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Chef der Balli-Gruppe soll gegen Kaution freikommen

Vahid Alaghband, der Chef der Balli-Gruppe, kommt möglicherweise gegen Kaution auf freien Fuß. Balli hatte dem Werkstoffhändler Klöckner & Co illegal 120 Millionen Euro entzogen, um die Übernahme von Eon zu finanzieren.
HB DÜSSELDORF. Alaghband bleibe jedoch bis zu einem neuen Beschluss in Untersuchungshaft, das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Das Amtsgericht Düsseldorf hatte die Kautionssumme auf vier Millionen Euro festgelegt. Nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft soll das Landgericht nun jedoch eine neue Entscheidung treffen.?Das Amtsgericht hat den dringenden Tatverdacht gegen Alaghband bestätigt?, sagte der Sprecher für Wirtschaftssachen, Bernhard Englisch. Deshalb fordere die Staatsanwaltschaft die weitere Vollstreckung des Haftbefehls, hilfsweise eine spürbare Erhöhung der Kautionssumme. Das Amtsgericht habe die vier Millionen Euro als ausreichend betrachtet, um einer Fluchtgefahr zu begegnen. Alaghband war vor acht Monaten in der Schweiz festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert worden.

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Balli soll dem Duisburger Werkstoffhändler Klöckner & Co (Klöco) vor zwei Jahren 120 Millionen Euro illegal entzogen haben, um die Übernahme vom Düsseldorfer Energie-Konzern Eon zu finanzieren. Der Kaufpreis betrug 1,1 Milliarden Euro, wovon knapp 1 Milliarde Schulden und noch erforderliche Pensionsrückstellungen ausmachten. Kreditgeber bei dem Kauf spielte die WestLB. Nachdem die illegalen Praktiken aufgefolgen waren, ging Klöco zunächst an einen Treuhänder und dann an die WestLB über, als Balli fällige 170 Millionen Euro an die Bank nicht zahlen konnte.Der internationale Werkstoffhändler Klöco setzte im vergangenen Jahr mit mehr als 10 000 Beschäftigten rund vier Milliarden Euro um. Das Desaster um die Übernahme durch Balli, das die Duisburger 186 Millionen Euro gekostet habe, sei finanziell ausgestanden, heißt es. Das Unternehmen hat inzwischen einen Teil des Schuldenbergs abgebaut.
Dieser Artikel ist erschienen am 18.11.2003