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Katja Stricker
655 Euro geben Studenten im Schnitt monatlich für Miete, Essen, Klamotten und Co. aus, ein Großteil davon ist selbst verdient. Zwei Drittel aller Studenten bessern Bafög und Eltern-Zuschuss mit Nebenjobs auf - oft gleich mit mehreren. Doch wie viel Einkommen ist erlaubt? Ab wann schlagen Fiskus und Pflichtversicherungen zu? Die wichtigsten Regeln für Ferien- und Dauerjobber, Bafög-Empfänger und Praktikanten.
Wie viel Einkommen ist erlaubt?
325-Euro-Jobs

Sozialabgaben: Ob Student oder nicht: Wer einen so genannten 325-Euro-Job hat, ist geringfügig beschäftigt und damit nicht sozialversicherungspflichtig. Was bedeutet: keine Extrabeiträge für Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung. Bedingung: Man verdient regelmäßig höchstens 325 Euro im Monat, arbeitet wöchentlich weniger als 15 Stunden, und der Arbeitgeber überweist aus eigener Tasche pauschal zehn Prozent des Lohns an die Krankenkasse und zwölf Prozent an die Rentenversicherung.
Steuern: Auch von den Steuern kann sich ein 325-Euro-Jobber befreien lassen. Die entsprechende Freistellungsbescheinigung vom Finanzamt muss man beim Arbeitgeber einreichen. Vergisst man das, ist der Chef verpflichtet, pauschal 20 Prozent Steuern vom Verdienst abzuführen. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass der Student keine weiteren Einkünfte hat. Bafög zählt dabei nicht als steuerpflichtiges Einkommen.
Für Multi-Jobber: Hat ein Student mehrere 325-Euro-Jobs oder andere Einkünfte, erhält er keine Freistellungsbescheinigung, ist also steuerpflichtig. Er kann sich entweder pauschal 20 Prozent des Lohns abziehen lassen oder dem Arbeitgeber seine Lohnsteuerkarte geben und sich dann nach seinem individuellen Steuersatz besteuern lassen. Tipp: Meist ist es für Studenten günstiger, auf Karte zu arbeiten, denn ein Monatsverdienst von bis zu 864 Euro bleibt steuerfrei.
Allgemein gilt: Bei mehreren Mini-Jobs werden Verdienste und Arbeitszeiten zusammengezählt. Überschreitet der Jobber die Grenzen für Geringfügigkeit, gelten für die Regelungen, die unter "Arbeiten im Semester" beschrieben sind. Außen vor bleiben in der Berechnung Aushilfsjobs. Davon kann man so viele haben wie man verkraftet, so lange man sich an die zeitlichen Grenzen hält.

Aushilfsjobs

Die besten Jobs von allen


Sozialabgaben: Neben den 325-Euro-Jobs können auch höher dotierte Aushilfsjobs unter die Kategorie "geringfügige Beschäftigung" fallen. Dann nämlich, wenn sie von vornherein befristet und auf maximal 50 Arbeitstage oder zwei Monate pro Jahr beschränkt sind.
Auf Aushilfsjobs werden keine Sozialabgaben fällig. Wie viel der Student arbeitet oder verdient, spielt keine Rolle. Auch nicht, ob der Job während der Vorlesungszeit oder in den Semesterferien läuft, solange die Zweimonats-Frist eingehalten wird. Seine Krankenkassenbeiträge muss der Student aber weiter bezahlen (siehe Kapitel "Kranken- und Pflegeversicherung").
Steuern: Im Gegensatz zu den 325-Euro-Jobs sind Aushilfsjobs steuerpflichtig. Der Arbeitgeber zieht entweder pauschal 25 Prozent vom Lohn ab oder der Student arbeitet auf Lohnsteuerkarte und lässt sich individuell besteuern. Das ist in der Regel die bessere Variante, denn wer weniger als 10.368 Euro pro Jahr (Grundfreibetrag für Ledige von 7.235 Euro plus Werbungskosten- und Sonderausgabenpauschalen) verdient, den verschont das Finanzamt.
Für Multi-Jobber: Arbeitet ein Student mit mehreren Aushilfsjobs im Laufe von zwölf Monaten mehr als 26 Wochen, gilt er als normaler Arbeitnehmer und muss Sozialabgaben zahlen. Gezählt werden allerdings nur die Jobs mit mehr als 20 Wochenstunden.

Arbeiten im Semester

Sozialabgaben: Wenn ein Student während des Semesters jobbt und dabei mehr als 325 Euro im Monat verdient, wird es kompliziert. Ob Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig werden, hängt vom Umfang seines Nebenjobs ab.
Generell gilt: Sozialversicherungsfrei bleiben Jobs, die das Studium nicht beeinträchtigen. Das wird immer dann unterstellt, wenn der Student maximal 20 Stunden pro Woche arbeitet. Wie viel er dabei verdient, interessiert niemanden.
Bei mehr als 20 Wochenstunden muss im Einzelfall geklärt werden, ob das Studium wirklich noch im Vordergrund steht. So darf beispielsweise die Arbeitszeit durchaus über 20 Stunden liegen, wenn der Student außerhalb der Uni-Zeiten jobbt, also etwa abends und am Wochenende kellnert. Zuständig für die Beurteilung ist die jeweilige Krankenkasse. Laufen mehrere Jobs parallel, werden die wöchentlichen Arbeitszeiten addiert.
Wer mehr als 20 Wochenstunden arbeiten will oder muss, sollte das während der Semesterferien tun. Da zählt die Zeitklausel nicht, selbst ein Fulltime-Job ist dann okay (siehe Kapitel "Ferienjobs").
Bei der Rentenversicherung sind die Regeln einfacher: Studenten müssen wie jeder andere Arbeitnehmer Pflichtbeiträge zahlen, wenn ihr Job nicht mehr als geringfügig durchgeht, sie also 15 und mehr Stunden pro Woche arbeiten oder mehr als 325 Euro verdienen. Der Beitrag zur Rentenversicherung beträgt momentan 19,1 Prozent vom Gehalt; Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich diesen Betrag.
Steuern: Grundsätzlich sind alle Jobs, die über der 325-Euro-Grenze liegen, steuerpflichtig. Ein Student muss in diesem Fall seinem Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte vorlegen und wird danach besteuert. Die Karte bekommt er bei der Gemeinde, in der er gemeldet ist. In der Regel wird Otto-Normal-Student in Steuerklasse eins geführt. Wer mehrere Jobs gleichzeitig hat, muss sich zusätzliche Karten ausstellen lassen. Die haben dann allerdings Steuerklasse sechs, und das bedeutet erst mal üppige Abzüge. Am Jahresende aber kann sich der Student über die Steuererklärung einen Teil oder auch alle gezahlten Steuern zurückholen. Wer weniger als 10.368 Euro im Jahr verdient hat, bleibt auf jeden Fall vom Fiskus verschont.

Ferienjobs

Sozialabgaben: Wer in den Semesterferien arbeitet, muss generell keine Extrabeiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Verdienst, Arbeitszeit und Dauer des Jobs sind völlig egal, solange die Beschäftigung nur auf die vorlesungsfreie Zeit begrenzt ist.
Anders bei der Rentenversicherung: Beitragspflichtig ist ein Student grundsätzlich dann, wenn er mehr als 325 Euro im Monat verdient oder 15 Wochenstunden und mehr arbeitet. Beitragsfrei ist er, wenn der Job von vorneherein auf zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr beschränkt ist, also als Aushilfsjob durchgeht. Dauert die Beschäftigung länger, werden ab der Zwei-Monats-Marke Beiträge fällig.
Wichtig: Auch für Jobs in den Semesterferien gilt die 26-Wochen-Grenze. Hat ein Student innerhalb der letzten zwölf Monate mehr als 26 Wochen nebenher gejobbt und jeweils mehr als 20 Stunden in der Woche gearbeitet, wird er sozialversicherungspflichtig. Er muss also Beiträge für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abführen.
Steuern: Dem Finanzamt ist es gleich, ob der Student sein Geld im Semester oder in den Ferien verdient, deshalb gelten für die Besteuerung des Einkommens die gleichen Regeln wie im Kapitel "Arbeiten im Semester".

Praktika

Sozialabgaben: Ob Studenten während eines Praktikums Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung bezahlen müssen, hängt davon ab, wann das Praktikum stattfindet und ob es Pflichtprogramm oder freiwillig ist.
Bei einem in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenen Praktikum, das während des Studiums absolviert wird, bleibt der Verdienst sozialabgabenfrei - unabhängig von Dauer, Bezahlung und Arbeitszeiten.
Läuft das Pflichtpraktikum dagegen vor oder nach dem Studium, werden Sozialabgaben fällig, unabhängig von Beschäftigungsdauer und Verdiensthöhe.
Auch wer ein freiwilliges Praktikum vor oder nach dem Studium absolviert und dafür Geld bekommt, ist grundsätzlich sozialversicherungspflichtig. Ausnahme: Das Praktikum geht als geringfügige Beschäftigung durch, sprich: der Praktikant verdient höchstens 325 Euro im Monat und arbeitet weniger als 15 Stunden pro Woche. Ohne Beiträge kommt man auch davon, wenn das Praktikum von vornherein auf zwei Monate befristet ist. Diese Regel greift aber nur einmal in zwölf Monaten.
Bei einem freiwilligen Praktikum während des Studiums werden Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung nur fällig, wenn der Student mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Die Höhe des Verdienstes spielt dabei keine Rolle.
In die Rentenversicherung muss er einzahlen, wenn er mehr als 325 Euro im Monat verdient - unabhängig von der Arbeitszeit.
Steuern: Bei der Besteuerung macht es keinen Unterschied, ob Studenten ihr Geld mit einem Praktikum oder einem Nebenjob verdienen. Wer nach Berücksichtigung aller Freibeträge unter 10.368 Euro im Jahr verdient, muss nicht mit dem Staat teilen.

Selbstständig Arbeiten

Sozialabgaben: Studenten, die nicht per Arbeitsvertrag angestellt sind, sondern auf Honorarbasis oder auf Rechnung arbeiten, gelten als Selbstständige. Sozialversicherungsbeiträge müssen sie in der Regel nicht zahlen. Einige Berufsgruppen, zum Beispiel Lehrer, Erzieher, Künstler, Pflegepersonal und Journalisten, sind aber auch als Selbstständige bei der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Das gilt gleichermaßen für Studenten, die in einem dieser Berufe arbeiten. Als Beitrag müssen derzeit 19,1 Prozent des Honorars an die Rentenversicherung gezahlt werden. Keine Regel ohne Ausnahme: Erfüllt die Selbstständigkeit die Kriterien der Geringfügigkeit, liegt also der regelmäßige Verdienst unter 325 Euro und die Arbeitszeit unter 15 Wochenstunden, muss der Selbstständige nicht in die Rentenkasse einzahlen. Der günstige Studententarif in der Krankenkasse fällt weg, sobald man mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, der Verdienst spielt keine Rolle.
Steuern: Selbstständige müssen sich als Erstes informieren, ob sie als "Freiberufler" oder "Gewerbetreibender" durchgehen. Zu den Freiberuflern gehören alle, die journalistisch, schriftstellerisch, unterrichtend, erziehend oder künstlerisch arbeiten. Sie müssen beim Finanzamt nur ihre Tätigkeit angeben und bekommen eine Steuernummer. Alle anderen Selbstständigen müssen erst beim Ordnungsamt ihr Gewerbe anmelden und beim Finanzamt dann ebenfalls eine Steuernummer beantragen.
Großer Nachteil: Gewerbetreibende haben nicht nur Einkommensteuer, sondern auch Gewerbesteuer zu zahlen. Die bleibt Freiberuflern erspart.
Für beide Typen gilt: Der Gewinn aus der selbstständigen Tätigkeit (Einnahmen wie Honorare minus Ausgaben, etwa Büro- und Arbeitsmaterial, Fahrtkosten) muss als Einkommen versteuert werden. Wer keine Ausgabenquittungen vorlegt, dem erkennt das Finanzamt pauschal 25 Prozent seiner Einnahmen als absetzbare Ausgaben an - bis zu einem Betrag von 612 Euro.
Selbstständige Studenten müssen auf jeden Fall eine Steuererklärung machen - egal, was sie verdient haben. Immerhin gilt wieder die 10.368-Euro-Marke, unterhalb derer der Fiskus nicht zugreift.
Grundsätzlich sind Selbstständige verpflichtet, auf jede Rechnung Umsatzsteuer draufzuschlagen - und diese Mehreinnahmen regelmäßig ans Finanzamt weiterzuleiten. Vorher davon abziehen können sie die Mehrwertsteuer, die sie selbst gezahlt haben, zum Beispiel beim Kauf von Büromaterial, Büchern oder Computern.
Von der Umsatzsteuerpflicht kann sich befreien lassen, wer beim Jahresumsatz unter 50.000 Euro bleibt. Das spart eine Menge Papierkram, kostet aber auch die Möglichkeit, selbst gezahlte Mehrwertsteuer wieder reinzuholen.

Jobben & Bafög

Jeder vierte Student kassierte im vergangenen Jahr Bafög - gut 400.000 insgesamt. 44 Prozent der Glücklichen hatten in 2001 Anspruch auf die volle Förderung. Wer noch bei seinen Eltern wohnt, bekommt maximal 432 Euro im Monat; für Studenten mit eigener Bude liegt der Höchstsatz bei 585 Euro.
Beim Bafög-Amt können Studenten sich vorab ausrechnen lassen, ob und wie viel Bafög sie bekommen. Dafür den Einkommensteuerbescheid der Eltern aus dem vorletzten Jahr mitbringen. Weitere Infos unter www.das-neue-bafoeg.de, unter der gebührenfreien Hotline 0 800.2 23 63 41 oder beim örtlichen Studentenwerk.
Wer nebenbei noch arbeitet, muss aufpassen: Bafög-Empfänger dürfen nicht mehr als 4.330 Euro brutto im Jahr verdienen, sonst wird die Förderung gekürzt. Pro Monat sind also rund 360 Euro erlaubt, ein 325-Euro-Job ist zum Beispiel ohne Probleme drin. Ersparnisse des Studenten bleiben bis 5.200 Euro unberücksichtigt, weiteres Vermögen mindert das Bafög. Das Finanzamt interessiert sich nicht fürs Bafög; die Fördergelder müssen nicht versteuert werden.

Krankenversicherung

Damit kein Student auf die gefährliche Idee kommt, Geld zu sparen, indem er auf seine Absicherung bei Krankheit pfeift, hat der Staat bis zum 14. Fachsemester oder 30. Lebensjahr ein Pflichtprogramm vorgesehen.
Beliebt ist die kostenlose Mitversicherung in der Familienversicherung eines Elternteils. Das geht aber nur in der Gesetzlichen Krankenversicherung und bis zum 25. Lebensjahr. Für Studenten, die beim Bund waren oder Zivildienst geleistet haben, steigt die Altersgrenze entsprechend. Aus der Familienversicherung fliegt, wer in seinem Nebenjob regelmäßig mehr als 335 Euro pro Monat verdient. Eventuell können auch noch Werbungskosten abgezogen werden. Ein 325-Euro-Job ist also allemal drin. Auch ein Aushilfsjob von maximal zwei Monaten ist kein Problem: Der Lohn zählt nicht, da er nicht regelmäßig ist.
Wer aus der Familienversicherung herausfällt, sollte sich eine so genannte studentische Krankenversicherung zulegen. Der Beitrag ist bei gesetzlichen wie privaten Krankenversicherern gleich hoch. Für das Semester 2002/2003 liegt er bei 45,67 Euro pro Monat für die Krankenversicherung plus 7,92 Euro pro Monat für die Pflegeversicherung. Die ist übrigens auch Pflicht. Der günstige Studententarif fällt weg, sobald man mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet, der Verdienst spielt keine Rolle.
Wer älter als 30 ist oder länger als 14 Semester studiert, kann nicht mehr Mitglied in der beitragsgünstigen studentischen Krankenversicherung bleiben, sondern gilt fortan als Nicht-Student. In der Gesetzlichen Krankenversicherung richten sich die Beiträge dann nach dem Einkommen, in der Privaten nach dem Alter, dem gewählten Tarif und dem Gesundheitszustand.

Kindergeld und Co. - so kassieren die Eltern

Kindergeld: Wenn Studenten jobben, riskieren sie die Streichung des Kindergeldes, das ihre Eltern für sie erhalten. Generell bekommen Eltern für ihre studierenden Sprösslinge nur dann Kindergeld, wenn diese nicht mehr als 7.188 Euro, ab 2004 7.428 Euro, im Jahr einnehmen. Dazu zählen alle steuerpflichtigen Einkünfte, wie der Verdienst aus Nebenjobs oder Praktika abzüglich der Arbeitnehmerpauschale von 1.044 Euro. Hinzu kommen die Bezüge des Studenten, die nicht steuerpflichtig sind. Darunter fallen die Hälfte des Bafögs (der Teil, der als Zuschuss gewährt wird), steuerfreier Arbeitslohn, etwa aus einem 325-Euro-Job, und alle Zinsen, selbst wenn sie unter dem Sparerfreibetrag von 1.601 Euro liegen. Von den steuerfreien Bezügen darf man jährlich eine Kostenpauschale von 180 Euro abziehen. Zusätzlich kann der Student Mehrkosten für seine Ausbildung wie Studiengebühren und Fahrtkosten von den Einnahmen abrechnen. Ab 27 ist generell Schluss mit Kindergeld.
Ausbildungsfreibetrag: Seit Januar 2002 bekommen Eltern für jedes volljährige Kind, das in der Berufsausbildung ist und nicht mehr zu Hause wohnt, einen Ausbildungsfreibetrag von 924 Euro im Jahr. Um ihn zu retten, müssen Studenten ihre Einkünfte und Bezüge unter 1.848 Euro im Jahr drücken.
Wohnbauförderung: Geht der Anspruch auf Kindergeld auf Grund des studentischen Einkommens flöten, müssen die Eltern auch auf die Kinderzulage bei der Wohnbauförderung verzichten. Das sind 767 Euro pro Jahr. Ob der Staat diese Förderung auszahlt, kontrollieren die Finanzbeamten jedes Jahr neu.
Eigenheimzulage: Ohne Anspruch auf Kindergeld sinkt bei den Eltern auch die Einkommensgrenze, die wichtig ist für die Bewilligung der Eigenheimzulage, um 30.678 Euro. Aber da können Eltern tricksen: Diese Grenze wird nur einmalig geprüft, nämlich dann, wenn der Antrag auf Zulage gestellt wird. Bis dahin sollte es der Nachwuchs tunlichst vermeiden, den Kindergeldanspruch durch zu viel Jobben zu verlieren. Ist die Eigenheimzulage erst mal bewilligt, ist das Studenteneinkommen egal.

Nachschlag

Startertipps.
Akademische Arbeitsgemeinschaft, Mannheim 2002, 24,95 Euro.
Das Kapitel "Studenten und Sozialversicherung", gibt es zum kostenlosen Download unter www.jungekarriere.com/startertipps

Schüler-Studenten-Praktikanten.
Lohnsteuerliche, sozialversicherungsrechtliche und arbeitsrechtliche Behandlung.
Schönfeld/Reimers/Hofmann, Verlagsgruppe Jehle Rehm, München 2002, 14,80 Euro

Students at Work.
Broschüre des Deutschen Gewerkschaftsbundes unter www.dgb-jugend.de, Publikationen, Broschüren.

Studentenjobs und Sozialversicherung.
Faltblatt der Landesversicherungsanstalt Westfalen
unter www.lva-westfalen.de, Online-Service, Broschüren. Dort gibt es auch ein Faltblatt zu "325-Euro-Jobs".
Dieser Artikel ist erschienen am 15.11.2002