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Das Geheimnis der drei Streifen

Student Michael Möller, 26 Jahre, hat im Rahmen der Volks- und Raiffeisenbankinitiative ?fit for finance funjob? ein einwöchiges Schnupperpraktikum exklusiv für karriere-Leser beim Sportartikelhersteller Adidas gewonnen. Er wird vom 1. bis 6. August in der Marketingabteilung von Company Sports in Herzogenaurach mitarbeiten, in der Sports-Events für die Adidas-Mitarbeiter organisiert werden. Hier berichtet Michael Möller täglich von seinen Erfahrungen.
1. TagHeut früh um 9 Uhr, stand ich noch am Empfang am Addi Dassler Platz, ein paar Minuten später hatte ich auch schon einen Werksausweis in der Hand. Jetzt bin ich also dabei und schon geht?s los.

Die besten Jobs von allen

Am Anfang steht natürlich ein Rundgang über das Gelände. Obwohl, von ?einem? Gelände kaum die Rede sein kann. Da wäre zum einen die Gebäude am Addi Dassler Platz (hier in der Umgangssprache kurz ADP) genannt. Sogar im alten Haus von Addi Dassler stehen neben seinem Kamin die Schreibtische der adidas-Mitarbeiter. Was für ein historischer Arbeitsplatz.Mit dem Shuttle Bus geht?s weiter Richtung World of Sports, einem ultra modernen Komplex mit einem Wahnsinns-Ambiente. Überwältigt war ich von den tollen Sportmöglichkeiten auf dem Gelände. Da ist nicht einfach nur ein moderner Sportplatz, auf dem auch hin und wieder die Fußball-Nationalmannschaft anzutreffen ist. Hier findet man einfach an allen Ecken Betätigungsfelder. Da geht man halt mal in der Mittagspause Beachvolleyball spielen oder trifft sich früh auf eine Runde Basketball. Ich denke, da werde ich auch das eine oder andere Mal meine Glieder bewegen.Ich darf natürlich den Outlet Store nicht vergessen. Ich denke, da muss ich auch noch etwas mehr Zeit verbringen. Nach einem super Mittag (war grad afrikanische Woche) geht?s weiter zu Company Sports, meiner Fachabteilung für die nächste Woche. Was wird hier wohl gemacht? Der Name sagt es schon. Sportveranstaltungen und andere Events werden für Mitarbeiter und deren Angehörige organisiert ? und dabei meine ich nicht einen Ausflug ins Umland.Ich komme grad für eine Planung zum Berlin Marathon hinzu. Jetzt sagt man mir auch, ob ich nicht Lust auf ein wenig Wakeboarden (so was wie ?Snowboarden? im Wasser) am Samstag habe. Na, da sag ich doch nicht Nein! Ich bekomme auch mein erstes Projekt. Zum Winter steht ein Biathlon Wettkampf mit dem ehemaligen Weltklassebiathleten Fritz Fischer an. Meine Aufgabe ist es nun, dies zu organisieren, mit allem drum und dran. Na dann, los geht?s!!Mein Fazit: Ein durch und durch überwältigender erster Tag in einer super Atmosphäre! 2. TagJa, der zweite Tag bei adidas ist auch schon fast wieder vorbei. Diesmal ging es gleich bei Company Sports los, meiner Fachabteilung für die Funjob-Woche.Das mir aufgetragene Projekt, ein Biathlon-Event mit der Legende dieses Sports Fritz Fischer zu organisieren, war natürlich Priorität eins. Dabei geht es hier aber nicht nur um die entsprechende Organisation, sondern auch um eine ansprechende Gestaltung im Wintersportkatalog. Dazu gehört das Fotomaterial, welches zu organisieren ist, ebenso wie das Verfassen eines motivierenden Textes.Darüber hinaus sammelt man aber auch im Tagesgeschäft der Abteilung, wenn man dies überhaupt so nennen kann, tolle Eindrücke, was hier so alles möglich ist. Nebenher kommt natürlich auch die Kommunikation mit den anderen Mitarbeitern, aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Bereichen nicht zu kurz. Durch die tolle offene Atmosphäre lernt man einfach wahnsinnig schnell neue Leute kennen. Da ist dann auch schon mal jemand aus geheimen Bereichen der Entwicklung dabei.Alles sehr sehr spannend, spannend, spannend.Morgen ist dann auch schon mein letzter Tag hier im Büro. Donnerstag und Freitag werde ich meine Erfahrungen unter extremeren Bedingungen machen. Es geht raus zu einem Outdoor-Event, wobei ich als Gruppenbetreuer eingesetzt werde.Das Rahmenprogramm lässt natürlich nichts zu wünschen übrig, aber dazu später mehr! 3. TagDie Mitte der Woche ist nun da. Leider viel zu früh, aber auch heute ging wieder so Einiges, bei den drei Streifen hier im Frankenland. Abgesehen vom Fritz Fischer Projekt war ich heut beim Produktmanagement aktiv. Hier konnte ich für eine Präsentation der neuen Männerkollektion die entsprechenden Teile zusammenstellen. Das heißt ich hab da quasi die Models angezogen. Auch konnte ich hier einen tiefen Einblick in die Strukturen der einzelnen Marketingbereiche gewinnen. Die Schritte, welche durchlaufen werden, bis eine neue Kollektion bei den Händlern vor Ort liegt, waren ebenso das Thema wie der Vertrieb an sich. Eine sehr interessante Angelegenheit!!Aber da ist ja noch mehr! Der ein oder andere wird es wohl gehört haben, adidas übernimmt Reebok. Was hier jetzt los ist, kann man sich ja vorstellen. Da hat sich auch mein Programm für morgen etwas geändert. Ich werde das Outdoor Event etwas verschieben und stattdessen in die PR Abteilung gehen und hautnah miterleben, was da jetzt wohl los ist. Von Langeweile kann hier also keine Rede sein! 4. TagBesondere Ereignisse verlangen schnelle Entscheidungen. Somit verbrachte ich den heutigen Tag in der PR-Abteilung des Unternehmens. Einen Tag nachdem die Nachricht des Reebok-Deals öffentlich gemacht wurde war da natürlich die Hölle los!Es mussten alle Anzeigen über das Reebok-Geschäft geprüft werden, um diese in einem speziellen Report zusammenstellen. Mehrere Agenturen sammeln hierbei die relevanten Artikel aus Zeitungen rund um den Erdball. Telefone glühten, da Reporter aus aller Herren Länder nähere Informationen haben wollten.Die Arbeitsweise und das Aufgabengebiet der Abteilung kann man bei einer derartigen Atmosphäre natürlich besonders gut einsehen.Auch war seit längerem, unabhängig von der Reebok-Geschichte, der Besuch von Edmund Stoiber zu organisieren. Dieser fand am Mittwoch statt, und da konnte ich im nachhinein auch noch den Ablauf nachvollziehen.Wiedermal ein spannender Tag bei adidas!5. TagGestern bin ich zum Campen aufgebrochen. Genauer gesagt handelte es sich dabei um das Kids Camp. Das wird von Company Sports für die Kinder der Mitarbeiter organisiert. Diese Woche waren die Kleinsten dran, Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahre. Eine ganz neue Erfahrung für mich. Die 34 Kinder zu beschäftigen war mit viel Spaß verbunden.Nach Fußballspielen, Nachtwanderung und Lagerfeuer wurden die Kleinen dann langsam müde und auch ich konnte mich zur Ruhe begeben.Heute morgen ging es dann nach dem Frühstück zusammen mit der Försterin in den Wald. Diese hatte für die Kinder extra ein tolles Programm zusammengestellt, so dass der Vormittag wie im Fluge verging. Danach hieß es Mittagessen, Zeltabbau und schon ging es wieder zurück Richtung Herzogenaurach.Hier folgte ein weiteres Highlight in meiner adidas-Woche. Ich habe eine Führung durch die Themenparks bekommen. Das sind die Hallen, die für die Reporter und Händler vorgesehen sind. Hier werden die neuen Kollektionen und Technologien vorgestellt. Dabei werden Videoinstallationen eingesetzt, die durch die Bewegung bestimmter Gegenstände z.B. eines Schuhes gestartet werden. Sehr interessant! Hier konnte ich mich bereits ausführlich über die geplanten Neuerungen für das Jahr 2006 schlau machen. Ich kann nur sagen: Da kommen noch einige tolle Sachen auf den Markt!Besonders das Equipment für die Fußball WM 2006 war sehr spannend. Aber auch die Technologien des ersten intelligenten Schuhes und dessen Nachfolger haben mich sehr fasziniert. Aus dem Heritage-Bereich, die Retro Sachen von adidas mit dem bekannten Kleeblatt, wollte ich am liebsten gar nicht mehr raus. Dazu kommen noch die tollen Sachen aus der Y3 Kollektion: zwar wahnsinnig teuer, aber sehr geil. Die wollte ich auch am liebsten gleich anlassen. 6. TagHeute ging so richtig was ab. Habe zwar total Muskelkater, aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Früh um 8 Uhr sind wir zum Wassersportparadies Steinberger See aufgebrochen.Nach einer kurzen Einweisung haben wir uns dann unsere Boards geschnappt und es konnte losgehen. Da das Wetter vormittags noch nicht ganz so gut war, haben wir uns doch lieber für Neoprenanzüge entschieden. Zwar konnte man auch Wasserski, Monoski und noch einiges mehr ausprobieren, aber das Wakeboard ist einfach etwas Besonderes ? und sehr viel schwerer zu bändigen als die Ski.Für einen (noch) nicht Snowboarder wie mich war das schon eine Herausforderung. Am Anfang habe ich auch einige spektakuläre Stunts hingelegt. Mit der Zeit ging es aber immer besser und je lockerer man auf dem Board steht desto besser wird es auch. Jedenfalls habe ich dann auch bald meine Runden gedreht und es war einfach nur Wahnsinn! Für mich steht jetzt schon fest, dass ich das 100prozentig weitermachen werde. Ich habe auch schon die nächste Wakeboard-Möglichkeit in meiner Umgebung ausfindig gemacht.Ein absolut würdiger Abschluss einer grandiosen Woche.Ich kann gar nicht glauben, dass es schon vorbei sein soll. Ich werde natürlich auch weiterhin mit den Leuten hier bei adidas in Kontakt bleiben und hoffentlich noch bei dem ein oder anderen Sportevent teilnehmen.Vielleicht habe ich hier sogar schon den Traumarbeitgeber gefunden?
Dieser Artikel ist erschienen am 02.08.2005