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Weconomy

Ausgezeichnete Geschäftsideen

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Die Wissensfabrik und das Handelsblatt prämieren auch in diesem Jahr wieder herausragende Start-ups. Weconomy bringt Jungunternehmer mit Topmanagern zusammen. Neun Start-ups aus unterschiedlichen Branchen haben die Jury überzeugt.
Die Unternehmer Christoph Meier (links) und Michael Truppel von Plexian gehören zu den Weconomy-SiegernFoto: © Fotoagentur KUNZ
Bei Weconomy gibt es kein Preisgeld zu gewinnen, sondern etwas viel Wertvolleres: den direkten Draht zu hochrangigen Managern aus der deutschen Wirtschaft. Die neun Sieger des Wettbewerbs, den die Wissensfabrik und das Handelsblatt aufgelegt haben, können sich im September ein Wochenende lang mit den Mentoren austauschen.Dazu gehören neben Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender von BASF, Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, und Klaus Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Fischer, auch Dr. Burkhard Schwenker, Vorsitzender der Geschäftsführung von Roland Berger, und Hermann Reichenecker, Geschäftsführender Gesellschafter von Storopack. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung von Trumpf, ist mit dabei, außerdem Dr. Hubert Lienhard, Vorsitzender des Vorstandes von Voith, Christian Rast, Vorsitzender des Vorstandes von Brain Net, und Hans Helmut Schetter, Vorstandsmitglied von Bilfinger Berger.

Die besten Jobs von allen

Abwärme zur Beheizung von SchwimmbädernLa Therm löst zwei Probleme auf einmal: Viele Industrieunternehmen wie Stahl- und Chemiewerke geben große Wärmemengen an die Umwelt ab, während die Energiepreise in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind. La Therm will diese Abwärme nutzen, um bei der Beheizung von Schwimmbädern, Krankenhäusern oder Schulen zu sparen. Der Clou: Die Wärme wird in speziell ausgestatteten Containern gespeichert und via LKW vom Wärmeerzeuger zum -verbraucher transportiert. Als Speichermedium dient Pökelsalz. Ein damit gefüllter Standardcontainer kann genug Wärme speichern, um ein Einfamilienhaus für drei Monate mit Heizwärme und Warmwasser zu versorgen.La Therm wirbt mit einem Kostenvorteil von 15 Prozent gegenüber Heizöl. Erzeuger und Verbraucher sollten jedoch wegen der Transportkosten nicht mehr als fünf Kilometer im Stadtverkehr und 20 Kilometer auf dem Land auseinanderliegen. Gründer Kai Petersen überzeugte die Jury nicht nur mit seiner Geschäftsidee. Auch die bodenständige Art des Dortmunders, und sein Slogan "Heathas never been so cool" kamen an.Hinter Plexian steckt komplexes Zahlenwerk. Ziel ist es, die Montageprozesse in der Automobilindustrie effizienter zu gestalten. Angriffspunkt ist die Abtaktung, also die Aufteilung von Arbeitsvorgängen auf verschiedene Arbeitsstationen. Das wird bislang von Hand gerechnet. Plexian hat eine auf Algorithmen beruhende Software entwickelt, mit der sich die Abtaktung automatisieren lässt. Der erste Praxiseinsatz im September 2008 bei einem großen deutschen Automobilhersteller war erfolgreich: die Qualität der Montagelinie konnte gesteigert, die Kosten konnten reduziert werden.Plexian versteht sich bisher als Beratungsunternehmen. Die Software wird mit den Daten des Kunden gefüttert, die Algorithmen werden angepasst und anschließend die Ergebnisse übermittelt. Gründer Christoph Meier und sein Partner Michael Truppel überzeugten die Jury mit dem Innovationsgrad ihrer Erfindung und dem Marktpotenzial. Das Abtaktungsproblem findet sich nicht nur in der Automobilbranche, sondern auch im Werkzeugmaschinenbau.