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Brüssel speckt EU-Eliteuni ab

Die EU-Kommission hat ihre Pläne für das umstrittene Europäische Technologieinstitut (EIT) abgespeckt. Nach dem am Mittwoch vorgelegten Vorschlag soll die geplante Eliteuni nicht mehr dem renommierten amerikanischen MIT nacheifern, sondern nur noch eine kleine Zentrale und ein Netz aus ?Wissens- und Innovationsgemeinschaften? umfassen.
HB BRÜSSEL. Im EIT selbst werden nach den Plänen der EU nur rund 60 Personen beschäftigt sein, was bedeutet, dass die Forschung ausschließlich über Partner betrieben werden kann. Die Kommission reagiert damit auf Kritik vor allem aus Deutschland. Experten hatten vor neuer Bürokratie und Doppelstrukturen gewarnt. Zudem könne das EIT dem Europäischen Forschungsrat Konkurrenz machen. Der neue Entwurf sieht dagegen eine Abstimmung mit dem Forschungsrat vor. Außerdem soll das EIT eng mit der Industrie kooperieren und auf vermarktbare Innovationen zielen: ?Es geht um das kommerzielle Potenzial?, sagte Kommissionschef José Manuel Barroso. Mehrere Unternehmen hätten bereits Interesse bekundet.Allerdings konnte Barroso keine feste Zusagen für die geplante ?Public Private Partnership? vorweisen. Im EIB-Budget von 2,4 Mrd. Euro für die Jahre 2008 bis 2013 ist bisher nur die Anschubfinanzierung aus EU-Mitteln gesichert. Die Bundesregierung begrüßte zwar, dass die EU ihre Pläne konkretisiert hat, wies aber auf die ungeklärte Finanzierung hin.

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Dieser Artikel ist erschienen am 19.10.2006