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Dalman verlässt Vorstand der Commerzbank

Von C. Wanner, R. Landgraf, M. Maisch, Handelsblatt
Außer Mehmet Dalman werden voraussichtlich weitere Investmentbanker die Commerzbank verlassen. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfahren hat, wird Dalman, der das Investment-Banking im Vorstand verantwortet, in Kürze die Bank verlassen, um sich mit einem Hedge-Fonds selbstständig zu machen.
FRANKFURT/M. Folgen könnte ihm unter anderem Mark Richardson, der das Geschäft mit Aktienderivaten bei der Bank leitet, hieß es in der Branche. Ein Banksprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.Über einen bevorstehenden Abgang Dalmans wird schon seit längerem in der Branche spekuliert, zuletzt Anfang Juli. Schon damals hieß es, der Banker, der das Investment-Banking des Instituts mit aufgebaut hat, wolle einen Hedge-Fonds gründen. Dazu beigetragen hatten Befürchtungen, dass die Sparte in der Bank stark zurückgeschnitten werde. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller hat sich inzwischen fest zum Investment-Banking bekannt. Die Bank unterzieht ihre Einheit jedoch aber gerade einer Überprüfung. An deren Ende dürfte eine noch stärkere Konzentration auf wenige Kernbereiche und eine engere Verzahnung mit dem Firmenkundengeschäft stehen.

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?Dieses Mal meint es Dalman ernst?, hieß es in Bankenkreisen. Von Hedge-Fonds sei der Banker geradezu besessen, er wolle sich endlich voll und ganz seinem Wunschthema widmen. Noch offen ist, ob sich die Commerzbank an Dalmans Projekt beteiligt.Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch bei Deutscher Bank stehen neue Strukturen anMöglicherweise könnte Dalman auch Verstärkung von Investmentbankern erhalten, die das Institut schon in den vergangenen Monaten verlassen haben. Anfang der Woche kündigte Mark Eban, Leiter des Kapitalmarktgeschäfts. Seit dem Frühjahr sind schon der Chef des Aktienhandels Philip Wale, James Kingslake, der Equity Sales verantwortete, und Dalmans langjähriger Mitstreiter Richard Greer gegangen.Dalmans Nachfolger soll Wolfgang Matis werden. Er gilt in der Branche als geeigneter Mann, um die engere Verzahnung der Investmentbank mit der Firmenkundengeschäft voran zu treiben. Matis, der seinen Vertrag noch nicht unterzeichnet hat, kommt von der Deutschen Bank, wo er derzeit das Geschäft mit festverzinslichen Papieren verantwortet. Diese Finanzierungen sind beim gehobenen Mittelstand, bei dem die Commerzbank ihre Marktanteile weiter ausbauen will, besonders gefragt.Auch bei der Deutschen Bank dürften im Investment-Banking weitere Umbesetzungen bevorstehen, hieß es in Finanzkreisen. Sie begründen das mit dem Umbau des Top-Managements. Anshu Jain soll die Bereich Aktien und festverzinsliche Produkte zusammen führen. Dadurch werde sich die Deutsche Bank teilweise von Mitarbeitern trennen müssen. Bisher gibt es keine Angaben zum Umfang des Personalabbaus.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.09.2004