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Bernhard blitzt bei GM ab

Von Carsten Herz und Claudia Tödtmann
Für Wolfgang Bernhard, der Ende Januar als VW-Markenchef abtritt, gestaltet sich die Suche nach einem neuen Job schwieriger als erwartet. Für eine Spitzenposition bei General Motors ist er offenbar schon aus dem Rennen. Viele Möglichkeiten, wieder in der Autobranche Fuß zu fassen, bleiben dem 46-Jährigen nun nicht mehr.
FRANKFURT / DÜSSELDORF. Es habe zwar Kontakte in den vergangenen Wochen gegeben, berichtet eine mit der Situation vertraute Person. Aber die Gespräche seien im Sande verlaufen. Grund dafür sei vor allem die Forderung Bernhards gewesen, nur GM-Boss Rick Wagoner unterstellt zu werden, was ihn quasi in den Rang eines GM-Vizechefs erhoben hätte. Ein GM-Sprecher betonte unterdessen, der Konzern äußere sich generell nicht zu Personalspekulationen.Bereits bei seinem erzwungenen Abgang bei Mercedes im Jahr 2004 hatte Bernhard nach Angaben aus Unternehmenskreisen Gespräche geführt, um eventuell zu GM nach Detroit zu wechseln. Doch tatsächlich ging er später zu Volkswagen. Mit GM scheidet also nach Daimler ein weiterer großer Autokonzern als potenzieller Arbeitgeber für Bernhard aus. Es wird damit immer wahrscheinlicher, dass Bernhard, der als einer der talentiertesten Führungskräfte der Automobilindustrie gilt, der Branche den Rücken kehrt.

Die besten Jobs von allen

Der 46-jährige Ex-McKinsey-Mann wäre nicht der erste Top-Manager der Autoindustrie, der sich aus der Branche verabschieden würde. Auch die ehemaligen Auto-Manager Wolfgang Reitzle, der heute den Gasehersteller Linde führt, und Eckhard Cordes, der bei Haniel das Sagen hat, machen inzwischen woanders Karriere. Ein Personalberater glaubt, dass Bernhard ein Kandidat für den Chefposten eines Dax-Konzerns sein könnte.Die Börse traut es ihm zu: Als kürzlich das Gerücht die Runde machte, Bernhard könne Tui-Chef Michael Frenzel ablösen, reagierte die Aktie des Konzerns mit einem Kurssprung.
Dieser Artikel ist erschienen am 24.01.2007