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Bakterien und Benzin

Dominik Schöneberg
Verfahrenstechniker arbeiten zum Beispiel in der Chemie- oder der Lebensmittelbranche. Sie müssen sowohl in den Naturwissenschaften fit sein, als auch ihr Ingenieurhandwerk verstehen. Denn Verfahrenstechniker realisieren Prozesse, die im Labor entwickelt wurden, im industriellen Maßstab. karriere Online stellt die wichtigsten Fachrichtungen vor ? von Biotechnologie bis Werkstoffwissenschaften.
Biotechnologie
Lebensmitteltechnologie
Werkstoffwissenschaften

Verfahrenstechnik

Im Mittelalter suchten viele Wissenschaftler erfolglos nach dem Stein der Weisen ? sie wollten wertloses Blei in Gold verwandeln. Mit ihren Forschungen waren sie Pioniere auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik. Denn bei dieser Disziplin geht es um Prozesse zur Stoffumwandlung; ein bekanntes Beispiel ist die Verarbeitung von Rohöl zu Benzin in Raffinerien.Um einen Stoff in einen anderen zu verwandeln, nutzen Verfahrenstechniker physikalische, chemische und biologische Verfahren. . Sie müssen daher auch in den Naturwissenschaften fit sein. Damit die Verfahren industriell nutzbar sind, sollten sie jedoch auch das Ingenieur-Handwerk verstehen: Sie planen Anlagen, in denen neu entwickelte Prozesse in großem Maßstab, kosteneffizient und automatisch ablaufen. Bestehende Anlagen müssen ständig verbessert werden, damit sie beispielsweise weniger Rohstoffe oder Energie verbrauchen. Da die Stoffumwandlungen immer naturwissenschaftlichen Gesetzen folgen, planen und simulieren Ingenieure neue Verfahren inzwischen mit dem Computer, anstatt aufwändige Versuchsreihen durchzuführen und Prototypen zu bauen.

Biotechnologie

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Bakterien können krank machen. Sie können aber auch sehr nützlich sein und beispielsweise in Kläranlagen das Wasser reinigen oder Wirkstoffe für Medikamente produzieren. Biotechnologie-Ingenieure sorgen dafür, dass sich Mikro-Organismen wie Bakterien, Hefepilzen oder Zellenkulturen kontrolliert nützlich machen. Natürliche Prozesse werden zunächst analysiert und dann künstlich reproduziert. Dabei setzen die Biotech-Ingenieure Ergebnisse der Grundlagenforschung so um, dass die neuen Verfahren im industriellen Maßstab nutzbar sind. Sie entwickeln zum Beispiel Industrieanlagen für die Lebensmittel- oder Pharmabranche. In interdisziplinären Teams arbeiten Ingenieure dabei mit Biologen, Chemikern und Medizinern zusammen. Schon die Ausbildung verbindet ingenieurtypische Wissensgebiete wie Verfahrens- und Prozesstechnik mit naturwissenschaftlichem Know-How in Bereichen wie Mikro-Biologie oder Genetik

Lebensmitteltechnologie

Gesund müssen sie sein, billig müssen sie sein und schmecken müssen sie sowieso: Verbraucher stellen hohe Ansprüche an ihre Lebensmittel ? dementsprechend braucht man auch Spezialisten bei der Herstellung. Lebensmittelingenieure planen und optimieren die Produktionsabläufe von Lebensmitteln mit dem Ziel, alle Anforderungen zu erfüllen. Eine wichtige Aufgabe ist dabei die Sicherung der Qualität: Jede einzelne Zutat und natürlich auch das Endprodukt muss den strengen Auflagen für Lebensmittel genügen. Das Studium der Lebensmitteltechnologie kombiniert deshalb naturwissenschaftliches Grundwissen mit lebensmittelspezifischen, ernährungsphysiologischen, technischen, ökologischen, und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Dazu kommen ingenieurwissenschaftliche Themen wie Verfahrenstechnik, Maschinen- und Apparatebau, Prozessautomation, Biotechnologie und auch moderne Analysenmethoden zur Qualitätskontrolle.
Formel Eins-Pilot Fernando Alonso steigt aus seinem Renault: Nicht zuletzt dank dem Einsatz moderner Werkstoffe überstehen Rennfahrer inzwischen die meisten Unfälle unbeschadet. Quelle: dpa

Werkstoffwissenschaften

Wie wichtig Werkstoffe für die Weiterentwicklung der Menschheit sind, kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen: Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit ? neue Werkstoffe waren das Symbol für den Fortschritt der Menschheit. Das Ende der Fahnenstange ist dabei noch längst nicht erreicht: Neue Werkstoffe sind härter, leichter, billiger und recycelbar. Ingenieure entwickeln aber auch bekannte Werkstoffe wie Papier, Gummi oder Stahl weiter: Werkstoffwissenschaftler optimieren sie für neue Anwendungen und perfektionieren die Herstellung. Studenten lernen die physikalischen und chemischen Grundlagen der Werkstoffeigenschaften und deren Bedeutung für die technische Verwendung kennen.
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Weiterführende Links:

Weitere Informationen zu den Fachrichtungen der Verfahrenstechnik finden Sie unter folgenden Links:
http://www.studienwahl.de/fmg.htm

http://www.vdi.de/vdi/b_karriere/sfkb_einstieg/08802/index.php

Auch das Arbeitsamt stellt Informationen zur Verfügung. Die Ingenieurberufe finden sich unter D wie Diplom-Ingenieur.
http://berufenet.arbeitsamt.de/alpha/alph_d.html#studium

Welche Hochschulen Ihre Wunschfachrichtung anbieten, erfahren sie in der Datenbank Hochschulkompass:
http://www.hochschulkompass.de

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Dieser Artikel ist erschienen am 08.07.2004