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Bertelsmann trennt sich von Weidenfeld

Die Bertelsmann Stiftung trennt sich von ihrem langjährigen Vorstand Werner Weidenfeld. Das erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen in Gütersloh. Weidenfeld soll private Ausgaben als Spesen abgerechnet haben.
Die Münchener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Werner Weidenfeld wegen des Verdachts der Untreue. Foto: dpa
HB DÜSSELDORF. Der 60-jährige Politikwissenschaftler, der seit fünfzehn Jahren dem Leitungsgremium der größten deutschen Unternehmensstiftung angehört, ist derzeit Ermittlungen der Münchener Staatsanwaltschaft wegen Untreue ausgesetzt. Die Bertelsmann Stiftung wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Weidenfeld war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.Mit der Trennung von Weidenfeld will die Bertelsmann-Besitzerfamilie Mohn offenbar Schaden von der Stiftung abwenden. Liz Mohn ist die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung und arbeitete mit dem renommierten Wissenschaftler seit vielen Jahren zusammen. Zu Jahresbeginn wird Bertelsmann-Vorstandschef Gunter Thielen den Vorstandsvorsitz der Stiftung übernehmen und die Arbeit auf den Prüfstand stellen.

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Gegen Weidenfeld ist eine anonyme Anzeige eingegegangen, wonach Weidenfeld private Ausgaben als Spesen abgerechnet haben soll. Die Staatsanwaltschaft ließ auch die Stiftung in Gütersloh durchsuchen. Weidenfeld bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Die Ergebnisse der Ermittlungen sollen noch in diesem Jahr vorliegen.
Dieser Artikel ist erschienen am 29.10.2007