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Börsenclubs für engagierte Studenten

Von Patrick Mönnighoff, Handelsblatt
Bisher ist zwar kaum ein Student durch Aktien-Spekulationen reich geworden ist. Aber einige dieser Jung-Börsianer haben auf diese Weise den Einstieg in das Berufsleben geschafft.
HB DÜSSELDORF. Auch wenn bisher zwar kaum einer von ihnen durch Aktien-Spekulationen reich geworden ist, haben viele dieser Jung-Börsianer auf diese Weise den Einstieg in das Berufsleben geschafft.Denn die Vereine sind alles andere als Zockerclubs, Nur wenige verwalten ein eigenes Aktiendepot. Dafür sind sie gut organisiert. 1992 haben sie sich in einem Netzwerk zusammengeschlossen und den Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen (BVH) gegründet. Unter dessen Dach sind mittlerweile 62 Gemeinschaften aktiv, die sich nicht nur bei Fragen rund um Aktien, sondern auch bei der Suche nach Jobs, Praktika oder Referenten unterstützen.

Die besten Jobs von allen

?Unser Hauptanliegen ist es, schon unter Studenten die Aktienkultur zu fördern?, sagt Maik Günther, Vorstandsvorsitzender des BVH. Dies scheint auch dringend notwendig. So ergeben immer wieder Studien, dass junge Deutsche mit der Börse nur wenig anfangen und sogar wichtige Begriffe wie den ?Dax? nicht richtig einordnen können.Diese Wissenslücken ziehen sich manchmal fort bis ins hohe Alter ? mit weitreichenden Folgen: ?Im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA, Norwegen oder Schweden ist die Aktie als Anlageform in Deutschland noch immer wenig verbreitet?, sagt Günther. Um das zu ändern, veranstaltet der Verband regelmäßig Workshops, Podiumsdiskussionen oder Fahrten an die wichtigsten europäischen Finanzplätze. Im laufenden Jahr steht beispielsweise eine einwöchige Reise nach London auf dem Programm. Dort können die Studenten dann auch mal einen Aktienhändler über die Schulter blicken.Neben diesen Veranstaltungen will der BVH das theoretische Wissen der Universität auch mit praktischen Erfahrungen ergänzen und als ?Schnittstelle zwischen Universität und Wirtschaft? agieren. Daher haben die Mitglieder eine Praktikumsbörse entwickelt. ?Die meisten Stellen finden wir direkt bei Unternehmen, die uns auch in der normalen Arbeit unterstützen?, sagt Günther. Zu diesen zählen neben Commerzbank, Dresdner Bank, Deutsche Bank, DZ Bank und WestLB auch das Finanzportal Fimatex, Boston Consulting, die Derivatebörse Euwax sowie die Deutsche Börse.Einige der Praktikanten haben so schon während des Studiums ganz nebenbei ihren späteren Arbeitgeber kennen gelernt. Doch auch wer über das Praktikum nicht direkt zu seinem Traumjob kommt, kann von den Börsenclubs nur profitieren, sagen Personalberater.?Wer sich frühzeitig engagiert und zeigt, dass er Interesse an speziellen Themen hat, sammelt für die spätere Bewerbung ordentlich Pluspunkte?, sagt etwa Kirsten Lange- Hesse, die seit vier Jahren in Düsseldorf als Karriereberaterin auch Hochschulabsolventen bei der Jobsuche unterstützt. Denn ein Studium allein reiche heutzutage oftmals eben nicht mehr aus.
Dieser Artikel ist erschienen am 11.01.2005