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Carine Beer


Welche Schule?
Harvard Business School
Year of Graduation:
1997
Heutige Position:
Associate Principal bei McKinsey & Company
Welche Schule?
Harvard Business School

Year of Graduation:
1997

Die besten Jobs von allen
7

Heutige Position:
Associate Principal bei McKinsey & Company



A. Gehalt und Karriere

1. Rückblickend betrachtet: Wo standen Sie job- / karrieremäßig, als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?
Nach dem Studium der Biochemie am Dartmouth College in den USA begann ich als Business Analyst bei McKinsey in Pittsburgh. Ich brachte die wichtigsten Grundlagen als Beraterin mit - analytische Fähigkeiten und einen guten Studienabschluss. Die Biochemie verlangt strukturiertes Denken und bereitet Studenten darauf vor, komplexe Probleme zu lösen. Die erforderliche Basis-BWL erlernte ich on the job. Aber ich wollte ein tieferes Verständnis der Betriebswirtschaft und einen Abschluss, der international anerkannt ist. Das MBA-Studium war die logische Folge.

2a. Hatten Sie vor / bei Antritt des MBA-Studiums eine klare Karriere-Perspektive?
Ja, ich hatte die Option nach dem MBA-Programm wieder bei McKinsey einzusteigen. Nur wo - ob in Deutschland oder USA - war noch offen. Trotzdem nutzte ich die Sommerferien an der Harvard Business School für ein Praktikum bei einem Automobilhersteller in Deutschland. Dort fehlten mir allerdings die Abwechslung und der regelmäßige Austausch mit internationalen Kollegen. Danach war klar, dass ich wieder als Beraterin arbeiten würde.

2b. Hat sich dies dann mit / nach dem MBA auch so entwickelt?
Ich bekam ein Angebot von McKinsey. Der Einstieg als Associate im Münchner Büro eröffnete mir eine klare Karriereperspektive und die Möglichkeit, mich schnell weiterzuentwickeln. Während der letzten Jahre habe ich Projekte von Klienten unterschiedlicher Branchen betreut und mich nach und nach auf die Konsumgüterindustrie spezialisiert. Heute bin ich Associate Principal. Die nächste Stufe ist die Wahl zum Partner.

3. Hat sich der MBA job- / karrieremäßig gelohnt?
Absolut, und zwar in vielerlei Hinsicht. In der Projektarbeit für Klienten aus dem Top-Management, die für McKinsey typisch ist, sind Kenntnisse in Betriebswirtschaft neben analytischen Fähigkeiten elementar. Ich habe durch das Studium an einer der besten MBA-Schulen Selbstbewusstsein gewonnen und profitiere noch heute von meinen Kontakten zur Harvard Business School.

4a. Wie haben Sie Ihr MBA-Studium finanziert?
Die eine Hälfte der Studiengebühren hat McKinsey übernommen, die andere habe ich selbst finanziert.

4b. Hat sich die Investition "ausgezahlt"?
Ja, der MBA war für mich ein Karrierebeschleuniger.

B. Alumni-Netzwerk

5. Wie wichtig ist das Alumni-Netzwerk Ihrer Schule für Sie?
Sehr wichtig. Das Alumni-Netzwerk der Harvard Business School ist ein großer Pool von international erfolgreichen Managern, den ich zur unkomplizierten und schnellen Kontaktaufnahme regelmäßig nutze. Ich habe außerdem die Möglichkeit, mich mit renommiertem Lehrpersonal über Fachthemen austauschen. Eine ähnliche Bedeutung hat für mich das Alumni-Netzwerk von McKinsey.

6. Wie nützlich sind diese Kontakte für Sie beruflich?
Sehr nützlich.

C. Rückblickend betrachtet, was haben Sie in Ihrem MBA-Studium gelernt, was in Ihrem heutigen Job von Bedeutung ist?

7. An Fachwissen:
In meinem ersten Jahr an der Harvard Business School besuchte ich Kurse über Marketing, Finanzen, Controlling und Operations und erlernte das Ein mal Eins der Betriebswirtschaft. Im zweiten Jahr gab es keine Vorgaben. Ich konnte meine Vertiefungsfächer frei wählen und entschied mich für Finanzen und International Management. Heute betreue ich vor allem Projekte von Klienten aus der Konsumgüterindustrie mit Schwerpunkt Strategie. Ich machte die Erfahrung, dass die Fragen, mit denen ich mich während des MBA-Programms auseinandergesetzt habe, in ähnlicher Form immer wieder auftauchen.

8. An sonstigen Fähigkeiten (soft skills etc.):
Teamarbeit und das Training der Präsentationsfähigkeiten sind wichtiger Bestandteil der Lehrprogramme amerikanischer Business Schools. Die Gruppenarbeit und das regelmäßige Vortragen der Ergebnisse bereiteten mich sehr gut auf die Projektarbeit in der Unternehmensberatung vor. Diese Eigenschaften, sie sind mindestens genauso hoch einzuschätzen wie hartes Faktenwissen.

9. Jedes MBA-Programm, das auf sich hält, verspricht, für eine General Management-Position fit zu machen. Können Sie das aus Ihrer Erfahrung bestätigen?
So einfach ist das nicht. Wer glaubt, dass man sich auf jeden Job im Management mit einem MBA vorbereiten kann, der irrt. Ich habe gelernt, mich permanent mit neuen Themen auseinanderzusetzen, mich in komplexe Probleme einzulernen und die richtigen Fragen zu stellen. Wichtig ist, dass man die Angst vor dem Unbekannten verliert. Dabei unterstützt einen das MBA-Studium.

10. Fühlten Sie sich nach / mit dem MBA für "höhere" Aufgaben besser gewappnet? Und waren Sie es - aus der Distanz betrachtet - auch tatsächlich?
Beim MBA geht es nicht nur um die Vorbereitung für höhere Positionen. Führungsaufgaben kann man nur bis zu einem gewissen Grad erlernen. Entweder man hat die Fähigkeiten, um ein Team zu leiten, oder nicht.

D. Die menschliche Erfahrung

11. Welche Bedeutung hat das MBA-Studium für Ihre persönliche Entwicklung?
Während der zwei Jahre habe ich Studienkollegen aus aller Herren Länder kennen gelernt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit einem völlig anderen kulturellen Hintergrund auf unterschiedlichen Wegen zu den richtigen Lösungen kommen kann.

12. Ein Ratschlag für jeden, der sich für einen MBA interessiert?
Ich habe mit vielen jungen Beratern über MBA-Programme gesprochen. Dabei haben sich vor allem zwei Fragen wiederholt: Lohnt sich ein MBA-Programm auch für einen Betriebswirtschaftler? Und, warum sollte ich nach meinem langen Studium einen MBA machen? Meine Antwort: Beim MBA geht es nicht nur um akademische Inhalte. Wenn man sich für ein MBA-Programm entscheidet, weil man stur aus Büchern lernen möchte, ist das sicherlich der kein guter Weg. Es geht um mehr. Ein MBA-Programm an einer der Top-Schulen bietet die besten Professoren, einen sehr fortschrittlichen Lehrstil und Kommilitonen, die man sonst nicht kennen lernen würde. Man tauscht sich mit Menschen aus, die man an der Universität nie treffen würde. So stehen Vorträge von bekannten CEOs der größten globalen Unternehmen auf dem Lehrprogramm.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.09.2004