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Carlos Slim wird immer reicher

Von Georg Weishaupt
Ein Mann will nach oben, ganz nach oben. Und er schafft es ? Monat für Monat. Jetzt hat Carlos Slim sogar Bill Gates überholt. Alleine in diesem Jahr legt der Mexikaner um 12 Milliarden Dollar zu.
Reicher als Bill Gates: Carlos Slim. Foto: ap
DÜSSELDORF. Im März taucht der Name Carlos Slim erstmals auf Platz drei der Reichstenliste des US-Magazins ?Forbes? auf. Im April zieht er am legendären US-Investor Warren Buffett vorbei auf Rang zwei. Dann deutet sich an, dass er es noch weiter schafft. Nun hat er nach Angaben des US-Magazins ?Fortune? Bill Gates von Platz eins verdrängt. Slim kommt demnach auf ein Vermögen von 59 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro), Gates auf 58 Milliarden Dollar. Nach Berechnungen des Magazins hat Slim sein Vermögen allein in diesem Jahr um 12 Milliarden Dollar gesteigert.Der 67-Jährige verdient sein Geld vor allem mit dem Telefonkonzern Telmex, der fast über das gesamte Telefonnetz Mexikos verfügt. Sein Goldesel aber ist die Mobilfunkgesellschaft America Movil: Vor fünf Jahren telefonierten etwa 26 Millionen Menschen vor allem in Mexiko mit Slims Handys. Nun sind es in und außerhalb Mexikos schon über 124 Millionen Kunden.

Die besten Jobs von allen

Dem Mann, der Kunst sammelt und dicke Zigarren liebt, gehört ein Großteil der mexikanischen Banken, Versicherungen, Investmenthäuser sowie Restaurants, Minengesellschaften und Autozulieferer. Sein Prinzip: Er kauft angeschlagene, niedrig bewertete Unternehmen, saniert sie und stößt sie mit hohem Gewinn wieder ab. ?Slim hat einen außergewöhnlich guten Riecher für Geschäfte und Schnäppchen?, sagt Rogelio Ramirez de la O, Chef der mexikanischen Investmentgesellschaft Ecanal.Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie Slim es nach ganz oben schaffteWie hat er es nach oben geschafft? Slim wächst als fünftes von sechs Kindern in der mexikanischen Oberschicht auf und studiert im eigenen Land Bauingenieurwesen. Anschließend arbeitet er einige Jahre als Aktienhändler. Dann beginnt er, selbst Unternehmen aufzukaufen. Basis ist das Immobilienvermögen, das ihm sein Vater hinterließ.Im Jahr 1990 landet er seinen bis dahin größten Coup: Die mexikanische Regierung privatisiert zahlreiche Staatsbetriebe, auch die Telefongesellschaft Telmex. Slim erhält mit seinem Konsortium für 1,8 Milliarden Dollar den Zuschlag. Ein gutes Geschäft. Unabhängige Buchprüfer schätzen den Wert damals auf zehn bis zwölf Milliarden Dollar.In Mexiko ist Slim wegen seines Einflusses auf die staatliche Regulierung umstritten. Das kümmert ihn wenig: ?Reichtum ist wie ein Obstgarten. Du teilst die Frucht, nicht den Garten.? Aber er arbeitet an einem besseren Image. So hat er 150 000 Stipendien vergeben.
Dieser Artikel ist erschienen am 09.08.2007