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Beförderung

Beförderung, das bedeutet: Aufrücken in eine bessere Stellung innerhalb eines Unternehmens. Ein interessanterer Job, mehr Arbeit, aber auch mehr Verantwortung und mehr Gehalt. Eine Beförderung winkt jedem, der nur lange genug und hart genug dafür arbeitet - so weit die Theorie.
Beförderung, das bedeutet: Aufrücken in eine bessere Stellung innerhalb eines Unternehmens. Ein interessanterer Job, mehr Arbeit, aber auch mehr Verantwortung und mehr Gehalt. Eine Beförderung winkt jedem, der nur lange genug und hart genug dafür arbeitet - so weit die Theorie. Die Praxis sieht jedoch komplizierter aus, denn die Arbeitgeber haben nicht immer die Möglichkeit, herausragende Leistungen grundsätzlich mit einer Beförderung zu belohnen. Zum Beispiel, weil keine passende Stelle vorhanden ist oder frei wird.Und selbst wenn sie diese Möglichkeit haben, werden sie sie in den seltensten Fällen freiwillig nutzen, sondern den Arbeitnehmer ordentlich lange strampeln und sich anstrengen lassen. Schließlich steigert allein die Aussicht auf Beförderung die Motivation eines Mitarbeiters ganz ungemein. Sie ist ein Lockmittel, das zu permanenten Höchstleistungen führt. Für den Arbeitgeber ist das wesentlich praktischer als die Beförderung selbst, denn die kostet Geld. Also wird er sie möglichst lange nur in Aussicht stellen, ohne dass ihn das in irgendeiner Form verpflichtet: "Einen Rechtsanspruch auf eine Beförderung gibt es grundsätzlich nicht." (Verena S. Rottmann: Praxislexikon Job und Karriere, S. 50)

Die besten Jobs von allen

Damit der Mitarbeiter nicht irgendwann die Lust verliert, kann der Arbeitgeber ihn mit Fördermaßnahmen bei Laune halten, die nicht so endgültig sind wie eine Beförderung: Gratifikationen und Job Enrichment zum Beispiel.Wie man befördert wird. Wer von einer Beförderung träumt, sollte nicht darauf zählen, dass sein Chef seine herausragenden Leistungen sieht, anerkennt und irgendwann von sich aus belohnt. Denn das ist fast nur im Märchen der Fall. Wenn Sie nicht mehr an die gute Fee glauben, sollten Sie sich lieber aktiv um das bemühen, was Sie wollen. Mangelnder Einsatz für die eigene Karriere kann Ihnen nämlich als Schwäche ausgelegt werden: "Wer seinen Wunsch nach Beförderung nicht äußert, läuft Gefahr, als jemand ohne Ehrgeiz eingestuft zu werden." (Jürgen Lürssen: Die heimlichen Spielregeln der Karriere, S. 177)Das heißt nicht unbedingt, dass Sie permanent mit dem Holzhammer auf Ihre Heldentaten hinweisen sollten. Mit Kündigung drohen ist erst recht keine gute Idee. Das könnte sich als Eigentor erweisen, denn wenn Sie trotzdem nicht befördert werden, bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, als zu gehen. Aber die Kunst des eleganten Eigenlobs, die sollten Sie schon lernen, auch wenn Ihnen das ein Graus ist. Denn es hilft nichts - ohne entschiedenes Handeln nach dem Motto "Tue Gutes und sprich drüber" dürfen Sie zwar Ihr Leben lang so viel Gutes tun, wie Sie wollen. Befördert werden Sie dafür aber höchstwahrscheinlich nicht.Die Folgen einer Beförderung. Das ist schön: Sie werden befördert, Ihr bisheriger Kollege wird zu Ihrem Mitarbeiter. Das ist bitter: Ihr Kollege wird befördert, und Sie werden zu seinem Mitarbeiter. So oder so - es ist immer komisch, wenn aus zwei Kollegen auf einmal zwei durch eine Rangordnung getrennte Personen werden. Das ist menschlich gesehen eine heikle Situation:Derjenige, der unten bleibt, ist mit Sicherheit erst mal neidisch, muss diese Gefühle aber irgendwann in den Griff bekommen. Und derjenige, der aufsteigt, tut gut daran, bei aller Freude behutsam mit seiner neuen Rolle umzugehen. Wer den alten Freunden gegenüber den Chef rauskehrt, wird damit baden gehen. Aber diejenigen, die dauerhaft davor zurückschrecken, den Ex-Kollegen im Zweifelsfalle auch mal einen klaren Arbeitsauftrag zu geben, werden letztlich auch nicht erfolgreicher sein.
Dieser Artikel ist erschienen am 17.05.2004