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Contra / Ulrich Voß

Fotos: Tobias Prasse
Ich bin: Ulrich Voß, 30 Jahre alt, gelernter Industriekaufmann, mit BWL-Studium an der FH- Osnabrück.
Ich arbeite: Seit 1. Dezember 2000 als Personalreferent für Aus- und Weiterbildung und Personalmarketing bei Aug. Winkhaus Sicherheitssysteme in Telgte bei Münster.
Nach der fünften Bewerbung hat es geklappt: Winkhaus suchte einen Personalreferenten für die Aus- und Weiterbildung und das Personalmarketing - und die Wahl fiel auf mich. Alles lief sehr schnell: ?Hier ist Ihr Büro, Ihr Handy, Ihr Laptop und Telefon", hieß es. Und dann ging es los. ?Ich habe Sie eingestellt, weil ich nicht die Zeit habe", sagt mein Chef. Natürlich habe ich regelmäßig Kontakt zur Geschäftsleitung und bekomme Rückmeldung. Doch bei der Arbeit bin ich häufig auf mich allein gestellt.

Aber genau das war es, was ich wollte: sofort Verantwortung übernehmen. Inzwischen bin ich gerade ein Jahr im Beruf - und schon für eine Reihe von Aufgaben zuständig, etwa für die Betreuung von über 50 Auszubildenden. Den regelmäßigen Kontakt zu Schulen und Hochschulen habe ich ganz neu aufgebaut. Schon während der ersten Monate konnte ich mein Netzwerk im Unternehmen knüpfen. Das liegt auch an den kurzen Wegen zum Management. Der Geschäftsführer kommt häufig mal kurz rein, und wir besprechen aktuelle Projekte. Ich glaube nicht, dass ein Trainee die wichtigen Personen besser kennen lernen würde.

Die besten Jobs von allen


Auch wenn ich nicht so häufig die Stationen wechsele wie Trainees: Bei der Arbeit komme ich viel rum und habe häufig mit den Mitarbeitern vor Ort zu tun. Auf Auslandseinsätze muss ich zwar verzichten, denn die einzelnen Gesellschaften machen ihre eigene Personalpolitik. Aber darauf kam es mir ohnehin nicht so an. Wie ein Trainee bekomme ich auch als Direkteinsteiger die nötige Weiterbildung, etwa Rhetorik und Präsentationstechnik.

Besonders reizvoll am Direkteinstieg ist, dass ich neue Projekte anstoßen und betreuen kann. Ich habe beispielsweise die Einführungsveranstaltung organisiert, als die neuen Auszubildenden zu uns gekommen sind. Die Einführung dauert jetzt zwei Tage statt früher nur einen halben Tag. Alle neuen Azubis lernen sich dabei kennen. Betriebsrat und Geschäftsführung sind da, und die Produkte von Winkhaus werden ausführlich vorgestellt. Das war eine Menge Arbeit - aber es hat Spaß gemacht.

Ich kann meine Ideen hier umsetzen. Zum Beispiel habe ich regelmäßigen innerbetrieblichen Unterricht für die kaufmännischen Auszubildenden eingeführt. Da geht es um Themen wie .E-Business, Prüfungsvorbereitung oder Team-Projekte. Noch ist das Programm im Aufbau, aber wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen, dann ist das so eine Art kleines Trainee-Programm.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.11.2001