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Besser Studieren für 500 Euro

Studiengebühren von 500 Euro pro Semester könnten die Lehrqualität an Deutschlands Universitäten verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Die Ausgangsdaten lieferten die Universitäten aus Erlangen und Bayreuth. Die Wissenschaftler sind außerdem der Meinung, dass eine sozialverträgliche Lösung für alle Studenten möglich ist.
Studiengebühren von 500 Euro pro Semester könnten die Lehrqualität an Deutschlands Universitäten verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Die Ausgangsdaten lieferten die Universitäten aus Erlangen und Bayreuth. Die Wissenschaftler sind außerdem der Meinung, dass eine sozialverträgliche Lösung für alle Studenten möglich ist.

Neu ist, dass die Studie auch anfallende Kosten berücksichtigt: Zum Beispiel müssen neue Mitarbeiter eingestellt werden, die sich um den Einzug und die Verwaltung der Gebühren kümmern. Auch ein Rückgang der Studentenzahl ist mit eingerechnet; viele Scheinstudenten würden sich aufgrund der Studiengebühren wohl exmatrikulieren.

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Bezahlen Studenten fortan 500 Euro pro Semester, könnten die Hochschulen ihr Lehrangebot verbessern: Das Budget der Universität Erlangen würde um zehn Prozent ansteigen. Mit dem Geld könnten die Zahl der Tutoren auf 522 verdoppelt werden und 260 neue wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt werden. Die Einführung von Studiengebühren mache aber nur Sinn, wenn die Mittel in vollem Umfang bei den Universitäten verbleibe, so Frank Ziegler, einer der Autoren der Studie

Wichtiger Bestandteil der Studie ist das Finanzierungsmodell, das jedem jungen Menschen ein Studium erlauben soll. Studierende aus einkommensschwachen Familien müssten keine Gebühren zahlen: Alle BAföG Empfänger wären von der Gebühr befreit. Alle anderen könnten zur Finanzierung der Gebühren ein Darlehen erhalten. Dieses könnten sie wieder zurück zahlen, wenn sie berufstätig sind. Die Raten würden sich dann nach ihrem Einkommen richten.

Informationen zur Studie gibt es unter: www.che.de/news.php?id=66
Dieser Artikel ist erschienen am 31.03.2003