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Beaujean verlässt T-Online-Vorstand

Einen Tag nach der Freigabe der Fusion von T- Online auf den Mutterkonzern Telekom durch den Bundesgerichtshof hat T-Online-Vorstandschef Rainer Beaujean sein Amt niedergelegt. Im gegenseitigen Einvernehmen scheide er mit sofortiger Wirkung aus dem Konzern aus, teilte T-Online am Freitag mit.
Telekom-Lenker Kai-Uwe Ricke (l) und der ausgeschiedene T-Online-Chef Rainer Beaujean.
dpa DARMSTADT. Einen Tag nach der Freigabe der Fusion von T- Online auf den Mutterkonzern Telekom durch den Bundesgerichtshof hat T-Online-Vorstandschef Rainer Beaujean sein Amt niedergelegt. Im gegenseitigen Einvernehmen scheide er mit sofortiger Wirkung aus dem Konzern aus, teilte T-Online am Freitag mit.Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf kündigte an, in einem Spruchverfahren die gebotene Abfindung für die T-Online-Aktionäre gerichtlich überprüfen zu lassen.

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?Wir hätten uns eine andere Entscheidung gewünscht?, erklärte DSW- Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Die Telekom bietet den Aktionären für 25 T-Online-Aktien 13 Telekom-Aktien. Dies entspreche einem Umtauschverhältnis von 6,60 Euro je Anteilsschein, ?das ist deutlich zu wenig?. Beim Börsengang im Jahr 2000 hatten die Aktionäre für eine T-Online-Aktie 27 Euro gezahlt. Sobald die Verschmelzung in die Handelsregister eingetragen sei, werde das Spruchverfahren eingeleitet, sagte Hocker weiter.Aufsichtsratschef Kai-Uwe Ricke bedauerte indes den Entschluss von Beaujean, die Telekom zu verlassen. Er habe im Rahmen seiner Tätigkeit im T-Online-Vorstand den Erfolg des Unternehmens wesentlich mitgestaltet. Der 37-jährige Beaujean war seit Oktober 2004 Vorstandschef von T-Online. Kommissarisch wurde Finanzvorstand Jens Becker zum Vorstandsvorsitzenden ernannt.Die Eintragung der Fusion in die Handelsregister soll zügig erfolgen. Sie ist die letzte Station auf dem Weg der Reintegration von T-Online in den Mutterkonzern. Das im Tec-Dax notierte Unternehmen wird dann vom Kurszettel verschwinden und im Telekom- Konzern der Sparte Festnetz/Breitband zugeschlagen. Die Marke T- Online wird beibehalten und auch als eine organisatorische Einheit fortbestehen.
Dieser Artikel ist erschienen am 02.06.2006