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Das ?Wunderkind? der Musikbranche geht

Timm Renner (39), Deutschland-Chef von Universal Music, gibt seinen Job auf. Als Grund werden Streitigkeiten mit der Konzernnutter in den USA genannt. Es habe ?unterschiedliche Auffassungen? zur Behandlung deutscher Künstler gegeben.
HB BERLIN. Der Entschluss sei Anfang Dezember in Absprache mit Universal Music International gefallen. Der Grund waren offensichtlich Streitigkeiten mit dem internationalen Konzern über die Behandlung deutscher Künstler. In einer Mitteilung heißt es, Renner könne die internationalen Sparmaßnahmen von Universal zwar nachvollziehen. Bei ihrer Anwendung auf lokale Künstler und die damit zusammenhängende Organisationsstruktur habe es aber ?unterschiedliche Auffassungen? gegeben. Noch vor kurzem galt Renner als das ?Wunderkind? der Musikbranche.Die Branche leidet unter der Flut an Raubkopien und am Massentrend zum illegalen Herunterladen von Titeln aus dem Internet. ?Ich glaube fest daran, dass der Markt auch Repertoire aus Szenen und Nischen braucht, um authentische Inhalte zu entwickeln?, betonte Renner. ?Obwohl der Markt deutlich geschrumpft ist, haben wir im vergangenen Jahr wieder an Umsatz mit deutschen Künstlern hinzugewonnen, dem Markttrend getrotzt.? Er hält außerdem die Konstellation mit zwei Geschäftsführern für zu teuer, auch deswegen stelle er seinen Posten zu Verfügung.

Die besten Jobs von allen

Renner war mit 36 Jahren an die Spitze des Unternehmens gekommen und damit der wohl jüngste Plattenboss der deutschen Musikindustrie. Mit ihm zog Universal von Hamburg nach Berlin. Renner unterstützte auch TV-Castingformate wie ?Popstars? (RTL II) und ?Star Search? (SAT.1). Seine Manager-Karriere begann der frühere Journalist 1986 bei Polydor, mit Element of Crime und Phillip Boa erzielte er erste Erfolge.Der Hobby-DJ sah früh das kommerzielle Potenzial des Techno; 1994 hob er das alternative Label Motor Music aus der Taufe. Sein Führungsstil galt als unkonventionell, E-Mails an Mitarbeiter soll er zuweilen selbstironisch mit ?Gott? unterschrieben haben. Erst im vergangenen Jahr wurde er vom Weltwirtschaftsforum unter die 100 ?Global Leaders for Tomorrow? gewählt, die Führungskräfte von Morgen.Seine Aufgaben soll nun bis Jahresmitte der internationale Vorstandschef Jorgen Larsen, übernehmen und danach einen Nachfolger benennen. Larsen bedauerte Renners Entscheidung. Die Universal Music Group gehört zu Vivendi Universal, einem weltweit tätigen Medien- und Kommunikationsunternehmen. In Deutschland hatte die Plattenfirma 2003 nach eigenen Angaben den höchsten Marktanteil seit Bestehen und die besten Chartergebnisse. Zu den Universal-Labels gehören Musiker diverser Richtungen, darunter Eminem, Elton John, Marilyn Manson, Sophie Ellis Bextor und No Doubt sowie aus Deutschland Die Ärzte, Bro'Sis und Jeanette Biedermann. Außerdem hat der Konzern Klassik- und Schlagerstars unter Vertrag
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Universal Music war nach letzten verfügbaren Zahlen weltweiter Marktführer mit einem Anteil von rund 25 Prozent. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG von Sony und Bertelsmann könnte Universal die Spitzenposition jedoch streitig machen. Sony BMG muss allerdings noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.01.2004