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Assi Christian Ewers und Vorstand Hubertus Erlen, Schering

?Wo stellen wir die neue Fabrik hin?“ Erwartungsvoll schauten die Kollegen, allesamt diplomierte Betriebswirte und vertriebserfahrene Pharma-Referenten, Christian Ewers an. Ein kniffliges Managementproblem – und ausgerechnet er, der Chemiker, sollte es lösen.
?Wo stellen wir die neue Fabrik hin?“ Erwartungsvoll schauten die Kollegen, allesamt diplomierte Betriebswirte und vertriebserfahrene Pharma-Referenten, Christian Ewers an. Ein kniffliges Managementproblem – und ausgerechnet er, der Chemiker, sollte es lösen. ?Dabei ging es für mich bis dahin immer nur um Chemie“, sagt der 38-Jährige. Im Studium an der Uni Würzburg hatte er organische Chemie als Schwerpunkt gewählt, als Wissenschaftler im Entwicklungslabor der Berliner Schering AG entwickelte er Wirkstoffe für Hormon- und Herz-Kreislauf-Präparate.

Nun wollten die Personalentwickler des Pharma-Unternehmens wissen, ob Ewers auch das Zeug zur Führungskraft hatte. Ewers schlug sich wacker. Neben seinem Laborjob durfte er fortan Führungskräfteseminare zu Kommunikation und Teamarbeit besuchen. Und er erhielt interne Stellenangebote, die ihn weg vom Labor und hin zum Schering-Management führen sollten. Beim dritten Angebot griff der Naturwissenschaftler zu: Im Juli 1999 wurde er Assistent von Hubertus Erlen, damals Vorstandsmitglied und seit April 2001 Vorstandsvorsitzender. Sein Arbeitsalltag teilte sich in Routine und immer neue Überraschungen: Er las die Post ?mit den Augen des Chefs“, filterte Dringliches und Wichtiges heraus, schlug Antworten vor – und schirmte den Vorstand gegen Nebensächliches ab. Der Assistent bereitete Besprechungen vor, schrieb Protokolle wie auch so manches Redemanuskript. Er recherchierte zu neuen Forschungen, etwa in der Biotechnologie, und betreute strategische Projekte.

Die besten Jobs von allen


Ein volles Programm – das sich ausgezahlt hat. Seit Dezember hat Ewers eine neue Aufgabe: Im Werk Bergkamen ist er als einer von mehreren Betriebsleitern für die Wirkstoffproduktion verantwortlich. Und ist jetzt Pharma-Manager.

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Dieser Artikel ist erschienen am 22.02.2002