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Das wird gezahlt: Im Konzern

Britta Domke
Foto: Lars Langemeier
Der Jurist und Ökonom Andreas Berger entschied sich nach dem Examen für den Versicherungskonzern Gerling – und damit auch für eine Rundum-Versorgung, wie sie ihm ein Startup niemals bieten könnte.
Das Vergütungspaket von Andreas Berger:
Das ist fix: rund 140.000 Mark jährlich
Das ist variabel: rund 40.000 Mark Bonus (im Jahr 2000)
Das gibt?s dazu: günstige Mitarbeiterversicherungen, Altersvorsorge, Vermögenswirksame Leistungen, Jobticket, subventioniertes Kantinenessen

Er hätte es auch anders haben können. Sein eigener Herr sein, auf Gedeih und Verderb. ?Ich habe im Studium ein kleineres Unternehmen mitgegründet, ich weiß, was ein Startup ist?, betont Andreas Berger. Doch der Jurist und Ökonom entschied sich nach dem Examen gegen die Messe-Veranstaltungsgesellschaft und für den Versicherungskonzern Gerling – und damit auch für eine Rundum-Versorgung, wie sie ihm ein Startup niemals bieten könnte.

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?Vom Fixum her ist es schon ordentlich, wie wir hier bezahlt werden?, sagt der 34-Jährige. Ordentlich, das heißt bei ihm: 140.000 Mark im Jahr, verteilt auf 13 Monatsgehälter. Natürlich verdient nicht jede junge Führungskraft bei Gerling solche Summen. Als Berger 1995 als Länderreferent einstieg, musste auch er sich mit 75.000 Mark begnügen. Doch seitdem ist er zum Abteilungsdirektor Unternehmensentwicklung und Assistent des Gerling-Vorstandsvorsitzenden aufgestiegen. Da darf?s schon etwas mehr sein.

Mit dem Fixgehalt ist es jedoch nicht getan. Sein leistungsbezogener Direktorenvertrag bringt Andreas Berger noch einmal etwa 30 Prozent seines Bruttojahresgehaltes ein – die Höhe bemisst sich sowohl am individuellen Erfolg als auch am Konzernergebnis. ?In meinem letzten Jahresgespräch habe ich einen Bonus von rund 40.000 Mark erreicht?, berichtet Berger. Der variable Gehaltsanteil ist bei Gerling bisher jedoch nur Direktoren, Vorständen, Geschäftsführern und Vertriebsmitarbeitern vorbehalten. Allerdings beginnt für Berger der Feierabend auch später als für die meisten Gerling-Mitarbeiter. 50 bis 60 Stunden pro Woche sind für ihn ganz normal.

Und was tut der Konzern außerdem für seine Angestellten? Berger zählt auf: ?Mitarbeiterversicherungen zu günstigeren Prämien, Altersvorsorge über die Gerling-Versorgungskasse, eine stark subventionierte Kantine, Vermögenswirksame Leistungen in voller Höhe und ein Jobticket.? Vielleicht kommen in Zukunft auch Aktienoptionen dazu. Für den Börsengang gibt es allerdings noch keinen Termin.

Natürlich nimmt der Jungmanager solche Gehaltsbestandteile gerne mit. Aber bei seiner Entscheidung, das Startup für den Konzern aufzugeben, haben andere Faktoren den Ausschlag gegeben: ?Ich habe mir bewusst ein größeres Unternehmen gesucht. Besonders wichtig war mir eine gezielte Personalentwicklung, um später einmal eine Führungsposition im Ausland übernehmen zu können.?

Jetzt hat er sein Ziel fast erreicht: Mitte des Jahres soll Berger nach Südafrika gehen, um dort Geschäftsführer einer neuen Konzerntochter zu werden.

Andreas Berger, 34, Abteilungsdirektor Unternhemensentwicklung und Assistent des Vorstandsvorsitzenden beim Kölner Verisicherungskonzern Gerling.

E-Mail: andreas.berger@gerling.de
Dieser Artikel ist erschienen am 21.02.2001