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Bei Vortäuschen von Krankheit keine Lohnfortzahlung

Allein der begründete Verdacht, dass ein Arbeitnehmer eine Krankheit vortäuscht, befreit ein Unternehmen von der Lohnfortzahlung. Das hat das Arbeitsgericht Frankfurt in einem Urteil festgestellt.
dpa FRANKFURT/M. Die Richter wiesen damit die Klage eines Röntgenassistenten gegen einen Krankenhausträger zurück (Az: 5 Ca 4761/02).Zwischen dem Arbeitnehmer und den Vorgesetzten hatte es bereits längere Zeit Spannungen über die personelle und technische Ausstattung des Krankenhauses gegeben. Schließlich äußerte der Arbeitnehmer, dass er sich ?unter diesen Bedingungen lieber krankschreiben lässt?. Als er wenig später tatsächlich ein ärztliches Attest einreichte, verweigerte das Krankenhaus die Lohnfortzahlung. Wegen seiner Äußerung sei der begründete Verdacht entstanden, dass er die Krankheit nur vorgetäuscht habe.

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Das Gericht teilte in seinem Urteil diese Rechtsauffassung. Wegen seiner vorausgegangenen Äußerung sei der Beweiswert des Attests ?erschüttert?.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.12.2002