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Aufenthaltsbestimmungen

Axel Berkofsky
Foto: Japanische Fremdenverkehrszentrale
Wer länger als drei Monate an einer japanischen Universität studieren möchte, braucht ein Studentenvisum (Student Visa). Dieses Visum muss bereits in Deutschland beantragt und ausgestellt werden
Touristenvisum (Tourist Visa)
Für einen Studienaufenthalt bis zu drei Monaten ist kein Visum notwendig. Ein Reisepass, der mindestens noch sechs Monate gültig ist, reicht aus. Bei der Einreise nach Japan stellt die Einwanderungsbehörde (Immigrations Office) ein Touristenvisum (Tourist Visa) aus, das drei Monate lang gültig ist. Ein entsprechendes Formular wird auf den Flügen nach Japan verteilt.

Studentenvisum (Student Visa)
Wer länger als drei Monate an einer japanischen Universität studieren möchte, braucht ein Studentenvisum (Student Visa). Dieses Visum muss bereits in Deutschland beantragt und ausgestellt werden und zwar bei der Japanischen Botschaft oder einem Japanischen Generalkonsulat. Für den Antrag braucht man eine Zulassungsbestätigung einer japanischen Universität, Sprachschule oder einer vergleichbaren Institution. Außerdem benötigt man einen Bürgen (Jap.: Hoshonin). Bürge kann entweder die Universität / Fakultät in Japan, ein Universitätsprofessor / Universitätsprofessorin oder eine Privatperson sein. Mit der Bürgschaft übernimmt die jeweilige Institution oder Person die Verantwortung für die ihnen anvertrauten Studenten oder Studentinnen. Einfacher ist es, wenn der Bürge aus dem universitären Umfeld stammt, denn in diesem Fall gibt es mittlerweile standardisierte Verfahren. Einzelheiten dazu sind aus den Bewerbungsunterunterlagen der jeweiligen Universitäten zu entnehmen. Weitaus zeitaufwändiger und bürokratischer ist es, wenn eine Privatperson die Bürgschaft übernimmt.

Die besten Jobs von allen


Das Visum muss persönlich beantragt und bei der Botschaft oder den Generalkonsulaten abgeholt werden. Einzelheiten zu den Visumsbestimmungen sind den Bewerbungsunterlagen der Universitäten zu entnehmen sowie bei der Japanischen Botschaft und den Konsulaten zu erfragen. Vom Einreichen des Antrages bis zur Ausstellung des Visums vergehen in der Regel 4-6 Wochen. Wichtig: Der Visumsantrag enthält Fragen zur Finanzierung des Auslandsstudiums. Jeder, der sich um ein Studentenvisum bewirbt, muss darin deutlich machen, wie er seinen Japanaufenthalt finanziert

Arbeitsvisum
Wer nach einem Studienaufenthalt in Japan arbeiten möchte, benötigt dazu ein Arbeitsvisum. Prinzipiell gilt, dass man ein Studenten- und Arbeitsvisum nicht gleichzeitig haben darf. Der Arbeitgeber ist in der Regel für die Formalitäten verantwortlich, die Bürokratie sollte auch von ihm übernommen werden.

Visum für Praktikanten
Wenn ein Praktikum in Japan den Zeitraum von drei Monaten nicht überschreitet, reicht in der Regel ein Touristenvisum aus. Allerdings werden Visumsangelegenheiten, die Praktikanten betreffen, von japanischen Unternehmen oft anders gehandhabt als von denen, die aus dem Ausland kommen. Deshalb gilt: Informieren Sie sich früh genug bei dem jeweiligen Unternehmen. Wenn das Praktikum über drei Monate hinausgeht, kümmert sich in der Regel das Unternehmen um Visumsangelgenheiten. In den meisten Fällen gibt es dafür standardisierte Formulare und Verfahren

Lange Zeit was es Praxis, das Land nach drei Monaten zu verlassen, ein Wochenende in Korea oder Hong Kong zu verbringen und mit einem neuen Touristenvisum in Japan einzureisen, um damit die Visaformalitäten zu vermeiden. Davon ist jedoch dringend abzuraten, da ein solches Verhalten zur sofortigen Ausweisung aus Japan führen kann.

Die Ausländerkarte (Gaijin-Card)
Ein Visum verpflichtet in Japan zum Beantragen der sogenannten Gaijn-Card. Diese Karte ist eine Art Personalausweis für Ausländer. Sie sollte immer bei sich getragen werden. Außerdem brauchen Ausländer die Gaijn-Card auch im Alltag, zum Beispiel um eine Wohnung zu mieten, ein Handy zu kaufen oder für die Anmeldung im Fitnessstudio. Neuerdings ist sie auch für den Eintritt in eine Reihe von Diskotheken notwendig. Die Gaijn-Card wird bei der jeweiligen Bezirksverwaltung City/Ward Office (Kuyakusho) beantragt. Antragsteller müssen ihren Reisepass und ihr Visum vorlegen. Nach etwa einer Woche kann die Karte abgeholt werden.

Aus- und Einreisen während des Aufenthalts
Mit einem Reentry Permit (Wiedereinreiseerlaubnis) ist es möglich, das Land zu verlassen und erneut einzureisen. Das entsprechende Formular bekommt man beim Immigrations Office gegen eine Gebühr, das Verfahren kostet 3000 Yen. Wer vorhat, Japan während des Aufenthalts mehrmals zu verlassen, sollte sich für ein Multiple-Reentry Permit (rund 8000 Yen) entscheiden, mit dem das Land beliebig oft verlassen werden kann und das weitere zeitaufwändige Gänge zum Immigrations Office erspart. Wer das Land ohne eine solche Reentry Permit verlässt, muss damit rechnen, dass sein Visum als abgelaufen gilt.

Das Immigrations Office in Tokio
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr. Das Office macht zwar erst um neun Uhr auf, dennoch empfiehlt es sich, ab halb neun anzustehen. Wer das nicht beherzigt, muss damit rechnen, den ganzen Vormittag dort zu verbringen

Nach Möglichkeit sollten Behördengänge zum Immigrations Office zu Beginn in Begleitung eines Japaners unternommen werden, da die Beamten in der Regel nur sehr schlecht Englisch sprechen. Außerdem sind sie nicht besonders kooperativ - vor allem dann nicht, wenn es um das Ausstellen von Arbeitsvisa geht.

Neben der zentralen Einwanderungsbehörde gibt es in Tokio und anderen Städten kleinere Immigration Offices. Hier geht alles ein wenig schneller. Manche Angelegenheiten allerdings können nur bei der zentralen Behörde in der Hauptstadt erledigt werden.

Arbeiten neben dem Studium
Die Bestimmungen und Informationen darüber, wie viel und ob mit welchen Visum neben dem Studium gearbeitet werden darf, ändern sich regelmäßig und sollten bei der Botschaft und den Konsulaten in Deutschland erfragt werden. Prinzipiell gilt: Das Jobben neben dem Studium ist erlaubt, mit einem Studentenvisum darf man eine bestimmte Anzahl an Wochenstunden arbeiten. Das Arbeiten mit einem Touristenvisum ist nicht anzuraten, da der Arbeitgeber in Japan damit jegliche Verantwortung für den Arbeitnehmer von sich weist, und es im Zweifelsfall als illegale Arbeit ausgelegt werden kann

Ein lukrativer Nebenverdienst für Studenten aus dem Westen bietet die Arbeit als Englischlehrer an einer Sprachschule. Normalerweise reicht dafür ein Studentenvisum aus

Adressen der Japanischen Botschaft und der Konsulate in Deutschland

Japanische Botschaft Berlin
Hiroshimastr. 6, 10785 Berlin
Tel.: (030) 210 94-0
Fax: (030) 210 94-222
Internet: http://www.embjapan.de/

Außenstelle der Botschaft von Japan in Bonn
Godesberger Allee 102-104, 53175 Bonn
Tel. (02 28) 81 91-0
Fax (02 28) 37 93 99
Konsularbereich: Regierungsbezirk Köln
Mo - Fr 9.00 - 12.00, 14.00 - 16.30 Uhr

Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf
Immermannstr. 45, 40210 Düsseldorf
Tel. (02 11) 16 48 20
Fax (02 11) 35 76 50
Konsularbereich: Nordrhein-Westfalen (außer Regierungsbezirk Köln)
Mo-Fr 9.00 - 11.30, 13.30 - 16.00 Uhr
Internet: http://www.embjapan.de/duesseldorf

Japanisches Generalkonsulat Frankfurt am Main
Taunustor 2, 60311 Frankfurt a. Main
Tel. (0 69) 23 85 730
Fax (0 69) 23 05 31
Konsularbereich: Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland
Mo-Fr 9.00 - 12.30, 14.30 - 16.00 Uhr
Internet: http://www.embjapan.de/frankfurt

Japanisches Generalkonsulat Hamburg
Rathausmarkt 5, 20095 Hamburg
Tel. (0 40) 3 33 01 70
Fax (0 40) 30 39 99 15
Konsularbereich: Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg
Mo - Fr 9.30 - 12.00, 14.00 - 16.30 Uhr
Internet: http://pweb.uunet.de/japan-gk.hh

Japanisches Generalkonsulat München
Prinzregentenplatz 10, 81675 München
Tel. (0 89) 4 17 60 40
Fax (0 89) 4 70 57 10
Konsularbereich: Baden-Württemberg, Bayern
Mo - Fr 9.00 - 12.00, 14.00 - 16.00 Uhr

Japanisches Honorarkonsulat in Stuttgart
Werner Schmidt, Japanischer Honorargeneralkonsul
c/o Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart
Dieser Artikel ist erschienen am 19.04.2001