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Chemiker im Arbeitsleben

Vieles hat sich geändert am Berufsbild des Chemikers ? aber eins ist geblieben: Die Dissertation muss sein, denn die Industrie setzt weiterhin auf Herrn und Frau Doktor. Die Diplom-Chemiker richten sich danach: 90 Prozent hängen an das Studium die Promotion.Im Augenblick sind die beruflichen Aussichten besser als für viele andere Absolventen, so die Bundesagentur für Arbeit. Die Chemie habe ihre Krise bereits hinter sich: Anfang der 90er Jahre drängten zahlreiche promovierte Chemiker auf den Arbeitsmarkt ? einen adäquaten Job fanden viele damals nicht. Als Reaktion darauf war ein Chemie-Studium in den nächsten Jahren relativ unbeliebt, was den heutigen Absolventen zugute kommt. Dieser Trend könnte sich aber in wenigen Jahren umkehren, da die Zahl der Studienanfänger seit 2002 wieder steigt ? dann hat der Schweinezyklus mal wieder zugeschlagen. Gemeint ist damit das ständige Auf und Ab am Arbeitsmarkt, das entsteht, wenn bei der Studienwahl die gegenwärtige Arbeitsmarktsituation berücksichtigt wird.

Die besten Jobs von allen

Im Augenblick aber ist nicht nur die chemische Industrie an den Chemikern interessiert. Ein bedeutender Arbeitgeber ist die Pharmaindustrie: Hier sind Chemiker an der Neuentwicklung von Arzneimitteln beteiligt. Dazu gehört inzwischen mehr als das Forschen im stillen Kämmerlein: Chemiker haben oft Führungsaufgaben inne, müssen ihre Ergebnisse präsentieren und sich mit anderen austauschen. Sie sollten daher teamfähig, selbstsicher und umgänglich sein.Auch in anderen Berufszweigen sind Chemiker gefragt: Sie arbeiten im Öffentlichen Dienst, im Personalwesen, für Banken und Versicherungen, für den Bergbau und die Metallverarbeitung.
Dieser Artikel ist erschienen am 04.03.2005