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Bundeswertpapiere: Mit Geld-zurück-Garantie

Denise Brasch
Wer sich über magere Sparbuchzinsen ärgert und nicht den Mut hat, in Aktien zu investieren, kann sein Geld auch dem Bund anvertrauen. Der Vorteil der Bundespapiere liegt in der zwar nicht spektakulären, dafür aber sicheren Rendite. Grundsätzlich hat der Kunde die Wahl zwischen sechs Wertpapiertypen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen.
Wer sich über magere Sparbuchzinsen ärgert und nicht den Mut hat, in Aktien zu investieren, kann sein Geld auch dem Bund anvertrauen. Der Vorteil der Bundespapiere liegt in der zwar nicht spektakulären, dafür aber sicheren Rendite. Grundsätzlich hat der Kunde die Wahl zwischen sechs Wertpapiertypen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen

Für kurzfristig orientierte Anleger bieten sich die Finanzierungsschätze mit ein und zwei Jahren Laufzeit an. Hierbei handelt es sich um "abgezinste" Wertpapiere mit gleichbleibendem Zinssatz. Der Anleger zahlt nicht den vollen Kaufpreis, sondern der Anlagebetrag wird um die zu erwartenden Zinsen gemindert. Am Ende der Laufzeit bekommt der Käufer den vollen Nennwert gutgeschrieben. Sein Gewinn liegt also in der Differenz zwischen Kauf- und Rückzahlungskurs, aktuell entspricht das einer Rendite von 3,1 Prozent.

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Die Mittelstreckler unter den Bundeszertifikaten sind die Obligationen. Mit einer Laufzeit von fünf bzw. fünfeinhalb Jahren decken die Papiere einen überschaubaren Zeitraum ab und bieten eine gleich bleibende Verzinsung von zurzeit 4,5 Prozent.

Komplettiert wird das Trio der beliebtesten Bundeswertpapiere durch die Bundesschatzbriefe. Hier kann der Käufer wählen: Typ A lockt mit einer sechsjährigen Laufzeit und einer jährlichen, steigenden Verzinsung. Typ B sammelt die Zinsen über sieben Jahre an und schlägt diese erst am Ende dem eingesetzten Kapital zu. Wer bis zum Ende der Laufzeit durchhält, kann mit einem Bundesschatzbrief Typ A durchschnittlich 2,93 Prozent Rendite pro Jahr erzielen, beim Typ B sind es 3,03 Prozent

Rendite ist aber nicht alles. Auch die Verfügbarkeit des Geldes und eine mögliche Zinsabschlagsteuer wollen bedacht werden. Eine jährliche Zinsauszahlung beansprucht den Sparerfreibetrag kontinuierlich. Werden die Zinsen dagegen angesammelt und erst am Ende der Laufzeit auf einen Schlag ausgeschüttet, so kann das freie Zinslimit von 1.601/3.202 Euro (Ledige/Verheiratete) je nach Anlagebetrag und Zinssatz nicht ausreichend sein.

Gegen Finanzierungsschätze spricht ihre starre Gestaltung. Das Geld ist unter keinen Umständen vor Ende der Laufzeit verfügbar. Bei Bundesschatzbriefen beträgt die Haltefrist ein Jahr. Danach können binnen 30 Tagen bis zu 5.000 Euro pro Person verkauft werden. Wer bis Ende 2001 Bundesschatzbriefe in Mark gekauft hat, darf diese Papiere bis zum früher gültigen Höchstbetrag von 10.000 Mark zurückgeben. Bundestitel eignen sich besonders zur Anlage kleinerer Beträge. Ab 50 Euro kann man einen Bundesschatzbrief erwerben. Finanzierungsschätze gibt es ab 500 Euro

Die vom Bund ebenfalls ausgegebenen Wertpapiertypen "unverzinsliche Schatzanweisungen" sowie "Bundesanleihen" und "Bundesschatzanweisungen" sind bei Privatanlegern wenig beliebt. Der Grund: Die Banken berechnen für Erwerb und Rückgabe Provisionen von rund 0,5 Prozent des Anlagebetrags

Einen besonderen Vorteil bieten da die Finanzierungsschätze, Bundesobligationen und Bundesschatzbriefe. Wer diese Wertpapiere in einem Depot bei der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg verwahrt, muss dafür keine Gebühren berappen. Auch für Kauf und Einlösung bei Fälligkeit fallen dort keine Kosten an. Seit November 2001 kann man sein Schuldbuchkonto sogar online verwalten und Aufträge, Depotauszüge oder Freistellungsaufträge via Internet erteilen und abrufen.
Dieser Artikel ist erschienen am 24.01.2002