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BDI-Präsident lehnt weitere Amtszeit ab

Ende des Jahres läuft Michael Rogowskis vierjährige Amtsperiode aus, und der bisherige BDI-Präsident möchte nicht erneut für den Spitzenposten des Bundesverbands der Deutschen Industrie kandidieren. Einen Nachfolger hat Rogowski aber auch schon im Blick.
HB BERLIN. Die Entscheidung über die Nachfolge Rogowskis wird dem BDI zufolge bei der Mitgliederversammlung Ende November 2004 getroffen. In Medienberichten hatte es zuvor bereits geheißen, Rogowski werde auf eine Verlängerung der Amtszeit um weitere zwei Jahre verzichten, weil er dann gleichzeitig mit dem langjährigen BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg ausscheiden würde. Dies wäre als Schwächung des Verbands gesehen wordenDer von Rogowski vorgeschlagene Unternehmer Thumann ist derzeit Präsident des BDI-Mitgliedsverbands WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung, Mitglied im Präsidium des BDI und Vorsitzender des BDI-Ausschusses für Wettbewerbsordnung.

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Michael Rogowski erklärt am Donnerstag nach der Sitzung der BDI-Vizepräsidenten in Berlin: ?Ich habe den BDI-Vizepräsidenten als meinen Nachfolger Jürgen R. Thumann vorgeschlagen. Herr Thumann ist ein überzeugter Familienunternehmer, der sich engagiert für die wirtschafts-politischen Interessen der Industrie einsetzt. Gemeinsam mit den Vizepräsidenten werde ich dem BDI-Präsidium im September empfehlen, Herrn Thumann der Mitgliederversammlung zur Wahl zum Präsidenten des BDI 2005/2006 vorzuschlagen.?Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mehr über den Unternehmer ThumannJürgen R. Thumann hat mit 19 Jahren nach dem Tod des Vaters die Firma übernommen. 1978 gründete er die Heitkamp und Thumann Gruppe und ist der geschäftsführende Gesellschafter der Holding Heitkamp & Thumann KG. Die Heitkamp & Thumann Gruppe fertigt präzise Komponenten aus Stahl, Metall und Kunststoff.Über 2 000 Mitarbeiter, ca. 1 000 davon in Deutschland, erwirtschaften 300 Mill. Euro konsolidierten Umsatz. Die Gruppe ist weltweit an 24 Standorten vertreten. Ca. 35 Prozent der Aktivitäten liegen in den USA, 27 Prozent in Europa (ohne D), 10 Prozent in Asien und fast 30 Prozent im heimischen Markt. Das Familienunternehmen ist mit Stamm und Holding fest in Deutschland verankert.Der Groß- und Außenhandelskaufmann wurde 1941 in Schwelm in Westfalen geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. ?Seit Jahren kenne ich die wirtschaftspolitische Arbeit des BDI? beschrieb Jürgen R. Thumann seine persönlichen Motive, zu kandidieren. ?Als Familienunternehmer ist es für mich eine Ehre, zur Wahl zum BDI-Präsidenten vorgeschlagen zu werden. Wir Unternehmer müssen uns über die betrieblichen Interessen hinaus mehr für Deutschland einsetzen?. Die Wahl des Nachfolgers von BDI-Präsident Michael Rogowski findet bei der Mitgliederversammlung Ende November 2004 statt.
Dieser Artikel ist erschienen am 17.06.2004