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Beeser kommt aus dem Ruhestand zurück

Der neue auf dem Vorstands-Chefsessel des finanziell angeschlagenen Touristikkonzerns Thomas Cook soll Wolfgang Beeser werden. Der frühere Neckermann-Chef ist der einzige Kandidat der beiden Gesellschafter.
HB DÜSSELDORF/HANNOVER. Der 61-jährige habe als erfahrener Touristikmanager und Kenner des Unternehmens die Unterstützung beider Cook-Gesellschafter Lufthansa und Karstadt Quelle. Aus deren Aufsichtsratskreisen verlautete zudem, dass die Gesellschafter die Finanzkraft von ihrer Touristiktochter mit zunächst 100 Millionen Euro zusätzlichem Eigenkapital stärken wollen.Beeser sei bereits seit einiger Zeit der einzige Kandidat der beiden Gesellschafter für die Nachfolge des vor einem Monat zurückgetretenen Vorstandschefs Stefan Pichler, war am Donnerstag aus den Kreisen zu erfahren. Die Entscheidung über die Berufung treffe der Cook-Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am kommenden Donnerstag. Sprecher von Lufthansa und KarstadtQuelle wollten die Angaben nicht kommentieren.

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Der langjährige Neckermann-Chef Beeser würde damit vier Jahre nach seinem Abschied in den Ruhestand an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren. Der gelernte Reiseleiter stand seit 1985 an der Spitze der Karstadt-Reisetochter Neckermann (NUR). Als diese 1998 mit der Lufthansa-Ferienfluggesellschaft Condor verschmolzen wurde, war Beeser zunächst einer von drei gleichberechtigten Vorständen des neuen, später in Thomas Cook umbenannten C&N-Konzerns. Mit der Berufung des Lufthansa-Managers Pichler Anfang 2000 zum C&N-Chef schied Beeser aus.Pichler musste vor einem Monat zusammen mit seinem Finanzvorstand Norbert Kickum wegen der wachsenden Verluste des Cook-Konzerns zurücktreten. Lediglich der Vorstandsmitglied Peter Fankhauser blieb.Ex-LTU-Chef Daugaard ist Kandidat für FinanzpostenBeeser werde von Lufthansa und Karstadt zugetraut, den Cook-Konzern in der aktuell schwierigen Lage wieder auf Kurs zu bringen und angesichts weiterer notwendiger Sparmaßnahmen auch das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen. Als Kandidat für den Posten des Finanzvorstandes gilt den Cook-Kreisen zu Folge der frühere Geschäftsführer der Ferienfluggesellschaft LTU, Sten Daugaard.Beide Cook-Eigentümer haben mittlerweile den Weg für Finanzhilfen an ihre Touristiktochter frei gemacht. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen von KarstadtQuelle soll ein gemeinsames Gesellschafterdarlehen von 100 Millionen Euro erlassen und in Eigenkapital umgewandelt werden. ?Es gibt ein Darlehen von jeweils 50 Million Euro je Anteilseigner, das in Eigenkapital umgewandelt wird?, hieß es am Donnerstag aus den Kreisen. Beide Gesellschafter seien grundsätzlich für eine weitere Eigenkapitalspritze offen.
Dieser Artikel ist erschienen am 11.12.2003