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Branche Robotik

Roboter und Computersimulationen sind die künftigen Boom-Märkte der IT-Branche: Die Kunstmenschen sollen zum einen das Pflegeproblem alternder Bevölkerungen lösen, zum anderen die Herstellung von Produkten sicherer und damit preiswerter machen.
Roboter und Computersimulationen sind die künftigen Boom-Märkte der IT-Branche: Die Kunstmenschen sollen zum einen das Pflegeproblem alternder Bevölkerungen lösen, zum anderen die Herstellung von Produkten sicherer und damit preiswerter machen. Bei der Robotik hat Japan die Nase vorn: Der sprechende und Treppen steigende Zweibeiner Asimo - Prestigeobjekt der Firma Honda - zeigt, wo die Zukunft hingeht: zu hoch beweglichen Automaten, die als Haushalts- oder Krankenhelfer klaglos rund um die Uhr schuften, obendrein ihre Schützlinge unterhalten und sogar Trost spenden. Toshidata Doi, Chef von Sonys Digital-Creatures-Labor und Schöpfer des Roboterhundes Aibo, ist überzeugt, "dass die Industrie für Roboter größer werden wird als die der PCs". Ein ehrgeiziges Ziel, angesichts 164 Milliarden Dollar hoher PC-Umsätze pro Jahr. Immerhin sollen laut UN-Wirtschaftskommission schon 2005 weltweit Helferlein im Wert von rund 2,3 Milliarden Dollar den Rasen mähen, Fenster putzen, Staub saugen oder als Spielzeug dienen.Das Marktpotenzial für Service-Roboter lockt auch deutsche Forscher wie Mechanik-Professor Friedrich Pfeiffer von der TU München oder Thomas Christaller, Leiter des Instituts für Autonome intelligente Systeme in St. Augustin. Anders als die verspieltere japanische Konkurrenz tüfteln sie an digitalen Dienern für Sicherheit und Katastrophenschutz. So könnten die Kunstwesen in Zukunft undichte Gasleitungen oder Lawinenopfer aufspüren und in Kernkraftwerken Dienst schieben. Oder als Roboterwinzlinge für neue Diagnose- und Heilverfahren innerhalb des menschlichen Körpers eingesetzt werden.

Die besten Jobs von allen

Claudia Obmann Robot HumanizerProfil: Bringt Robotern Sprechen oder das Signalisieren von Gefühlen bei. Kombiniert Verfahren der Mechatronik, Sensorik oder Optoelektronik und setzt sie in Programme um. Für Ingenieure und Informatiker, aber auch Kommunikationswissenschaftler und Psychologen. Ärzte oder Materialwissenschaftler mit Kenntnissen in Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik entwickeln mit an der neuen Spezies der Mini-Medizinrobos.Perspektive: Roboter sind auf dem Vormarsch. Die künftige Boom-Industrie benötigt zunehmend Spezialisten unterschiedlicher Fachbereiche. Auch High-Tech-begeisterte Produktmanager, Service-Techniker oder Vertriebsleute können sich hier einen neuen Wirkungskreis erschließen.Claudia ObmannVirtual Reality EngineerProfil: Entwickelt und nutzt Computersimulationen für die Konstruktion von Maschinen und Anlagen, Autos oder Medikamenten. Leitet die Ergebnisse dieser Simulationen an Forschungsabteilung und Marketing weiter, um Produktveränderungen anzustoßen. Ist bei Industrieunternehmen oder in Ingenieurbüros angestellt. Für Ingenieure aller Fachrichtungen, Physiker, Mathematiker, Chemiker. Perspektive: Computersimulationen finden Eingang in die Produktentwicklung aller Industrie-, Konsumgüter- und Dienstleistungsbranchen, was einen stetig steigenden Bedarf an Spezialisten bedeutet. Virtual Reality wird auch zunehmend in der Unternehmenssteuerung eingesetzt, zum Beispiel bei der Bewertung von Markt- oder Konsumveränderungen.Christoph Stehr
Dieser Artikel ist erschienen am 21.05.2003