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Ausbildung im Hause Donald Trump

Von Steffi Augter, Handelsblatt
Wie man reich wird, das kann kaum einer besser erzählen als Donald Trump. Deshalb hat der steinreiche Immobilien-Unternehmer wieder einmal ein Buch geschrieben: ?How to get rich? ? wie man reich wird.
NEW YORK. Am Dienstag erscheint Trumps Ratgeber in den USA ? beinahe zeitgleich mit dem Finale seiner Reality-TV-Show ?The Apprentice?? der Lehrling. Als Co-Produzent und Hauptfigur hat Trump die Serie zum Erfolg geführt, der Fernsehruhm trieb im Gegenzug seinen Marktwert weiter nach oben: Trump ist eben Trumpf. Und diese Karte kann der Milliardär fast überall und immer spielen.Berühmt sind seine Häuser, seine Helikopter und sogar seine Haare ? in seinem neuen Buch widmet Trump ein Kapitel der Kunst seiner Föhnfrisur. Was er dem Leser außer seiner blonden Tolle noch über sein Marketing in eigener Sache verrät, blieb bisher unbekannt. Sein Verleger, die Bertelsman-Tochter Random House, schweigt sich über den Inhalt komplett aus.

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Dafür blühen die Spekulationen über die Gage. Weit mehr als eine Million Dollar soll Trump kassiert haben, ist aus Verlagskreisen zu hören. Für den Immobilienentwickler dürfte das eher ein Taschengeld sein. ?Für das Geld bekommt man eine halbe Etage in Hausnummer 40 an der Wall Street?, sagt er betont unbescheiden.Vielleicht steckt hier ein Hinweis auf den Inhalt. So könnte ein Kapitel lauten: wie man mit heruntergekommenen Immobilien Millionen scheffelt. Denn hinter der Adresse 40 Wall Street verbirgt sich das Trump Building. Es ist heute eine halbe Milliarde wert, gekauft hatte der Unternehmer es in den 90er-Jahren für nur eine Million Dollar.Heute gehören ihm in New York mehr Gebäude als seinem Rivalen Rockefeller, unter anderem Trump Tower und Trump International Hotel. Makler sprechen vom ?Trump- Faktor?, einem Mietplus von 15 bis 30 Prozent für jede Immobilie, auf der in goldenen Lettern sein Name prangt. Demnächst will Trump auch außer Landes hoch hinaus: In Toronto soll für 500 Millionen Dollar Kanadas höchstes Haus entstehen.Nur bei seinen Casinos in der Spielerstadt Atlantic City hat er derzeit eine Pechsträhne, sie drohen unter einer milliardenschweren Schuldenlast zu versinken. Die Trump-Organisation verzeichnet seit fünf Quartalen Verluste, die Aktie ist im Keller. Trotzdem gehe es ihm so gut wie nie zuvor, sagt Trump und gibt sein Nettovermögen mit gut 5 Milliarden Dollar an ? doppelt so viel wie vom Magazin Forbes geschätzt.Fest steht: Trump schwimmt in Geld. So lässt er es sich nicht nehmen, in der Reality-TV-Show ?The Apprentice? jede Woche einen jungen Bewerber, der gerne sein Lehrling werden möchte, persönlich aus dem Rennen zu schmeißen. Trump hat seine TV-Karriere Produzent Mark Burnett und dem Sender NBC zu verdanken, der mit der Serie erstmals vor allem gebildete Zuschauer vor den Bildschirm lockt. ?Das ist die beste TV-Show?, jubiliert Trump. Tatsächlich ist ?The Apprentice" mit wöchentlich 18 Millionen Zuschauern derzeit eines der beliebtesten Fernseh-Formate in den USA.Vielleicht, weil Trump der Harte hier auch seine fürsorgliche Seite offenbart. Der Vater von drei erwachsenen Kindern berät und unterstützt die Bewerber, den Verlierern soll er sogar bei weiteren Karriereschritten geholfen haben. ?Ich hätte nie gedacht, dass er so charmant ist?, sagte Kristi Franks, die bereits gefeuert wurde.Mehr von Donald Trump wird in der nächsten Staffel von ?The Apprentice? zu sehen sein, die Auswahl der neuen Wettbewerber hat begonnen. Noch steht nicht fest, wann und ob die Show auch in Europa ausgestrahlt wird. In USA indes ist sie schon Kult, in einigen Business-Schools gelten einzelne Folgen bereits als Lehrmaterial.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.03.2004