Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Besser als sein Ruf

Bei einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young unter den Führungskräften von 513 internationalen Unternehmen zählten 19 Prozent der Befragten Deutschland zu den drei attraktivsten Investitionsstandorten weltweit. Damit lagen nur China (37 Prozent) und die USA (30 Prozent) vor uns. ?Die ausländischen Unternehmen honorieren die Reformbereitschaft und Signale wie die Senkung der Unternehmenssteuern?, glaubt Peter Englisch, zuständiger Partner bei Ernst & Young Deutschland.

Im innereuropäischen Vergleich punktet Deutschland vor allem bei Infrastruktur, Qualifikation der Arbeitnehmer, Forschung und Entwicklung sowie politischer Stabilität ? Kriterien, die Investoren laut Umfrage bei der Standortwahl besonders wichtig sind. Schlecht schneidet Deutschland bei Arbeitskosten, Steuern und Arbeitsrecht ab. ?Wir sollten lernen, dass wir nicht allein an den Arbeitskosten gemessen werden?, fasst Englisch die Ergebnisse der Studie zusammen. 2003 hat sich das verbesserte Image aber noch nicht in höheren Direktinvestitionen ausgezahlt. Laut Ranking der United Nations Conference on Trade and Development sanken die ausländischen Direktinvestitionen 2003 im Gegensatz zu anderen Ländern leicht. Mit 36,3 Milliarden Dollar landete Deutschland auf Platz sechs.
Dieser Artikel ist erschienen am 28.06.2004