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CardXChange: Alles auf Anfang

Das überhastete Wachstum und hohe Personalkosten brachen der 1991 gegründeten TPS Labs AG das Kreuz. Die Investoren bekamen kalte Füße, Gründer und Kernteam mussten die Firma im März 2000 an den Software-Anbieter Bäurer verkaufen. Zwei von ihnen, versuchen jetzt erneut ihr Glück.
Das überhastete Wachstum und hohe Personalkosten brachen der 1991 gegründeten TPS Labs AG das Kreuz. Die Investoren bekamen kalte Füße, Gründer und Kernteam mussten die Firma im März 2000 an den Software-Anbieter Bäurer verkaufen. Zwei von ihnen, Philipp Debbas und Michael Wenglein, versuchen jetzt mit CardXChange, einer Austauschplattform für eletronische Visitenkarten, erneut ihr Glück.

Michael Wenglein, Philip Debas, Vorstand:

Gegenwind: TPS Labs ist nicht gescheitert. TPS Labs gibt es noch immer, und die Firma hat Erfolg. Was uns im März 2000 nicht gelungen ist, war, unsere Investoren für eine dritte Finanzierungsrunde zu gewinnen. Wir haben uns zu sehr von der Wachstumseuphorie mitreißen lassen: Das Unternehmen und der Kostenapparat waren zu schnell zu groß geworden.

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Die Wende: Für einen Teil des Kernteams war es nach dem Verkauf keine Frage, wieder von vorne anzufangen. Für uns war die einzige Überlegung, ob wir erneut Software für die Kundenbetreuung entwickeln wollten. Es begann sich schon abzuzeichnen, dass viele Anbieter Probleme bekommen würden. Andererseits hatten wir gelernt, warum viele Projekte in Schieflage gerieten. Da gab es noch einigen Raum für Verbesserungen.

Land in Sicht: Wir starten jetzt lieber mit eigenem Kapital und einigen wenigen Business Angels, um unsere Technologien zu patentieren, erste Fallbeispiele aufzubauen und zu zeigen, was das System kann. Ich würde heute nicht noch einmal eine Finanzierungsrunde machen, ohne zumindest im Ansatz bewiesen zu haben, dass das Konzept funktioniert. Wir haben im Herbst 2000 eine erste Version ins Web gestellt. Dadurch gab es Aufmerksamkeit in den Medien. Und jetzt arbeiten wir mit ersten Partnern an gezielten Lösungen. Die erste Finanzierungsrunde mit Wagniskapitalgebern fassen wir für Ende des Jahres ins Auge.

E-Mail: michael.wenglein@cardxchange.net oder philip.debbas@cardxchange.net
Dieser Artikel ist erschienen am 20.09.2001