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Bewerbungsverfahren

Evangelos Kotsopoulos
Es ist sinnvoll, sich gleichzeitig bei mehreren Unis zu bewerben. Bewerbungsschluss für das erste Semester ist meist gegen Ende September/Anfang Oktober.
Im Bewerbungsverfahren sind mehrere Schritte wichtig, die teilweise parallel erfolgen müssen:
  • Bewerbung direkt bei der australischen Universität
  • Sprachtest
  • Beantragung eines Visums
  • gegebenenfalls Bewerbung um ein Stipendium

Bewerbungsformulare zur direkten Bewerbung können sich Interessenten auf fast allen Websites der Hochschulen selbst herunterladen. Sie sind häufig Bestandteil der Informationsbroschüren, die die Unis auf Anforderung gern zusenden. Außerdem lifern die Websites liefern dazu auch detaillierte Informationen zu den Bewerbungsmodalitäten. Die Art dieser Unterlagen variiert von Uni zu Uni.

Wer in das zweite oder dritte Studienjahr eingestuft werden möchte, sollte schon bei der Bewerbung eine Übersicht aller in Deutschland gesammelten Scheine mitschicken. Diese Übersicht sollte außer einer Inhaltsangabe des Fachs Aufschluss über die Semesterwochenstunden, die Art der Veranstaltung, die Klausur und ihre Länge, die verwendete Literatur und nicht zuletzt über die Note geben - natürlich in Englisch

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Übersetzungen müssen immer beglaubigt sein. Als Anlaufstelle für Beglaubigungen bietet sich das Auslandsamt an, das es an jeder Hochschule und Fachhochschule in Deutschland gibt. Außerdem akzeptieren die australischen Unis in der Regel auch Stempel vom australischen Studienvermittler IDP Education Australia oder ähnlichen Organisationen. Auf diese Weise lassen sich die Kosten für einen professionellen Übersetzer von gut 140,- Mark pro Seite sparen. Bei der Bewerbung ist es hilfreich, ein Gutachten eines Professors mitzuschicken, in dem er die Einstufung in ein höheres Studienjahr empfiehlt. Von Studenten, die schon einmal berufstätig waren, fordern die Universitäten auch Arbeits- und Ausbildungszeugnisse.

Es ist sinnvoll, sich gleichzeitig bei mehreren Unis zu bewerben. Das IDP Education Australia bietet nicht nur an, die Unterlagen auf Vollständigkeit zu prüfen, sondern schickt auf Wunsch die Bewerbungsmappen auch gebündelt per Kurier direkt an die richtigen Anlaufstellen der Unis. Dieser Service reduziert das Risiko, dass die Unterlagen auf dem Postweg verloren gehen, erheblich

Bewerbungsschluss für das erste Semester ist meist gegen Ende September und Anfang Oktober, die Antwort der Unis lässt jedoch mindestens ein bis zwei Monate auf sich warten. In der Zwischenzeit muss das Visum bereits beantragt sein, da auch dieser Vorgang mehrere Wochen dauert. Das hierfür benötigte Formular gibt's auf der Website der australischen Botschaft in Berlin (www.australian-embassy.de). Wer plant, länger als 12 Monate zu bleiben, muss dem Visumsantrag ein Gesundheitszeugnis beilegen. Diese Untersuchung kann nur ein Vertragsarzt der Botschaft durchführen. Das ist jedoch in fast allen größeren Städten möglich. Für eine solche Untersuchen werden rund 180 Mark fällig - zusätzlich zu den 345 Mark für den Visumsantrag. Deutsche Krankenversicherungen erstatten diese Kosten in der Regel nicht

Einige Universitäten verlangen eine Bewerbungsgebühr (application fee) von rund 50 AUS Dollar. Üblich ist dafür ein internationaler Scheck einer Großbank, die Tochtergesellschaften oder Partnerbanken in Australien hat, da der Scheck meistens durch eine australische Bank gesichert sein muss. Ist die Bewerbung erfolgreich, so werden die Gebühren auf die zu zahlenden Studiengebühren angerechnet. Im Falle einer Ablehnung ist die gezahlte Gebühr verloren. Bewerbungen an der University of Sydney und der University of New South Wales sind erfahrungsgemäß kostenfrei, das RMIT in Melbourne verlangte 50 AUS Dollar

Der Nachweis eines erfolgreich absolvierten Sprachtests gehört ebenfalls zur Bewerbung. Standardtest ist hierbei der TOEFL (Test of Englisch as a Foreign Language, Infos: www.toefl.org). Der Test kostet etwa 120 US Dollar und kann in mehreren deutschen Großstädten abgelegt werden. Die zu erreichende Mindestpunktzahl für die Zulassung zu bestimmten Studiengängen ist je nach Uni unterschiedlich und wird auf den Websites bekannt gegeben. Das Maximum sind 300 Punkte. Für die Faculty of Economics an der University Sydney lag die Mindestpunktzahl z.B. bei 260 Punkten. Das ist allerdings schon eher als sehr hoch einzustufen.

Alternativ besteht die Möglichkeit, in den Monaten vor Semesterbeginn einen Sprachkurs der Universität zu belegen. Zehnwöchige Kurse kosten je nach Standort und Niveau rund 3.000 AUS Dollar. Allerdings ist diese Methode recht zeitaufwändig und teuer und empfiehlt sich höchstens für Studenten, die kaum Englisch sprechen. Für Bewerber mit guten Englischkenntnissen ist eine Vorbereitung und Prüfung in Deutschland sinnvoller

Erfahrungsgemäß ist die Zulassung und Einstufung in Abhängigkeit von Studienerfahrung und Sprachkenntnissen häufig Verhandlungssache. Mit guten Bewerbungsunterlagen und Argumenten lässt sich dabei viel beeinflussen. Und wer ein Stipendium vorzuweisen hat, besitzt nahezu einen Freifahrtschein.
Dieser Artikel ist erschienen am 06.07.2001