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Claus Remmele

Part 1 / 27.02.2004
Part 2 / 14.03.2004
Part 3 / 22.05.2004

Part 1 / 27.02.2004
Hallo liebe MBA-Interessenten,

Die besten Jobs von allen

es ist amüsant für mich, die ersten Zeilen zu schreiben; noch vor einem guten Jahr saß ich - wie jetzt Ihr - vor dem Computer und habe die MBA-Tagebücher gelesen! Da mir die Tagebücher für meine Entscheidungsfindung sehr geholfen haben, möchte ich nun gerne meine Eindrücke und Erlebnisse mit Euch teilen und hoffe, dass sie hilfreich und unterhaltsam sind.Doch bevor ich in die HECŽtische MBA-Welt eintauche, ein paar Worte über mich und warum ich nun, mit 30 Jahren, noch einmal in einem Studentenwohnheim mit Blick auf einen wunderschönen, grünen Campus vor den Toren ParisŽ sitze.Ich habe in Hohenheim Ökonomie studiert und bereits während meines Studiums im Mobilfunk im Bereich Vertrieb & Marketing gearbeitet. Es war eine sehr spannende Zeit, denn es war die Anfangsphase der Telekommunikations- und Interneteuphorie. Ich hatte eigentlich nie vor, im Bereich Mobilfunk zu arbeiten; mein Herz schlug seit frühester Jugend für den Bereich Finanzen (mit 12 habe ich angefangen Aktienkurse zu verfolgen und aus Mangel eines Computers selbst Charts gezeichnet); dennoch blieb ich dort vier Jahre hängen, bevor ich den Absprung zu einer Privatbank geschafft habe. Per Zufall bin ich dann per Internet mit einem Venture Capitalist in Kontakt gekommen, der mir anbot, für ihn die Niederlassungen eines seiner Ventures in München und Miami zu gründen. Die Aufgabe klang sehr verlockend und ich beendete mein Engagement bei der Bank bereits nach wenigen Monaten, um nach Miami zu gehen. Es war die absolute Hochzeit des Internethype! Ich bin viel herumgekommen und habe sehr viele interessante und verrückte Menschen kennen gelernt! Diese Zeit war super spannend und lehrreich! Nach Beendigung meines Jobs bot der Venture Capitalist mir an, weitere Aufgaben für ihn zu übernehmen. Da ich aber der Ansicht war, ich müsse mein Uni-Diplom noch fertig machen, bin ich zurück nach Deutschland und habe die letzten Scheine, Diplomprüfungen und die Diplomarbeit gemacht. Angesteckt vom Unternehmersein, gründete ich noch während meines Studiums eine kleine Immobilienentwicklungsgesellschaft, die ich nach knapp zwei Jahren verkauft habe. Da die Zeit als Diplomand und dem gleichzeitigen Führen eines Unternehmens sehr hektisch und kräftezehrend war, gab ich mir eine Auszeit, die ich für ausgefallene Reisen, meine Neffen und Nichte und für kleine Consulting- und Lehrtätigkeiten genutzt habe. Doch nach einem guten Jahr des gemütlichen Bummelns erwachte dann aber wieder mein Drang nach einer neuen beruflichen Herausforderung.Für mich war klar, es musste auf internationaler Ebene und im Bereich Finanzen sein: Alternative Investment Management. Nach einigen Gesprächen und Erkundungen wurde mir schnell klar, dass ich - insbesondere bei den derzeitigen Rahmenbedingungen - mein Ziel nicht so einfach erreichen kann. Trotz Ökonomiestudiums fehlten mir nötiges Wissen aus dem angelsächsischen Finance-Bereich, internationale Ausrichtung mit angelsächsischem Managementstil, ein Netzwerk, neben Englisch eine weitere Fremdsprache und ein international anerkannter Abschluss. Kurz und bündig: ein MBA erschien mir hierfür als sinnvoll. Der Gedanke, noch einmal Student zu werden, kam mir zunächst etwas abwegig vor, aber ich gewöhnte mich daran, zumal ich während meines ersten Studiums kein richtiger Student war, denn ich arbeitete die ganze Zeit und hoffte, mit dem MBA etwas nachholen zu können. Aber, eigentlich passt der Begriff Studium für einen MBA nicht, es ist eher ein "professional Training"! Wir bezeichnen uns hier auch selbst als Participant oder Kunde, um klar zu machen, dass wir hier eine Leistung einkaufen. Außerdem ist mein Intake im Durchschnitt 30 Jahre alt, hat 6-8 Jahre Berufserfahrung, teilweise verheiratet und Kinder, drei ehemalige Unternehmer, viele mit Führungs- und Budgetverantwortung, usw. Da passt der Begriff Student nicht richtig!Auf der Suche nach dem richtigen MBA-Programm bin ich viel gereist. Ich habe die meisten europäischen Schulen besucht und kann es mit Nachdruck raten, dasselbe zu tun. Die Hochglanzbroschüren sind alle recht hübsch und bei den Rankings muss ich immer an den Satz denken: "Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast!" Wenn ich die Informationen, die mir MBAler bei den Besuchen gegeben haben, mit den Rankings verglichen habe, dann fragte ich mich, wer hier lügt. Wenn Ihr Euch einmal genauer mit den Rankings beschäftigt und dann mit MBAlern und mit dem Application Offices der diversen Schulen unterhaltet und die richtigen Fragen stellt, dann bekommt Ihr schnell heraus, wie sie die Daten tunen bzw. mit Quoten arbeiten, um in den gängigen Rankings nach oben zu kommen. In einer Schule wurde mir unumwunden gesagt, dass Graduierte, die bei Abschluss keinen Job haben, sich bei einer Partnerschule in den USA für Electives anmelden, damit sie aus der Statistik fallen: wer noch studiert, ist nicht arbeitslos und verwässert nicht das durchschnittliche Anfangsgehalt. Dieselbe Schule sagte mir auch, dass sie in Zukunft mehr jüngere Teilnehmer ohne nennenswerte Berufserfahrung annehmen will. Klar, damit mit steigt der prozentuale Gehaltszuwachs!Als Kriterien waren für mich wichtig: anerkannte europäische Schule mit max. 18-Monats-Programm, zweite Fremdsprache (nicht nur als Alibi mit einer Stunde pro Woche, sondern die wirkliche Möglichkeit eine Sprache zu praktizieren), Core-Management-Programm mit Vertiefungsmöglichkeit im Bereich Finance, vielfältiges Exchangeprogramm, interessante Umgebung, möglichst hohes Durchschnittsalter der Teilnehmer (mindestens 28 Jahre und 6 Jahre Berufserfahrung) und meinem wichtigsten Kriterium: der Eindruck bei den Besuchen - das Bauchkriterium (einige Schulen, die auf den Rankings ganz oben tanzen, waren eine richtige Enttäuschung; auch bekam ich nach einiger Zeit eine Allergie gegen die Worte "Leadership" und "Career Development"). Mit diesen Kriterien verringerte sich meine anfängliche Liste von 10-12 Schulen auf 3 mit ein, zwei Ersatzkandidaten. Ich habe mich bei drei Schulen beworben und zwei Zusagen bekommen. Der Ausschlag für HEC war das Durchschnittsalter, die Location und die tolle Erfahrung bei meinem mehrtätigen Besuch auf dem Campus: die MBAler waren alle sehr nett und ehrlich; sie haben nicht wie bei vielen anderen Schulen die Marketingsprüche geträllert oder gar vor Arroganz eine Genickstarre bekommen, sondern neben vielen positiven auch einige negativen Dinge genannt - das war mir sehr sympathisch.Bevor Ihr die MBA-Suche antretet, ist da natürlich auch noch die Frage mit der Finanzierung: die Tuition bei HEC beträgt ?35,000 für das 16-Monats-Programm! Lebenshaltungskosten sind selbstverständlich sehr individuell; aber da HEC wohl die einzige Schule in Europa ist, die sich um das Housing der MBAler Sorgen macht und eine Résidence auf dem Campus zur Verfügung stellt, ist es hier wesentlich günstiger und natürlich auch praktischer als in Paris-Mitte oder einer anderen europäischen Großstadt. Mein möbliertes Zimmer (19m²) mit Balkon und Parkblick und Pianobar im Haus kostet inklusive aller Nebenkosten, Internet- und Telefonanschluss und (!) Putzfrau (!) um ?470 pro Monat. Als Gesamtkosten für den MBA gibt die Admin (Verwaltung) ?52,000 an! Wie gesagt, es ist natürlich sehr individuell; wollt Ihr viel Spaß in Paris haben, dann sind 100-200 Euro an einem Abend kein Problem; Ihr könnt für dasselbe Geld aber auch einen ganzen Monat im Student Restaurant essen! Da ich vorhabe, möglichst viel aus meinem MBA herauszuholen und viele Zusatzangebote (z.B. Besuche andere Business-Schools, Besuch von Messen und Vorträgen in New York, London, etc. ... erzähle ich Euch alles noch) nutzen will, steigen natürlich auch die Kosten. Mit Heimfahrten (eigenes Auto), eventuellem Exchange-Programm und diversen Sonderveranstaltungen im Ausland rechne ich mit etwas mehr als die Admin. Ich weiß, wir reden hier über richtig viel Geld, insbesondere, wenn man die Opportunitätskosten (kein Gehalt, Risiko, hinterher keinen adäquaten Job zu finden, etc.) mit einberechnet, dennoch halte ich den Kostenvergleich der MBA-Programme, insbesondere als Single, für eher zweitrangig! Das entscheidende ist, was man für sich an Wissen, Erfahrungen, Möglichkeiten und vor allem Kontakten herausholt; ein paar hundert Euro mehr oder weniger sollten da bei einer lebenslangen "Nutzungsdauer des MBAs" keine Rolle spielen. Obwohl viele meiner Kollegen den MBA mit einem Kredit finanzieren, teilen Sie meine Einstellung und versuchen möglichst viele Zusatzangebote zu nutzen; ein paar wiederum sind da sehr sparsam und verlieren dadurch natürlich viele wertvolle Kontakte! Anfang April werde ich beispielsweise mit einige Colleagues nach Barcelona zur IESE fliegen, um dort MBAler von anderen B-Schools im Rahmen eines Sport-Events zu treffen! Das ganze kostet natürlich zwei- bis dreihundert Euro, aber die Networking-Möglichkeit mit unseren späteren Business-Partnern ist unbezahlbar. Im Mai kommen dann die ganzen Schulen zur offiziellen MBA-Olympiade auf den HEC-Campus nach Paris! Diesem Event werde ich einen großen Extra-Bericht widmen!So, obwohl mir noch vieles im Kopf herumschwirrt, muss ich für heute Schluss machen! Es ist 0h45 und ich muss noch mein Groupmeeting für morgen (Samstag) früh vorbereiten; am Montag haben wir eine Presentation in Financial Accounting und als Finance-Guy in der Gruppe bin ich natürlich dafür verantwortlich, dass die Presentation ein Erfolg wird.Viel Spaß beim MBA-Research,A bientot,Claus

Part 2 / 14.03.2004
Bonjour à tous,wir haben mittlerweile Mitte März und die Midterm Exams Saison läuft auf Hochtouren: Financial Accounting, Management Accounting, Supply Chain, Statistics, Strategic Management, Human Ressources und Marketing lassen grüßen. Neben den Examen stehen zur Zeit fast täglich Presentationen und Assignments auf dem Programm und unser Arbeitspensum ist enorm. Das Wochenende ist immer hoch willkommen; nein, nicht zum ausspannen, sondern, um die Woche einigermaßen aufzuarbeiten und die kommende Woche vorzubereiten.Da ich mit dem Tagebuch erst vor einige Tagen begonnen habe, aber schon über zwei Monate im Programm bin, schulde ich Euch natürlich noch ein paar Infos zu den vergangenen Wochen! In Zehn Wochen hier an der HEC passiert sehr viel, aber aus Zeitmangel kann ich Euch leider nur ein paar Highlights im Telegrammstil geben:Erste Woche: Die ersten Tage waren sehr spannend und aufregend; lauter neue Bekanntschaften, viele neue Namen, Gesichter und hoch interessante Lebensgeschichten. Daneben beschäftigte die französische Bürokratie insbesondere die nicht EU-Bürger in unserem Intake mit diversen Formalien, Aufenthaltsgenehmigungen, Gesundheitsattesten, etc. Aber, die Schule war sehr hilfreich und hat viele Unterlagen bereitgestellt, hat alle Ämter, Versicherungen und Banken auf den Campus bestellt, so dass die Hauptarbeit effizient erledigt werden kann. Für mich als EU-Bürger war es sehr einfach, da ich fast nichts machen brauchte. Die erste Woche war noch ziemlich locker, es gab einige Einführungsveranstaltungen, Gruppendynamische Übungen, Präsentationstechniken, etc., so dass genügend Zeit blieb, um uns bei gemeinsamen Aktivitäten ein wenig kennenzulernen: Gruppenjogging auf unserem herrlichen Campus mit eigenen Seen und Golfplatz, Erkundigungen in Paris, Museumsbesuche, Parties, Dinners, etc.Zweite Woche: In der zweiten Woche haben wir eine Business Simulation Game gemacht. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und mussten eine Firma leiten, Verhandlungen mit anderen Firmen führen, Material einkaufen, Finanzierung sicherstellen, produzieren, Marketingplan für verschiedene Märkte aufstellen und schließlich auch verkaufen, um unsere Shareholder glücklich zu machen. Meine Gruppe bestand aus einem amerikanischen Investmentbanker, einem französischen Ingenieur, einem französischen Unternehmensberater und einem japanischen Fleischkonservenhersteller! Eine lustige Truppe, um eine malayische Firma zu leiten, nicht!? Hier haben wir einen Vorgeschmack bekommen, was es heißt, in einer Gruppe mit verschiedenen kulturellen und beruflichen Background zu arbeiten. Als Finance Guy habe ich mich gleich prima mit dem US-Investmentbanker verstanden; wir mussten nicht einmal miteinander reden; wir haben uns nur in die Augen geschaut und es war klar, was zu tun ist. Der Ingenieur und der Fleischkonservenhersteller haben das oft allerdings anders gesehen, was den Unternehmensberater dazu veranlasst hat, uns mit täglichen Powerpoint Präsentationen über die Entwicklung unseres Management Teams und unserer Firma zu beglücken! Es leben die Stereotypen!! Das Spiel hat unheimlich Spaß gemacht, der ganz Intake hat die ganze Woche über nichts anderes gesprochen, obwohl es teilweise richtig stressig und anstrengend war. Der französische Ingenieur hat beispielsweise bei einer Verhandlung einen verheerenden Fehler gemacht, der uns in ein dramatisches Liquiditätsproblem geführt hat. Die ganze Nacht habe ich an einem Rettungsplan gearbeitet, um beim morgendlichen Meeting mit der Investmentbank (zwei Professoren), eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Während ich bei den Bankern saß, haben meine Kollegen einfach weiter verhandelt, ohne zu wissen, ob die Finanzierung klappt. Ohne die Finanzierung wären wir pleite gewesen! Der Rettungsplan ging auf und wird konnten sogar das Spiel als die Firma mit dem höchsten Aktienkurs gewinnen.Dritte Woche: Bevor das Programm richtig los ging, ist fast die ganze Schule zusammen zum Skifahren gegangen. Dort hatten wir dann auch Gelegenheit mit unserem Kollegen vom September Intake Kontakte zu knüpfen. Es war super! Wir haben eine ganze Reihe Chalets gemietet, jeden Abend hat eine andere Nationalität gekocht, das Wetter und der Schnee war klasse und wir hatten irre viel Spass und waren schnell im ganzen Dorf bekannt. Noch heute gibt es ein paar Runninggags vom Ski Weekend! Auf dem Foto seht Ihr Will (Investmentbanker aus New York, nicht der von meiner malayischen Firma) Marc (französische Ingenieur, nicht der, mit dem verheerenden Fehler) und mich.Vierte Woche: Zu Beginn der vierten Woche ging es dann mit den Vorlesungen und den Gruppenarbeiten los. Die Gruppen sind verschieden vom Business Simulation Game: jetzt bin ich mit Sze Pei (Market Researcher Managerin aus Singapur), Eric (amerikanische Research Assistant der Stanford University), Christiano (Unternehmensberater aus Sao Paulo, Brazilien) und Vincent (äh, ja, schon wieder, ein französischer Ingenieur, aber, nicht der mit dem verheerenden Fehler) zusammen. Ich bin recht zufrieden mit der Gruppe; die Zusammenarbeit klappt recht ordentlich, wenn es auch gelegentlich kulturell bedingt verschiedene Auffassung über die Arbeitsweise gibt. Im Unterschied zu manch anderen Gruppen konnten wir bisher alle Meinungsverschiedenheiten einvernehmlich beilegen und wir haben jedes Groupmeeting eine Menge zu Lachen!Über was wir genau lachen, davon erzähle ich Euch im nächsten Beitrag ... bin müde, das sonntäglich Groupmeeting hat heute recht lange gedauert, da wir morgen eine Präsentation in Supply Chain haben und noch einiges überarbeiten mussten.Bonne Nuit,Claus

Hello liebe MBA-Aspiranten,seit meinem letzten Tagebucheintrag ist es einige Zeit vergangen; ich habe es gar nicht richtig gemerkt, denn die Zeit rast hier. Neben dem ohnehin schon vollen Lehrplan - mit Vorlesungen von früh bis spät, danach Gruppenarbeit bis sehr spät, manchmal auch bis sehr früh - gibt es noch Firmenpräsentation und die Vorbereitungsarbeiten für das MBA Tournament (Olympische Spiele der Top Ten MBA-Programme in Europa auf dem HEC Campus, siehe www.mbat.org) und diverse andere Aktivitäten. Zur Zeit arbeite ich mit einigen Kollegen an einer Job Fair im Fernsehturm in London - dem BT Tower. Ein HEC-Alumni ist jetzt CEO von British Telecom Retail und stellt uns den Turm für die Veranstaltung zur Verfügung.Die letzten Wochen des ersten Terms waren sehr arbeitsreich, da viele Reports, Präsentationen und Examen anstanden. Im Gegensatz zu meinem Studium in Deutschland fange ich hier viel später an, mich auf die Examen vorzubereiten; es bleibt einfach keine Zeit früher anzufangen. Was mich immer wieder erstaunt, ist der kameradschaftliche und hilfsbereite Umgangston. In den Nächten vor wichtigen Examen oder Präsentationen ist es sehr einfach, gegen 2 oder 3 Uhr früh noch jemanden zu finden, der einem bei einem Problem behilflich ist; das ganze Sache beruht natürlich auf Gegenseitigkeit.Ach ja, ich bin Euch ja noch ein kleine amüsante Geschichte schuldig: ein wirkliches Highlight im HEC MBA sind die Strategic Management Sessions mit Professor Garette. In der Regel bereitet man eine Casestudy in der Gruppe vor, meist reicht man auch ein Report über die Gruppenlösung ein, dann wird der Fall im Auditorium diskutiert und zum Schluss präsentiert Professor Garette seine Lösung und den theoretischen Hintergrund dazu. Was mir sehr gut gefällt, ist, dass der Professor "seine" Lösung präsentiert, d.h. er proklamiert nicht, das es "die einzig richtige" ist. Man muss sich natürlich schon auf knifflige Fragen gefasst machen, wenn man eine andere Lösung hat, man kann es aber auch genauso mit ihm und seiner Lösung machen. Dieser Kurs ist absolut toll, da er alle Managementbereiche (Marketing, Finance, HR, Supply Chain, etc.) beinhaltet und weil der Prof. es schafft den Kurs sehr interaktiv und meist auch sehr lustig - angereichert mit einigen Anekdoten aus seiner McKinsey Zeit - zu machen. Professor Garette ist immer in schwarz gekleidet: schwarzes Shirt mit schwarzen Anzug. Da wir ihn sehr schätzen, viel mit ihm lernen und immer viel Spaß in seinem Kurs haben, haben wir beschlossen, zu seinen Ehren, zum letzen Termin ebenfalls in schwarz zu erscheinen; fast der ganze Intake hat sich daran gehalten! Und, was passierte; wir trauten unseren Augen nicht! Kommt er doch tatsächlich am letzen Tag mit einem hellen Pullover!! (siehe Foto) Aber, er war sichtlich gerührt, hat gelacht und hat bei einer Nachmittagsveranstaltung extra den Pullover ausgezogen, weil er ein schwarzes Shirt darunter hatte. Es war ein Vertreter von Bain Consulting da und Monsieur Garette hat vor 200 Besuchern erwähnt, warum er den Pullover auszieht!Neben dem Unterricht erachtet ich es als einen wichtigen Part, möglichst viel zu "Networken". Innerhalb von HEC, mit Alumni, Firmenpräsentationen und Field Visits; beispielsweise war ich vor einige Tagen in London und habe den Trading Floor der Deutschen Bank besichtigt. Doch, das Networking sollte sich meiner Ansicht nach auch auf andere Schulen ausweiten. Sicher gibt es eine gewisse Rivalität wenn es um das Ranking geht (meine Meinung hierzu könnt Ihr in meinem ersten Beitrag erlesen), jedoch ist es auch sehr wahrscheinlich, dass Teilnehmer anderer MBA Programme in einem Jahr meine Kollegen oder Geschäftspartner sind; deshalb betrachte ich die anderen MBAler eher als Kollegen denn als Konkurrenten. Aus diesem Grund lasse ich keine Gelegenheit aus, mich mit anderen Schulen zu treffen; zwischenzeitlich habe ich tolle Kontakte zu fast allen Top-MBA Programmen in Europa und einigen in Nord-Amerika.Ein toller Event war der Spring-Fling in Barcelona, organisiert von IESE. Wir hatten ein tolles Sportwochenende und haben eine Menge tolle Leute kennen gelernt! Und!! Ich habe zum erste mal in meinem Leben Rugby gespielt; genau genommen, habe ich zum ersten mal in meinem Leben ein Rugbyspiel gesehen... und zwar gleich aus der Perspektive eines Spielers (siehe Foto). Das HEC Team war krankheitsbedingt nicht vollständig und da hat mich unser Captain nachts um 2 oder 3 Uhr auf einer Party für das Spiel am nächsten Morgen rekrutiert. Trotz meines Erscheinens und der Mithilfe von Ouyang, einem chinesischen Kollegen, der ebenfalls das erste mal spielte, war das HEC Team immer noch nicht groß genug; was dem Fortgang des Turniers aber nicht im Wege stand, da wir einen Mann Verstärkung von IESE bekommen haben; sehr kameradschaftlich! Nach den offiziellen Spielen haben wir dann die Mannschaften komplett gemischt und ich habe im Trikot von Institut Empresa gespielt; die Stimmung war einmalig unter allen beteiligten Schulen und ich stehe immer noch im Kontakt mit ein paar neu gewonnen Freunden. (siehe Foto)Doch, das größte MBA Sport Event in Europa steht nächstes Wochenende bevor: das MBAT auf dem wunderschönen Campus (siehe Foto) von HEC! Wir erwarten 1,500 MBA!! Wir sind superfleißig mit den Vorbereitungen beschäftigt und freuen uns schon riesig.Ich werde für HEC im Cross Country Race (7km) laufen, die Schwimmwettbewerbe leiten und das First Aid / Security Team unterstützen. Da das eine Menge Arbeit ist, werde ich jetzt Schluss machen und weiter an den Startlisten arbeiten.See you at the MBAT report,
sportivement,
Claus
Dieser Artikel ist erschienen am 04.03.2004