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Banken kassieren Zinserträge von Rentenzahlungen

Durch die verspätete Auszahlung von gesetzlichen Renten haben Banken und Sparkassen im vergangenen Jahr zehn Millionen Euro erwirtschaftet, schätzt der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) und die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA).

Nach Angaben des VDR und der BfA überweisen die Banken nur etwa 45 Prozent der Renten am selben Tag. Mehr als die Hälfte aller Rentenzahlungen bleiben über Nacht auf den Konten der Bank. Durch die Übernacht-Anlagen erwirtschaften sie Zinsgewinne in Millionenhöhe. Dieses Verhalten ist jedoch rechtswidrig, urteilt der Bundesgerichtshof (Az. XI ZR 208/96). Deshalb empfiehlt Stiftung Warentest, sich bei der Bank schriftlich zu beschweren und die Korrektur der Zinsberechnung einzufordern. Einen Musterbrief kann man auf der Internetseite von Stiftung Warentest für 50 Cent runterladen.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.06.2003