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Der Beratungsboom

Spätestens Ende der 80er-Jahre machten die Consultants sich unersetzlich. Damals verkleinerten die Unternehmenschefs ihre großen Stabsabteilungen und dünnten das mittlere Management aus.
Das Management der Unternehmen in aller Welt kann auf Hilfstruppen nicht verzichten. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Umsätze der Beratungshäuser in Europa mehr als verdreifacht. Sie kletterten von knapp 14 Milliarden Euro auf rund 46 Milliarden Euro, sagt der in Brüssel ansässige Beraterverband Fédération Européenne des Associations de Conseil en Organisation, kurz FEACO.

Spätestens Ende der 80er-Jahre machten die Consultants sich unersetzlich. Damals verkleinerten die Unternehmenschefs ihre großen Stabsabteilungen und dünnten das mittlere Management aus. Und es waren die Unternehmensberater, allen voran der ehemalige McKinsey-Mann Tom Peters, die dieses Lean Management propagierten. Es bescherte den Beratern eine rege Nachfrage. Heute jedoch ist es der immer schnellere Wandel in der Wirtschaft, der den Beratungshäusern Aufträge sichert. Grund: Früher behielten Strategien über Jahre hinweg ihre Gültigkeit. Im Internet-Zeitalter aber verstreichen nur wenige Monate bis zum Ablauf der Verfallsfrist eines Geschäftsmodells.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.04.2001