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Es gibt sie, die Zukunftstrends für junge Unternehmensgründer - auch wenn im Moment Investoren neuen Ideen gegenüber eher skeptisch sind. Junge Karriere fragte Wagniskapitalgeber nach ihren Empfehlungen.
E-Learning
Material Science
Entertainment
Optoelektronik
Mikrosystemtechnik
Biotechnologie
U-Commerce
Es gibt sie, die Zukunftstrends für junge Unternehmensgründer - auch wenn im Moment Investoren neuen Ideen gegenüber eher skeptisch sind. Junge Karriere fragte Wagniskapitalgeber nach ihren Empfehlungen.

Dotcom-Krise, Terror und Konjunkturflaute - sie sitzen wie Stacheln in den Köpfen der Gründungswilligen und Kapitalgeber: Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland nimmt ab, meldete jüngst der Verein Deutscher Ingenieure in Düsseldorf. "Es herrscht eine fast depressive Stimmung", sagt Bernd Venohr, als Partner bei Accenture in München für Technologie-Investitionen zuständig. "Im Moment ist es für Gründer einfach schwer, an Kapital zu kommen."

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Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken - glaubt man dem Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, Werner Schauerte. "Ich bin zuversichtlich, dass die schwierige Phase, in der wir uns derzeit befinden, in ein Marktwachstum umschlagen wird, das die Ergebnisse des bisherigen Rekordjahres 2000 in einigen Jahren übertreffen wird", erklärte er anlässlich der Veröffentlichung der Branchenzahlen zum dritten Quartal 2001.

Die Zahlen verraten vor allem eins: Die Wagniskapitalgesellschaften befinden sich auf Konsolidierungskurs. Schauerte rechnet aber damit, dass im nächsten Jahr auch Newcomer wieder zum Zuge kommen. Aber in welchen Geschäftsfeldern haben junge Gründer die größten Chancen? Nanotechnologie? Biotech? Was für die einen das Zauberwort der Zukunft ist, hat für andere einen faden Beigeschmack. "Nanotechnologie ist heute schon fast wie früher das Internet - alle stürzen sich wie die Lemminge darauf", befürchtet Dietmar Nuhn, Manager für Beteiligungen bei Evision-Ventures in Leverkusen.

Einen übergreifenden Trend sieht Professor Peter Wippermann, Geschäftsführender Gesellschafter des Trendbüros, dem Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel in Hamburg, in der allseitigen Verknüpfung der Gesellschaft. Die Grenzen zwischen Branchen würden durchlässig. So sei die Genom- und DNA-Analyse erst durch IT möglich geworden.

Künftig werde aber der Konsument viel stärker in den Mittelpunkt rücken und den Input liefern, der die Wirtschaft zum Handeln zwingt. Auch neue Beratungsfelder müssten entstehen im Sinne von: Was lassen wir überhaupt zu?

Wer den Markt im Auge behält und die nötigen Fertigkeiten besitzt, hat als junger Gründer die besten Chancen, auf offene Ohren zu stoßen: bei den Investoren wie bei den Kunden.

Anne Koschik

Trends


E-Learning

Fragen an: Dietmar Nuhn, Manager Beteiligungen bei der Evision-Ventures AG in Leverkusen

Was ist E-Learning? Der Begriff steht für ein breites Sammelsurium von Lernangeboten via Internet. Der Markt ist in Deutschland noch jung und in hohem Maße unüberschaubar. Web Based Training (WBT) und Computer Based Training (CBT) sind Schlagworte. Die großen Konzerne haben die Kostensenkungspotenziale des E-Learnings weitgehend erkannt. Mehr und mehr interessieren sich jetzt auch kleine und mittlere Unternehmen für diese Lernangebote.

Was können junge Gründer tun? Nur eine multimediale, leicht zu handhabende und preisgünstige Software-Lösung, die dem normalen Präsenzunterricht didaktisch und methodisch relativ nahe kommt, wird Akzeptanz schaffen und somit erfolgreich sein. Die multimediale, interaktive und zielgerichtete Aufbereitung von Inhalten auf Basis vorhandener Software und erfolgversprechende Vermarktungslösungen kämen für junge Gründer in Frage.

Was kostet die Gründung? Unter einer Million Euro für die Vorbereitungs- und Aufbauphase (Seed und Startup), da es bereits ausgereifte Software-Lösungen gibt.

Was erwarten Wagniskapitalgeber? Ein homogenes Team aus Betriebswirtschaftlern, IT-Spezialisten sowie Hochschulprofessoren und ein breit gefächertes, interessantes und erfolgversprechendes Kontaktnetzwerk - auch in die Hochschulen hinein - wäre sehr von Vorteil.

Weshalb setzt Evision-Ventures auf diese Branche? "E-Learning hat ein sehr hohes Wachstumspotenzial und ist gut zu vervielfältigen. Für diesen Trend sprechen: Steigende Akzeptanz bei den Marktteilnehmern, Bereitschaft, sich von den bisherigen und kaum mehr finanzierbaren Instrumenten der Präsenzschulungen zu verabschieden, sowie vorhandene, weitestgehend optimale Software-Lösungen. E-Learning ist von nahezu jedermann nachvollziehbar und dem Stadium der Vision längst entwachsen."



Material Science

Fragen an: Bart Markus, als Partner der Wellington Partners Venture Capital GmbH in München zuständig für Technologie-Investments und Material Science.

Was ist Material Science? Materialwissenschaft ist ein sehr breites Feld, in dem neue Materialien für neue Anwendungen genutzt werden. Das reicht von Unternehmen, die eine Kühlung von Prozessoren mit Hilfe von besonders bearbeitetem Kupfer anbieten, bis hin zu solchen, die aus Halbleiter-Polymeren (Kunststoffen) Transistoren bauen. Vor allem die IT-lastige Industrie ist betroffen: unter anderem mit Chips, Displays und Transistoren auf dem Gebiet der Integrated Circuits (IC), also integrierter Schaltkreise.

Was können junge Gründer tun? Ein interessantes Betätigungsfeld ist die Halbleiter-Technologie. Traditionell basiert sie auf Silizium. Das Problem: Der Fertigungsprozess ist extrem aufwändig, und die Produkte sind dadurch sehr teuer. Es gibt aber polymere Materialien, die Halbleiter-Eigenschaften besitzen. In etwa zwei Jahren wird es möglich sein, diese in Chips einzubauen. Obwohl sich viele Startups auf diesem Gebiet tummeln, bei denen es sich meist um Ausgründungen aus renommierten Forschungsinstituten handelt, gibt es noch ein großes Betätigungsfeld für Anwendungen, etwa Display-Technologie oder Radio Frequency Tags, die eine Ortung und Identifikation von Gegenständen erlauben.

Ein weiteres Teilgebiet ist die Nanotechnologie. Sie ermöglicht den Aufbau komplexer Strukturen durch allerkleinste Elemente. Erste Anwendungen sind Beschichtungen für Brillengläser oder Sonnenkollektoren und Zusätze für Raketenbrennstoffe. Außerdem könnte man mit Hilfe der Nanotechnologie Chips auf der herkömmlichen Siliziumbasis für integrierte Schaltkreise herstellen. Dies wäre zwar teurer als Chips auf Kunststoffbasis, aber viel leistungsgerechter.

Was kostet die Gründung? Ab einer Million Euro aufwärts allein in der Vorbereitungsphase.

Was erwarten Wagniskapitalgeber? Ein Rocket Scientist, also ein Extremwissenschaftler, der die Technologie sehr gut versteht und eine Vision hat, muss im Team sein.

Warum setzt Wellington auf diese Branche? "Wir glauben, dass einige der Big Things des Lebens schon immer aus der Materialwissenschaft gekommen sind: Integrierte Schaltkreise, Energieauslösung (vom Verbrennungsmotor bis zur Kernenergie), Kunststofffertigung. Und alle suchen immer nach dem nächst?n Big Thing. Die Chance, dass dieses wieder aus dem Material Science kommt, ist doch sehr groß, denn hier werden grundlegend neue Technologien entstehen."



Entertainment

Fragen an: Bernd Hardes, Geschäftsführender Gesellschafter bei der Econa AG in Berlin

Was ist Entertainment? Entertainment umfasst das gesamte Gebiet der Unterhaltung, bei dem der Kunde Geld für Zeitvertreib bezahlt. Grob gesagt reicht das von der Dichterlesung über Videospiele und SMS bis hin zum Internet.

Was können junge Gründer tun? Interessant sind elektronisch zugängliche Formen des Massen-Entertainments, zum Beispiel eine Internet-Plattform für Gambling, also Gewinnspiele. Im weiteren Sinne fallen darunter auch Applikationen wie Chat, Dating oder bestimmte SMS-Funktionalitäten. In Japan machen Mobilfunkbetreiber bereits die Hälfte ihrer Umsätze mit Entertainment. Die umsatzträchtigsten Angebote im Internet sind dort eindeutig Erotikangebote.

Was kostet die Gründung? Kaum mehr als ein halbe Million Euro bis zum Break-even, dem Erreichen der Gewinnzone, denn bei der Umsetzung kann man auf vorhandene Software zurückgreifen.

Was erwarten Wagniskapitalgeber? Jeder, der mit Entertainment-Angeboten Geld verdienen will, sollte über ausreichende Berufserfahrung in der entsprechenden Branche verfügen. Die richtige Kalkulation des Kundenverhaltens, der Kundenakquisitionskosten und des Customer Lifetime Values, also des langfristigen Werts der Kundenbeziehung mit all ihren Ein- und Auszahlungsströmen, sind überlebenswichtig.

Weshalb setzt Econa auf diese Branche? "Weil der Markt noch in den Kinderschuhen steckt. Längst sind nicht alle Ideen und Konzepte erfunden, und Marktführer können dort eine hohe und nachhaltige Marge verdienen. Letztlich läuft es bei den neuen Internet-Plattformen aber wie im Fernsehen, wo man nach der Quote entscheidet, wie und wo es weitergeht."



Optoelektronik

Fragen an: Alexander Lührs, Marketing-Manager bei der DEWB AG in Jena

Was ist Optoelektronik? Unter Optoelektronik beziehungsweise optischen Technologien werden alle Prozesse der Erzeugung, Lenkung und Anwendung von Licht verstanden. Der Branchenverband Optoelectronics Industry Development Association (OIDA) geht davon aus, dass in den kommenden Jahren 30 Prozent der Elektronik durch optische Technologien ersetzt werden. Beispiele dafür lassen sich insbesondere in der Kommunikationstechnik, Biomedizin, Gentechnik und Produktionstechnik finden, wie die schnelle und sichere übertragung enormer Datenmengen über Glasfaserkabel, Laserskalpelle oder die industrielle Fertigung mit Licht.

Was können junge Gründer tun? Es gibt viele Arbeitsfelder. Beispiele wären miniaturisierte Hochleistungs-Dioden-Lasersysteme für die Telekommunikation oder eine Multimedia-Plattform für Luxusfahrzeuge, über die mehr als 50 Formen von Endgeräten bedienbar sind. Wichtig ist, dass die Produkte technologische Alleinstellungsmerkmale im Vergleich zu den Produkten der Wettbewerber aufweisen, und dass das Absatzpotenzial für die Produkte dynamisch wächst.

Was kostet die Gründung? In der Vorbereitungsphase mindestens eine halbe Million Euro. In der Aufbauphase (Startup) weitere anderthalb bis fünf Millionen Euro, für die Expansion nochmals fünf bis zehn Millionen Euro.

Was erwarten Wagniskapitalgeber? Ein interdisziplinäres Gründerteam mit naturwissenschaftlichem und technischem sowie betriebswirtschaftlichem Know-how. Dank unterschiedlicher Kompetenzen werden die Zielmärkte häufig umfassender analysiert und die Anforderungen an die Produkte und Dienstleistungen im Anschluss von mehreren Perspektiven beleuchtet.

Warum setzt DEWB auf diese Branche? "Die DEWB AG setzt auf optische Technologien, weil ihnen auf Grund ihrer Funktion als Schlüsseltechnologie und der vielfältigen Anwendungsfelder ein überproportionales Marktwachstum vorausgesagt wird. Hinzu kommt, dass die DEWB technologische Kernkompetenzen auf diesem Gebiet besitzt und durch die Zugehörigkeit zum Jenoptik-Konzern auf umfangreiches Know-how zurückgreifen kann, um die Technologien innovativer Startups verstehen und bewerten zu können."



Mikrosystemtechnik

Fragen an: Ingeborg Neumann, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Peppermint Financial Partners in Berlin

Was ist Mikrosystemtechnik? Mikrosystemtechnik meint den Einsatz von Mikro- und Systemtechniken, um immer leistungsfähigere Produkte kostengünstig herstellen zu können. Sie nutzt die Methoden der Mikroelektronik, also die Herstellung von Bausteinen, in denen dank kleinerer Strukturen immer mehr Komponenten untergebracht werden können, und verknüpft sie mit Mikromechanik und Mikrooptik.

Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Miniaturisierungsprinzipien sind sehr breit - vom Automobilbau über Medizin- und Kommunikationstechnik bis hin zum Umweltschutz. Ihren hohen Wert erlangen mikrotechnische Komponenten erst durch die Integration in moderne Produkte und Systeme. Beispiele sind: Airbags, Antiblockiersysteme, Mobiltelefone, Laptops, Scanner, intrakardiale Pumpsysteme für Bypass-Operationen und Sensoren in Messsystemen. Indem man Bio- und Nanotechnologie einbezieht, lässt sich das Potenzial auf zusätzliche innovative Produkte ausdehnen.

Was können junge Gründer tun? Für junge Gründer bieten sich vor allem An-wendungen im Automobilbau, Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Medizintechnik an.

Was kostet die Gründung? Die Spanne reicht von 250.000 bis 2,5 Millionen Euro.

Was erwarten Wagniskapitalgeber? Das - möglichst erfahrene - Gründerteam sollte vor allem über ein exzellentes Technik-Know-how und ein breit gefächertes technologierelevantes Netzwerk verfügen. Das Produkt sollte mindestens im Prototypenstadium sein. Eine innovative, patentierbare Technik, die einen Technologiesprung repräsentiert, hätte den Vorteil von überdurchschnittlichen, nachhaltigen Wachstumsmöglichkeiten.

Weshalb setzt Peppermint auf diese Branche? "Die Internationalisierung der Märkte, das Erfordernis einer nachhaltigen Entwicklung und der gesellschaftliche Wandel sind die treibenden Faktoren der Mikrosystemtechnik. Zukünftig werden mehr und mehr intelligente und flexible technische miniaturisierte Systeme erforderlich, um Informationen und Mobilität zu verbessern, Produktionsverfahren zu optimieren und gleichzeitig Ressourcen zu schonen."



Biotechnologie


Fragen an: Rolf Mathies, General Partner bei Earlybird LLC in Hamburg

Was ist Biotechnologie? Kennzeichnend für moderne biotechnologische Prozesse ist die integrierte Anwendung unterschiedlicher natur- und ingenieurwissenschaftlicher Disziplinen, von der Mikrobiologie und Biochemie bis zur Verfahrens- und Elektrotechnik. Auch die Gentechnik zählt dazu. Das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten und das wirtschaftliche Potenzial der Biotechnologie reichen von Medizin und Pharmazie über Lebensmitteltechnik, Chemie und Landwirt-schaft bis hin zum Umweltschutz und der Gewinnung neuer Verbindungen aus nachwachsenden Rohstoffen.

Was können junge Gründer tun? Zunehmend gibt es eine Verknüpfung zwischen Informationsverarbeitung und Biotechnologie durch die hohen Datenmengen, die etwa bei der Entschlüsselung der Gene und der Untersuchung der Proteininteraktion gewonnen werden. Daneben gibt es Unternehmen im Bereich der Biosimulation, die versuchen, Krankheiten und deren Therapieansätze mit Hilfe von Computern ("insilico") zu modellieren, um die Entwicklung von Medikamenten zu beschleunigen und günstiger zu gestalten. Gerade diese Felder machen Gründungen sinnvoll, da es am Start nicht gleich um die Finanzierung von teuren klinischen Studien geht, sondern um Plattformtechnologien, die relativ schnell Umsätze generieren können.

Was kostet die Gründung? Zwei bis drei Millionen Euro in der ersten Investitionsrunde.

Was erwarten Wagniskapitalgeber? Da die Biotechnologie sehr spezifische Kenntnisse erfordert, sind die Gründer der ersten Stunde fast immer Wissenschaftler mit Erfahrungen aus der Projektarbeit bei der Pharma-Industrie oder aus Forschungskooperationen.

Weshalb setzt Earlybird auf diese Branche? "Diese Branche hat bei entsprechender Patentstrategie sehr hohe Eintrittsbarrieren. Durch die Verschiebung der Alterspyramide wird die Therapie von Krankheiten immer wichtiger. Darüber hinaus hat die Biotechnologie im letzten Jahrzehnt mit neuen, bahnbrechenden Technologien den Grundstein für innovative Medizin im neuen Jahrtausend



U-Commerce


Fragen an: Bernd Venohr, Partner bei Accenture in München, zuständig für Accenture Technology Venture im deutschsprachigen Raum

Was ist U-Commerce? Ubiquitous (U-)Commerce meint die allgegenwärtige, nahtlose, ununterbrochene und grenzenlose wirtschaftliche Interaktion. U-Commerce umfasst Electronic (E-)Commerce, Mobile (M-)Commerce und Silent Commerce - intelligente und interaktive Produkte, die sich zum Beispiel selbst überwachen und melden, wenn die Lagertemperatur oder ein Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Technologien analysieren kontinuierlich die Situation, um relevante Inhalte und Dienstleistungen für jeden, jederzeit und an jedem Ort zu verbreiten. Im Jahr 2002 wird dazu die Infrastruktur aufgebaut. Dazu zählen das drahtlose Internet, Sensorenentwicklung sowie technische Standards. 2003 oder 2004 kommen die ersten Anwendungen auf den Markt.

Was können junge Gründer tun? Da der Aufbau der Infrastruktur für Gründer zu kapitalintensiv sein wird, bieten sich vor allem Potenziale bei den Anwendungen. Zum Beispiel als Anbieter von Unternehmenssoftware für Logistik und Produktionsprozesse. Vorstellbar wären die Neugestaltung von Lieferketten, die überwachung von Produktqualität und die Verhinderung von Fälschungen und Diebstahl. Ein weiteres Feld ist die Konstruktion von Lösungen für Endverbraucher, etwa mit Hilfe der Telematik. Beispiele sind der Kühlschrank, der nachlädt, intelligente Kleidung, die die Pulsfrequenz misst oder ein Informationsaustausch zwischen Autos mit dem Ziel, Staus vorherzusagen. Dieses Modell setzt einen Zugang zu den Hardware-Herstellern voraus und ist deshalb schwieriger.

Was kostet die Gründung? Anderthalb bis zwei Millionen Euro für die Vorberei-tungs- und Aufbauphase.

Was erwarten Wagniskapitalgeber? Industrie- und Gründungserfahrung sowie Erfolge: Möglichst sollten sie bereits ein Projekt oder ein Geschäftsfeld aufgezogen oder eine Software positioniert haben. Im Team zählt vor allem der Erfinder, der gleichzeitig eine starke Persönlichkeit sein sollte.

Weshalb setzt Accenture Technology Venture auf diese Branche? U-Commerce, die Vernetzung und Informatisierung aller Dinge, wird kommen. Die technischen Voraussetzungen, zum Beispiel drahtlose Netzwerke, werden gerade geschaffen. Der Markt für U-Commerce-Lösungen muss allerdings noch kreiert werden. Genau das ist der richtige Zeitpunkt zum Einstieg für langfristig denkende Gründer."

Dieser Artikel ist erschienen am 18.12.2001