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Banken und Versicherungen zahlen meistens ein 13.Gehalt

Heike Friedrichsen, Personalmarkt.de
Über die Hälfte aller Arbeitnehmer bekommt Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Banken und Versicherungen zeigen sich am großzügigsten.
HB HAMBURG. Allen Unkenrufen zum Trotz bekommt jeder zweite deutsche Arbeitnehmer in diesem Jahr Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Hamburger Vergütungsberatung Personalmarkt. Über die Hälfte aller Arbeitnehmer (57,9 Prozent) erhält mindestens ein halbes Monatsgehalt "on top", also zusätzlich zum Grundgehalt. Die besten Chancen auf ein 13. oder 14. Gehalt hat, wer bei einer Bank oder einer Versicherung arbeitet.Die Ergebnisse im Einzelnen: 50,5 Prozent aller von Personalmarkt ausgewerteten Gehaltsprofile (115 108 Personen) erhalten 12,5 bis 13,5 Gehälter pro Jahr, 7,4 Prozent sogar ein 14. Monatsgehalt oder mehr. 42,1 Prozent aller Arbeitnehmer müssen sich hingegen mit 12 bis 12,4 Gehältern zufrieden geben.

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Besonders großzügig zeigen sich die Branchen Versicherungen, Banken und Immobilien: 46 Prozent aller Arbeitnehmer von Versicherungen erhalten mehr als eineinhalb Gehälter zusätzlich. Bei Banken sind es rund ein Viertel (25,5 Prozent) und in der Immobilienbranche 12,6 Prozent. Ein halbes bis eineinhalb Monatsgehälter mehr erhalten 62,2 Prozent aller Mitarbeiter in der Pharmabranche, 58,4 Prozent aller Mitarbeiter im Gesundheitswesen und 58,3 Prozent aller Mitarbeiter in der Automobilindustrie.Jeder zweite Mitarbeiter im Sekretariat bekommt WeihnachtsgeldEin Blick auf die jeweiligen Berufe zeigt: Am besten mit Weihnachtsgeld honoriert werden die Leistungen im Innendienst- oder von Sachbearbeitern bei Versicherungen: 43,8 Prozent von ihnen erhalten mehr als dreizehneinhalb Gehälter pro Jahr. Immerhin 24,7 Prozent aller Mitarbeiter im Kreditbereich einer Bank bekommen ebenfalls mindestens dreizehneinhalb Gehälter ausbezahlt. 22,6 Prozent aller Kundenbetreuer bei Banken oder Finanzdienstleistern erhalten ebenfalls dreizehneinhalb oder mehr Gehälter. Fast 70 Prozent aller angestellten Pharmareferenten bekommen immerhin noch ein halbes bis eineinhalb Monatgehälter zum Jahresgehalt dazu. Ebenso die Hälfte aller Mitarbeiter im Kreditbereich (51,2 Prozent). Auch 50,2 Prozent aller Mitarbeiter im Sekretariat erhalten ein halbes bis eineinhalb Gehälter zusätzlich."Einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld gibt es nicht", sagt Tim Böger, Geschäftsführer von Personalmarkt. Beides sind so genannte Gratifikationen, also Sonderzahlungen. Die Zahlung ist meist tariflich oder im Rahmen einer Betriebvereinbarung geregelt. So haben die meisten Beschäftigten, deren Arbeitsverhältnis einem Tarifvertrag unterliegt, einen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Einen Anspruch kann es aber auch auf der Grundlage des Arbeitsvertrages geben. Ein 13. oder 14. Monatsgehalt in Form von Weihnachts- oder Urlaubsgeld ist dann Verhandlungssache. Bögers Tipp: "Arbeitnehmer sollten daher niemals über das künftige Monatsgehalt, sondern immer über das Jahresgehalt verhandeln, damit auch ein 13. oder 14. Monatsgehalt einbezogen werden können."Entscheidend für die Höhe des Gehalts ist natürlich nicht nur die Funktion, sondern zahlreiche weitere Faktoren wie Branche, Standort des Unternehmens, Ausbildung und Berufserfahrung und viele andere Kriterien. Wer den eigenen Marktwert genau bestimmen lassen möchte, kann unter www.handelsblatt.com/gehalt eine umfassende und individuelle Gehaltsanalyse machen lassen.
Dieser Artikel ist erschienen am 08.12.2004