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Bachelor und Master

Karin Umlauff
Deutschlands Hochschulen gehen neue Wege: Bachelor- und Masterstudiengänge sollen das Studium in Zukunft kürzer und internationaler machen.
Deutschlands Hochschulen gehen neue Wege: Bachelor- und Masterstudiengänge sollen das Studium in Zukunft kürzer und internationaler machen.

Die deutschen Universitäten und Fachhochschulen folgen damit dem angelsächsischen Studienmodell: Der erste Abschluss, Bachelor oder Bakkalaureat (B.A.), erfolgt in der Regel nach drei, spätestens aber nach vier Jahren. Wer möchte, kann mit diesem Examen ins Berufsleben einsteigen. Wem der B.A. nicht reicht, der qualifiziert sich in einem ein- bis zweijährigen Masterstudium (M.A.) weiter. Der Unterschied zu den traditionellen Abschlüssen Magister, Diplom und Staatsexamen: Die Semester bis zum Bachelor sind praxisorientierter. Eine vertiefende wissenschaftliche Ausbildung erfolgt erst im Masterstudium.

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Seit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes 1998 setzen immer mehr Unis und Fachhochschulen auf das neue Modell. Rund 600 Bachelor- und Masterstudiengänge werden mittlerweile in Deutschland angeboten. Fast täglich kommen neue hinzu. Die Ruhr-Universität Bochum etwa hat alle Magisterstudiengänge in den Geisteswissenschaften durch das angelsächsische Modell ersetzt. Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Gabriele Behler plant, auch das Lehramtsstudium in ein Bachelor- / Masterprogramm umzuwandeln.

Einen Vorteil der neuen Studiengänge sehen die Hochschulen darin, dass die Studenten bereits nach sechs Semestern einen berufsqualifizierender Abschluss in der Tasche haben. Erhoffter Nebeneffekt: Eine abgespeckte Zahl von Studienabbrechern. Außerdem, so die Hochschulen, vereinfachten die internationalen Abschlüsse das Auslands-Hopping - während des Studiums und im Job.

Kritiker geben zu bedenken, dass bei dem neuen Studienaufbau die wissenschaftliche Qualifikation zu kurz komme und B.A.-Absolventen im späteren Berufsleben nicht die gleichen Aufstiegschancen hätten wie ihre Kommilitonen mit Magister oder Diplom.

Tipp für Studienanfänger: In den meisten Fächern ist es relativ unkompliziert, während der ersten Semester noch mal umzusatteln. Wer also im zweiten Semester feststellt, dass er sein Studium nicht mit dem Bachelor, sondern lieber mit dem Magister oder Diplom abschließen möchte, wird keine großen Schwierigkeiten haben, bereits erbrachte Leistungen anerkannt zu bekommen. Voraussetzung ist, dass die Hochschule beide Studienabschlüsse anbietet. Informationen zu Anerkennungsfragen gibt es im Prüfungsamt oder in der Studienberatung der jeweiligen Universität.

Dieser Artikel ist erschienen am 27.07.2001