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Augenzwinkern gelernt

ana
Das Bild eines typisch Deutschen führt in viel zu kurzen Lederhosen und Filzhütchen den geliebten Rauhaar-Dackel aus, nachdem er sich sein Bier und die Schweinshaxe am Stammtisch um die Ecke einverleibt hat, während die Göttergattin im praktischen Prilblumen-Kittel den säuberlich angelegten Schrebergarten pflegt.
Sind die Deutschen tatsächlich so bieder, spießig und unmodisch?
Eine neue Generation beweist zunehmend das Gegenteil. Weltoffene, lifestyleorientierte Menschen bevölkern die Heimat der Dichter und Denker. Und dies transportieren sie über die Landesgrenzen hinaus. Neben international für Furore sorgende Jung-Designern, wie Bernhard Wilhelm und Eva Gronbach, die sich mit traditionellen Elementen deutscher Insignien beschäftigen, Musikern, wie Peter Heppner und Juli, konnte sich die neu interpretierte Rückkehr zu den traditionellen Werten durchsetzen. Deutschland wird von Medien, Werbeagenturen, Designer und der Musikbranche des Landes zunehmend positiv kommuniziert und kommt im In- und Ausland damit besser an als bisher. Das hat eine aktuelle Analyse der deutschen Designzeitschrift PAGE ergeben. Werbung made in Germany ist international stark im Kommen. Bei internationalen Wettbewerben gewannen deutsche Werber und Gestalter in diesem Jahr so viele Medaillen wie nie zuvor. Beim Wettbewerb des renommierten Art Directors Club of Europe (ADCE) belegte deutsche Werbung Platz eins. Von den 125 Auszeichnungen gingen allein 42 nach Deutschland. Beim Werbefilmfestival in Cannes lieferten die deutschen Spitzenleistungen ab, und auch bei den International Design, Print & Outdoor Advertising Awards der New York Festivals standen die Deutschen an erster Stelle.

Die besten Jobs von allen

Nach Meinung des Präsidenten des Art Directors Club of Europe, Johannes Newrkla, "lernen die Deutschen das Augenzwinkern" und sind deshalb erfolgreicher als bisher.
Dieser Artikel ist erschienen am 13.12.2004