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Das sind die größten Wirtschaftskanzleien

Barbara Geier
Die größten 20 deutschen Wirtschaftskanzleien verkörpern keine homogene Gruppe, sondern verschiedene unternehmerische Ansätze, je nach Geschäftsausrichtung und Größe.
Die größten 20 deutschen Wirtschaftskanzleien verkörpern keine homogene Gruppe, sondern verschiedene unternehmerische Ansätze, je nach Geschäftsausrichtung und Größe:

Clifford Chance Pünder, Freshfields Bruckhaus Deringer, Linklaters Oppenhoff & Rädler sowie White & Case Feddersen gehören zu "den Fusionierten" und sind durch ihre Zusammenschlüsse mit englischen und US-amerikanischen Büros zu deutschen Teilen internationaler Sozietäten geworden. Hauptgeschäftsfelder liegen im M&A sowie Bank- und Kapitalmarktbereich, wobei die Kanzleien ihren Mandanten einen Full-Service, sprich Rundumberatung, über Grenzen hinweg bieten möchten

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Zu den nicht international fusionierten deutschen Kanzleien, die dennoch alle eigene internationale Strategien verfolgen gehören Hengeler Mueller, Haarmann Hemmelrath & Partner, Nörr Stiefenhofer Lutz oder Gleiss Lutz Hootz Hirsch. Hengeler Mueller agiert als eine der angesehensten deutschen Sozietäten im sogenannten "high-end" Geschäft, d.h. sie berät bei hochrangigen, oft grenzüberschreitenden Transaktionen und verfolgt dabei keinen Full-Service Ansatz, sondern legt die Schwerpunkte im Gesellschaftsrecht, M&A sowie Finanz- und Kapitalmarktrecht

Die interdisziplinäre Kanzlei Haarmann Hemmelrath & Partner ist in den letzten Jahren durch eine konsequente internationale Expansionspolitik durch die Eröffnung eigener internationaler Büros aufgefallen, zuletzt mit einer Niederlassung in London. Haarmann verfolgt dabei das Ziel, im jeweiligen Land das beste und größte aus dem Ausland kommende Büro zu werden und währende dieses Prozesses zu einer als inländisch wahrgenommenen Einheit zu werden. Nörr Stiefenhofer Lutz ist traditionell stark in Osteuropa vertreten und verfügt dort über mehrere Standorte

CMS Hasche Sigle Eschenlohr Peltzer sowie BBLP Beiten Burkhardt Mittl & Wegener haben als Weg der Internationalisierung die Mitgliedschaft in einem europäischen Verbund gewählt, CMS sowie BBLP, mit Partnerkanzleien in verschiedenen Ländern. Auf lange Sicht steht eine Fusion der Partner zu einer gemeinsamen Kanzlei auf dem Programm. Auf den Hintergrund eines weltweiten Netzwerkes können die Anwaltsarme der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Andersen Luther, PricewaterhouseCoopers Veltins, KPMG Treuhand & Goerdeler GmbH sowie Menold & Aulinger zurückgreifen. Diese Kanzleien haben durch Fusionen mit meist mittelgroßen oder regionalen Kanzleien, wie bei beispielsweise Menold Herrlinger mit der Ruhrgebietskanzlei Aulinger & Spieker im letzten Jahr, oder im Falle von PricewaterhouseCoopers Veltins mit Spezialboutiquen, Standorte hinzugewonnen und Fachbereiche aus- und aufgebaut

Zu der Gruppe der internationalen Kanzleien mit eigenen deutschen Büros gehört Shearman & Sterling. Die Sozietät konnte sich in beeindruckender Weise als einer der Spitzen M&A-Berater etablieren und begleitete beispielsweise Daimler-Benz bei der Fusion mit Chrysler. Weitere Büros ausländischer Kanzleien in Deutschland, sind Allen & Overy, Cleary Gottlieb Stehen & Hamilton, Jones, Day, Reavis & Pogue oder die in diesem Jahr neu dazugekommenen Hogan & Hartson, Weil, Gotshal & Manges und Willkie Farr & Gallagher

Dieser Artikel ist erschienen am 18.10.2001