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Bloß weg mit dem Ballast?

150.000 Arbeitsplätze wandern jährlich in Billiglohnländer ab; 1,6 bis 1,9 Millionen Arbeitsplätze gehen in den nächsten fünf Jahren verloren, wenn Folgeeffekte in anderen Wirtschaftszweigen mitgerechnet werden. Das errechnet Horst Wildemann, Professor an der TU München, in einer Studie des TCW Transfer-Centrums.
150.000 Arbeitsplätze wandern jährlich in Billiglohnländer ab; 1,6 bis 1,9 Millionen Arbeitsplätze gehen in den nächsten fünf Jahren verloren, wenn Folgeeffekte in anderen Wirtschaftszweigen mitgerechnet werden. Das errechnet Horst Wildemann, Professor an der TU München, in einer Studie des TCW Transfer-Centrums.

Befragt wurden 93 Unternehmen und 150 Experten. Nachdem der Abwanderungstrend zuletzt leicht rückläufig war, fällt der neue Schub umso gewaltiger aus: Lagerte in den vergangenen fünf Jahren ein knappes Drittel der Industrieunternehmen Bereiche aus, planen dies in den kommenden fünf Jahren bereits 60 Prozent ? insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen. Verlagert werden neben der Produktion zunehmend auch administrative Funktionen. Vom Abwerfen ?überflüssigen Ballasts? sprach Lanxess-Vorstandschef Axel Claus Heitmann in einer China-verklärten Rede auf dem Münchener Management-Kolloquium.

Die besten Jobs von allen


Und was können die Deutschen tun, um nicht über Bord zu gehen? Ganz oben auf dem Rezeptblock steht neben der Senkung von Arbeitskosten die Steigerung von Wissen und Innovationskraft. Hier sieht Deutschland gar nicht so schlecht aus: Immerhin zehn von 100 verlagerten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen holten die Unternehmen laut Studie wieder zurück; 40 Prozent der F+E-Verlagerungen schätzten sie als mäßig oder nicht erfolgreich ein. Chemieriese BASF, der zu seiner Zentralforschung in Ludwigshafen steht, hat eine Wissensfabrik gegründet. Sie soll dazu beitragen, dass Deutschland das Lernen wiederentdeckt, so der Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht: ?Ein emotionaler Turn-around ist nötig.?
Dieser Artikel ist erschienen am 08.04.2005