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Das müssen Sie wissen

Arbeitsverhältnis, Einsatzdauer, Gehalt und Urlaub. Hier lesen Sie die wichtigsten Eckdaten zur Zeitarbeit im Überblick.
Arbeitsverhältnis: Zeitarbeitsunternehmen sind verpflichtet, mit ihren Mitarbeitern unbefristete Arbeitsverträge abzuschließen. Der Chef leiht sein Personal dann an Kundenunternehmen aus und trägt das Risiko von Leerlaufzeiten seiner Mitarbeiter, wenn sich kein Folgeauftrag findet.Einsatzdauer: Mitarbeiter können inzwischen dauerhaft über Jahre einem einzigen Kunden überlassen oder nur für die Dauer eines Verleihauftrages vom Zeitarbeitgeber eingestellt werden. Eine mehrmalige Befristung innerhalb von zwei Jahren ist möglich. Zeitarbeitnehmer, die bereits zuvor im Verleihunternehmen tätig waren, können jederzeit wieder eingestellt werden, dann allerdings nur unbefristet.

Die besten Jobs von allen

Equal Treatment: Von Anfang an gelten für Zeitarbeiter die gleichen Arbeitsbedingungen einschließlich Entgelt wie für vergleichbare Mitarbeiter des Kundenbetriebs. Lediglich für zuvor arbeitslose Zeitarbeitnehmer ist die Anwendung des Equal-Treatment-Grundsatzes in den ersten sechs Wochen nicht zwingend.Probezeit: Darf höchstens sechs Monate betragen.Gehalt: Seit 2004 sieht der einheitliche BZA-Branchentarifvertrag, den die größten Unternehmen unterstützen, neun Gehaltsgruppen vor, die sich nach Ausbildung und Tätigkeit richten; für Akademiker sind nur die beiden höchsten relevant. Für FH-Absolventen gilt "Gruppe acht". Das bedeutet: 13,84 Euro/Stunde in 2005, 14,18 und 14,54 Euro in 2006 und 2007. Uni-Absolventen oder FHler mit viel Berufserfahrung fallen in "Gruppe neun". Dort gibt es 15,89/Stunde in 2005, 16,28 in 2006 und 16,69 Euro ab 2007. Das sind Mindestvorgaben, in höheren Positionen sind die Verträge frei verhandelbar.Zulagen: Zeitarbeiter, die längere Zeit an denselben Kunden ausgeliehen werden, kassieren extra: Nach drei Monaten erhöht sich der Stundensatz um zwei Prozent, nach sechs Monaten um 3,5, nach neun Monaten um fünf Prozent. Den Spitzenzuschlag von 7,5 Prozent gibt es ab einem Jahr.Urlaub: Jedem Zeitarbeiter stehen pro Jahr mindestens 24 Werktage bezahlter Urlaub zu. Sozialleistungen: Das Zeitarbeitsunternehmen übernimmt alle üblichen Sozialleistungen wie Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherung, bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.Leerlaufzeiten: Hat das Zeitarbeitsunternehmen nach Ende eines Einsatzes keinen neuen Job für einen Mitarbeiter, so bekommt dieser trotzdem die im Arbeitsvertrag vereinbarte Vergütung. Er muss sich aber täglich für einen neuen Einsatz bereithalten.Kündigung: Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt für Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Probezeit 14 Tage, danach einen Monat.Zeugnis:Das Zeitarbeitsunternehmen muss seinem scheidenden Mitarbeiter ein qualifiziertes Zeugnis ausstellen.Gütekriterium: Jedes Zeitarbeitsunternehmen braucht eine behördliche Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung. Rund 1.500 Unternehmen sind im Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen (BZA) zusammengeschlossen. Eine Liste der Unternehmen findet sich unter www.bza.de. Die Mitgliedschaft ist ein verlässliches Qualitätsmerkmal.Checkliste: Für die Wahl der richtigen Zeitarbeitsfirma findet sich in der Broschüre "Zeitarbeit" eine Checkliste, die einen guten Überblick über das Thema bietet. Das Heft wird vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag herausgegeben und kostet 8,50 Euro.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.08.2005