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Billig-GmbH

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Das Bundesjustizministerium plant neue Regeln zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).
Das Bundesjustizministerium plant neue Regeln zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Nach karriere-Informationen hat das Ministerium den Wirtschaftsverbänden für das Frühjahr einen Entwurf angekündigt. Experten rechnen damit, dass künftig das Mindestkapital von 25.000 Euro herabgesetzt wird und gleichzeitig die Haftungsregeln verschärft werden. Bedeckt hält sich das Ministerium zu Spekulationen, nach denen in Deutschland eine Ein-Euro-GmbH nach dem Vorbild der britischen Limited eingeführt werden soll. Damit könnten auch Existenzgründer relativ billig ihr Privatvermögen vor Geschäftsverlusten schützen. "Eine Ein-Euro-GmbH hätte sicher ein Publikum", glaubt Ich-AG-Experte Andreas Lutz. "Man sollte die Effekte aber nicht überschätzen. Denn für manche Fälle, die in der Praxis vorkommen, kann man die Haftung doch nicht beschränken." Auch Florian Schmidt vom Gründungsberater Venturemarketforum ist skeptisch: "In der Realität müssen die GmbH-Gesellschafter häufig mit ihrem Privatvermögen für Kredite bürgen, selbst bei 25.000 Euro Stammkapital."?
Dieser Artikel ist erschienen am 02.02.2005