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Auch Blair verdient jetzt schwer

Von Ansgar Haase und Marc Renner
Neues Jahr, neuer Job: Tony Blair wechselt an die Wall Street und wird Berater bei der Investmentbank JP Morgan ? eine lukrative Sache für den früheren britischen Premierminister. Blair ist nicht der einzige, der seine guten Kontakte versilbert. Welche Ex-Politiker und -Wirtschaftsführer heute gutes Geld als Berater oder in ähnlichen Positionen verdienen ? eine Auswahl.
Tony Blair hat gut Lachen: JP Morgan honoriert seinen Beratervertrag bestens. Foto: Reuters
HB NEW YORK. Der frühere britische Premierminister Tony Blair arbeitet künftig als leitender strategischer Berater für die US-Investmentbank JPMorgan & Chase (JPM). Blair werde dem Top-Management und insbesondere dem Konzernchef der drittgrößten US-Bank regelmäßig Einschätzungen zu den Hintergründen aktueller politischer Entwicklungen geben, teilte JPM am Donnerstag mit. Blair werde seine Arbeit in Teilzeit sofort aufnehmen.Der Vorstandsvorsitzende der Bank, Jamie Dimon, ließ in einer Mitteilung wissen, dass Blair der weltweit tätigen Bank und ihren Klienten eine ?einzigartige und unschätzbare globale Perspektive? zur Verfügung stellen werde. Dies sei in turbulenten Zeiten wie diesen von besonderem Nutzen.

Die besten Jobs von allen

Nach Berichten der ?Financial Times?, die sich wiederum auf einen in New York ansässigen Personalberater beruft, werde Blair für sein Beratungsmandat mit einer Million Dollar (680 000 Euro) jährlich vergütet.Blair hatte das Amt des Regierungschefs im vergangenen Jahr an seinen Nachfolger Gordon Brown abgegeben. Aus der Politik hat er sich dennoch nicht komplett zurückgezogen: Er wurde zum Beauftragten des Nahost-Quartetts ernannt und soll in dieser Funktion am Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern mitwirken.Dass sich britische Spitzenpolitiker nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt auch in der Wirtschaft engagieren, ist nicht ungewöhnlich. Blairs Vorgänger John Major ging nach seinem Rückzug als Premierminister zur US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle.
Dieser Artikel ist erschienen am 10.01.2008