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Britische Modemarke deutet Abschied von Rose Marie Bravo an

Von Dirk-Hinrich Heilmann
Das Gesicht der Marke ist schon weg: Großplakate mit dem langjährigen Aushängeschild Kate Moss hat der britische Luxusmodehersteller Burberry in den vergangenen Wochen von seinen Geschäften in den Londoner Einkaufsstraßen entfernt. Grund: Berichte in der Boulevardpresse über wilde Drogenpartys des britischen Top-Models. Doch nun geht nach dem Gesicht auch das Burberry-Gehirn: Rose Marie Bravo.
LONDON. Das zumindest berichtete die ?Financial Times?. Die 54-jährige Vorstandschefin hat aus einem spießigen Mantel- und Handtaschenhersteller innerhalb weniger Jahre eine gefragte Edelmarke geformt. Offiziell bestätigt Burberry nicht, dass Bravo ihren im Juli 2006 endenden Vertrag nicht verlängern will, aber ein Sprecher formuliert es so: ?Wir haben immer gesagt, dass Rose Marie Bravos Rolle sich im Laufe der Zeit fortentwickeln wird.?Er verweist auf das Führungsteam, das sie in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut hat, und hebt drei Namen hervor: Chief Operating Officer Brian Blake, der vor einem Jahr von Gucci kam, Finanzchefin Stacey Cartwright und Kreativdirektor Christopher Bailey.

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Vor acht Jahren war Bravo vom New Yorker Edelkaufhaus Saks Fifth Avenue gekommen. Den Abschied wird ihr ein Aktienpaket von mehr als zehn Millionen Pfund versüßen. Das Rennen um die Nachfolge beginnt, kurz bevor der Handelskonzern GUS nach 50 Jahren seinen Zweidrittelanteil an Burberry an die Börse bringt. Eigentlich erwartet er Einnahmen von rund 1,4 Milliarden Pfund. Vielleicht wird es jetzt weniger: Nach den Meldungen um Bravos Abschied fiel der Burberry-Kurs um über drei Prozent.
Dieser Artikel ist erschienen am 07.10.2005