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Das Innenleben europäischer Führungskräfte

Das Führungsverhalten deutscher, englischer und französischer Top-Manager unterscheidet sich gravierend. Dabei kann jedem Land ein bestimmter Typus zugeordnet werden: der leistungsorientierte Brite, der autokratische Franzose und der deutsche Demokrat. Das geht aus der von der Human-Resources-Beratung DDI durchgeführten Kurzbefragung ?Leaders on Leadership? hervor.Für viele der 201 befragten Top-Manager ist es ein großer Vorteil ihres Jobs, talentierte Mitarbeiter in ihrem Unternehmen fördern zu können. Dies gilt besonders für die britischen Industriekapitäne, von denen dies 70 Prozent angaben. Auch in Deutschland rangiert das Entwickeln von Talenten auf dem ersten Platz der Highlights im beruflichen Leben eines Top-Managers. 50 Prozent der Befragten nannten dieses Kriterium, während es in Frankreich nur 14 Prozent waren.

Die besten Jobs von allen

Auf den Plätzen zwei und drei der Job-Vorteile folgen bei den deutschen Führungskräften mit 46 Prozent die ?Freiheit, Entscheidungen weitgehend autonom treffen zu können? sowie die ?Fähigkeit, Einfluss nehmen zu können?. Diese beiden Kategorien gehören auch bei den Briten zu den Top-3. Die Franzosen genießen es besonders, Entscheidungen ohne Einmischung fällen zu können: 65 Prozent sehen dies als beste Eigenschaft ihrer Position ? folgerichtig empfinden sie es auch als besonders störend, wenn ihre Entscheidungen angefochten werden.Während 96 Prozent der Briten und 52 Prozent der Deutschen es begrüßen, dass ihre Entscheidungen kritisch hinterfragt werden, sehen dies nur 29 Prozent der Franzosen so. Französische Top-Manager empfinden es hingegen als besonders angenehm, sich ein handverlesenes Team zusammenstellen zu können und genießen die öffentliche Anerkennung, die ihre Position mit sich bringt. Mehr als 30 Prozent der Befragten gaben in Frankreich an, dass sie ihren hohen sozialen Status sehr schätzen, während es in Deutschland nur 16 Prozent und in Großbritannien sogar nur 2 Prozent waren.
Dieser Artikel ist erschienen am 02.02.2006