I do not agree. GMAC recently commissioned a study by CITO, the research group based in Arnhem, Holland. The study focused on eight European business schools, including IESE, and more than 5,000 MBA students over a period of five years. The major finding from this study was that the GMAT does not exhibit any cultural bias at all.

However, we realize the whole world does not speak or instruct in English. As a consequnce, we are creating new assessments that will be developed outside the United States that can be used in addition to the GMAT.

I am very happy to announce that we have recently started the development of the first of these assesments, a Spanish test of Verbal Reasoning. This will allow programs that are taught in Spanish to have a means of assessment in addition to GMAT to help predict success in those programs. We think the Spanish version of the verbal portion of the GMAT will constitute something of a watershed in the history of GMAC.

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Dieser Artikel ist erschienen am 07.08.2001